Frauen mit Hipster-Bärten

In heimlichen Meetings diskutieren Manager über den neuen Standort des Unternehmens. Zwar diskutiere ich nicht mit, ich bin schliesslich kein Manager, aber ich bin natürlich informiert.

Das steht selbstverständlich in keiner Beziehung zu dem neuen Icon auf dem Display ihrer Iphone 6S, das sie ignorieren, weil sie es nicht kennen. Ich war nicht ohne Nutzen mal 450€-Kraft beim SVR.

Ihre Zielvorstellung ist ein chices Gebäude, in dem alle Büros auf einer Ebene angeordnet sind, vorzugsweise zwischen einem Starbucks und einem Bordell. Mein Bedarf geht eher zu einem Discounter und einer Roller-Werkstatt.

Überhaupt scheint das Ganze auf die Gentrifizierung von Yoyodyne Europe hin zu laufen. Wir haben ja schon seit Jahren niemanden mehr eingestellt, der nicht wenigstens einen Master-Abschluss nachweisen konnte. Da waren Hipster-Bärte selbst für weibliche Bewerber verpflichtend.

Wenn ich so darüber nachdenke – kein Wunder, dass der Neandertaler innerhalb von 72 Stunden nach seiner letzten Kündigung wieder eingestellt wurde. Immerhin ist er gelernter Handwerker, hat einen vollständigen Satz Schraubenschlüssel und kann Dinge reparieren. .

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Produkte, die die Welt braucht, Yoyodyne aber nicht

Ich plädierte im Meeting mit dem Marketing gegen die Einführung eines SmartHome-Systems für Yoyodyne-Garagentorantriebe. Die Entwicklungskosten eines solchen Produktes sind obszön hoch, wenn man sie mit denen für Lösungen vergleicht, die die Kunden schon längst auf dem Markt erwerben können.

Dazu kommt, dass die Hausbesitzer, die unsere Zielgruppe sind, sehr wahrscheinlich nicht zwei Apps haben wollen, von denen eine das Tor steuert, die andere alle anderen Funktionen im Haus. Schon deswegen wäre eine Kooperation mit dem einen oder anderen Anbieter, der schon auf dem Markt erfolgreich ist, für mich die bessere Wahl.

Denn schliesslich, was braucht es schon? Einen Aktuator mit potentialfreiem Ausgang, der an den Taster-Eingang des Antriebes angeschlossen wird, einen Lichtsensor, der zwischen hell und dunkel unterscheiden kann und das als Information “Tor auf” – “Tor zu” weitergibt und eine Lichtschranke, die Ein-Fehler-sicher ist.

Den Aktuator haben etliche Anbieter schon im Sortiment und wir die Lichtschranke. Der Sensor wird nur dann ein Problem, wenn wir statt eines fähigen Inscheniörs ein ganzes Team einsetzen.

Für Gotteslohn zuzüglich Mehrwertsteuer und Anfahrt

GSD

Manche Kunden sind… besonders. Jener, mit dem ich eben sprach, erzählte mir weitschweifig von seinem Genie-Garagentorantrieb. Nach meiner kleinen Liste hatte er ihn irgendwann in jener düsteren Vorzeit erworben, die mit der ersten Ausstrahlung von “Buffy The Vampire Slayer” endete.

Weniger als der desolate Zustand der Antriebseinheit bestürzte ihn die Tatsache, dass der von ihm angefragte Montage-Service zwei Landkreise entfernt, den Antrieb nicht nur nicht kulanzhalber kostenlos ersetzen, sondern auch gleich Stundenlohn (!) und Anfahrt (sic!) berechnen wollte.

Ich empfahl ihm eine mechanische Werkstatt zwecks Überholung der Einheit. Beim Ort stutzte er aber. Das sei ja in der DDR, das ginge ja nun gar nicht!

Nun harre ich des Anrufes eines verzweifelnden Verkäufers von Onkel Toms Kleinem Baumarkt oder einer Trau-Baumarkt-Filiale in jener Region, dem ein älterer Herr den Vorschlag gemacht hat, ihm doch einen neuen Yoyodyne-Garagentotrieb. zu schenken.

Kerima und Edna. Und Harvey

Als Abteilungsleiterassistentin zwischen zwei Abteilungsleitern hat Kerima gerade viel Zeit. Sie nutzte sie, um vor dem  örtlichem Standesamt und einem buddhistischem Priester am Strand von Jesolo ihren Verlobten zu heiraten. Davor hiess