Ich schau mal bei ebay nach einer Packung Autopolitur und vier fetten Rims. Dann roll ich damit zum neuen Firmensitz. Mit dem Bus komme ich erst nach 2 ½ Stunden an, mit dem Roller… ich bin sehr angetan von La Mosca, habe aber meine Zweifel, wo es um die Möglichkeit geht, monatlich 1.500 km damit zurück zu legen. Da krabbelt wahrscheinlich bald der chinesische 4-Takt-Motor raus und bettelt um Gnade.
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You’re a mean man, Mr. Grinch

Be excited to start the party with a Christmas Adventure Race… One highlight will be that everyone can cut his own Christmas Tree…”

Ich bin schon total “excited”, wenn ich daran denke, mit einer Axt in der Hand in einem dunklen Wald meinen Vorgesetzten zu begegnen. Die scheinen mir recht optimistisch, wenn sie glauben, dass ich damit einer Tanne zu nahe trete, wenn sie mir vorher zu nahe getreten sind.

Die Liste ihrer Vorgänger ist so lang wie die ihrer Inkompetenzen. Bei einem hat nur der Drogenhändler um die Ecke gemerkt, ob er im Büro war oder nicht, ein anderer leitet jetzt einen Imbisswagen statt einer Abteilung, und eine macht etwas Unanständiges mit Kettensägen in einem Cabaret.

Aber die waren allesamt clever genug, um mich in Ruhe zu lassen. Denn die Arbeit, die ich mache, hat mit Produkten zu tun, die nicht funktionieren, und mit Kunden. Mit ENDkunden! Wir reden hier über wirre, alte Männer und manchmal auch über die Witwen wirrer, alter Männer. Mit solchen Leuten WILL man als Hipster/Manager einfach nichts zu tun haben.

Und mit denen, die mit ihnen zu tun haben, auch nicht. Das sind Typen, die man sonst nur im Steh-Imbiss trifft, wenn man auf Geschäftsreise Heisshunger bekommt, vielleicht noch am Bahnhof oder im Darkroom. Deren Jeans ist formlos, die Schuhe ausgelatscht und ihr Beförderungsmittel fragwürdig. Sie führen Leben, über die man am liebsten gleich gar nichts weiss.

Dafür halten sie einem aber diese Kunden vom Hals. In der Zeit, die man mit denen verbrächte, kann man in Meetings sein, die Folio für die eigene Hybris sind. Entsprechend lässt man ihnen einen gewissen Freiraum und fragt sich nicht, wie sie ihre Zeit verbringen, wenn sie nicht telefonieren, mailen oder chatten – immer unter der Voraussetzung, dass sie diese drei Dinge in hinlänglicher Weise mit Kunden tun.

Man beschert sie aber nicht mit der freudigen Kunde, dass man den Firmensitz in die Hauptstadt verlegen will, so den Arbeitsweg auf zwei Stunden pro Richtung und die Kosten dafür  um das 2,5-fache erhöhend. Da wird der Angestellte dann zum Axtmörder. Oder wenigstens zum Grinch.

Alles Schweinebacken, diese Schweinebacken!

Der General Manager fand tatsächlich wieder zurück. Ich weiss nicht recht, wie er in diesen zwei Tagen zu einem Vollbart gekommen war, aber das war mir ja auch egal, konfrontierte mich diese Leuchte doch mit einem neuen Plan, der ihm offensichtlich in der geistigen und räumlichen Entfernung von unserer Realität gekommen war.

Zum Vorgesetzen meines fröhlichen Fähnleins von Service-Mitarbeitern erklärte er nämlich einen Mitarbeiter aus einer anderen Abteilung, der sich durch die Umgangsformen eines Troglodyten auszeichnet. Ach, wie viele heitere Augenblick verbrachte ich doch einst im Betriebsrat damit der Grossen Vorsitzenden zuzusehen, wenn sie versuchte, sie weiterzuentwickeln, diese Umgangsformen. Wie angemessen schien mir doch damals ihre grosszügige Verwendung einer Keule, und wie wenig Nutzen zog er aus der Ermahnung.

Gerade das aber scheint ihn in des Tzaren Gunst und damit schon gleich in der des General Managers befördert zu haben. Alles Schweinebacken, diese Schweinebacken!

Torpedos!

TheTorpedos

Mit der Bildschirmbrille im Gesicht sieht es aus, als zielte Kerima mit zwei Torpedos auf mich. Der Wechsel zur Kurzsicht-Brille offenbart, dass es sich tatsächlich um etwas ganz anderes handelt. Ihr Mann schätzt an ihr nicht (nur) ihren Verstand.

Den befüllte ich wie schon so viele vorher mit den Eckdaten eines neuen Flügeltorantriebes. In realistischer Abschätzung unserer finanziellen wie personellen Möglichkeiten handelt es sich dabei allerdings nur um eine Facelift-Version jenes Antriebes, den der Tzar nicht ohne Grund schon vor zwei Jahren abschaffen wollte.

Die Logik dahinter ist natürlich, dass dieser von mir so sehr gehasste Antrieb eine Elektronik hat, deren Funktion wenigstens ungefähr der EU-Norm entspricht. Die Neu-Entwicklung einer entsprechenden Platine im Hinterzimmer einer Elektronik-Bude in Shenzhen ist nämlich gar nicht so billig und das Ergebnis gerne mal fragwürdig.

Ein neues, eher torpedoförmiges Gehäuse für die Antriebseinheiten und qualitativ bessere Kabel und Dichtungen sind dann lösbare Aufgaben. Zusammen mit einem geschmacklosen Logo darauf sollte das sogar einen deutlich höheren Preis möglich machen, vielleicht sogar einen, der über den Kosten liegt.

Frauen mit Hipster-Bärten

In heimlichen Meetings diskutieren Manager über den neuen Standort des Unternehmens. Zwar diskutiere ich nicht mit, ich bin schliesslich kein Manager, aber ich bin natürlich informiert.

Das steht selbstverständlich in keiner Beziehung zu dem neuen Icon auf dem Display ihrer Iphone 6S, das sie ignorieren, weil sie es nicht kennen. Ich war nicht ohne Nutzen mal 450€-Kraft beim SVR.

Ihre Zielvorstellung ist ein chices Gebäude, in dem alle Büros auf einer Ebene angeordnet sind, vorzugsweise zwischen einem Starbucks und einem Bordell. Mein Bedarf geht eher zu einem Discounter und einer Roller-Werkstatt.

Überhaupt scheint das Ganze auf die Gentrifizierung von Yoyodyne Europe hin zu laufen. Wir haben ja schon seit Jahren niemanden mehr eingestellt, der nicht wenigstens einen Master-Abschluss nachweisen konnte. Da waren Hipster-Bärte selbst für weibliche Bewerber verpflichtend.

Wenn ich so darüber nachdenke – kein Wunder, dass der Neandertaler innerhalb von 72 Stunden nach seiner letzten Kündigung wieder eingestellt wurde. Immerhin ist er gelernter Handwerker, hat einen vollständigen Satz Schraubenschlüssel und kann Dinge reparieren. .

Produkte, die die Welt braucht, Yoyodyne aber nicht

Ich plädierte im Meeting mit dem Marketing gegen die Einführung eines SmartHome-Systems für Yoyodyne-Garagentorantriebe. Die Entwicklungskosten eines solchen Produktes sind obszön hoch, wenn man sie mit denen für Lösungen vergleicht, die die Kunden schon längst auf dem Markt erwerben können.

Dazu kommt, dass die Hausbesitzer, die unsere Zielgruppe sind, sehr wahrscheinlich nicht zwei Apps haben wollen, von denen eine das Tor steuert, die andere alle anderen Funktionen im Haus. Schon deswegen wäre eine Kooperation mit dem einen oder anderen Anbieter, der schon auf dem Markt erfolgreich ist, für mich die bessere Wahl.

Denn schliesslich, was braucht es schon? Einen Aktuator mit potentialfreiem Ausgang, der an den Taster-Eingang des Antriebes angeschlossen wird, einen Lichtsensor, der zwischen hell und dunkel unterscheiden kann und das als Information “Tor auf” – “Tor zu” weitergibt und eine Lichtschranke, die Ein-Fehler-sicher ist.

Den Aktuator haben etliche Anbieter schon im Sortiment und wir die Lichtschranke. Der Sensor wird nur dann ein Problem, wenn wir statt eines fähigen Inscheniörs ein ganzes Team einsetzen.

Für Gotteslohn zuzüglich Mehrwertsteuer und Anfahrt

GSD

Manche Kunden sind… besonders. Jener, mit dem ich eben sprach, erzählte mir weitschweifig von seinem Genie-Garagentorantrieb. Nach meiner kleinen Liste hatte er ihn irgendwann in jener düsteren Vorzeit erworben, die mit der ersten Ausstrahlung von “Buffy The Vampire Slayer” endete.

Weniger als der desolate Zustand der Antriebseinheit bestürzte ihn die Tatsache, dass der von ihm angefragte Montage-Service zwei Landkreise entfernt, den Antrieb nicht nur nicht kulanzhalber kostenlos ersetzen, sondern auch gleich Stundenlohn (!) und Anfahrt (sic!) berechnen wollte.

Ich empfahl ihm eine mechanische Werkstatt zwecks Überholung der Einheit. Beim Ort stutzte er aber. Das sei ja in der DDR, das ginge ja nun gar nicht!

Nun harre ich des Anrufes eines verzweifelnden Verkäufers von Onkel Toms Kleinem Baumarkt oder einer Trau-Baumarkt-Filiale in jener Region, dem ein älterer Herr den Vorschlag gemacht hat, ihm doch einen neuen Yoyodyne-Garagentotrieb. zu schenken.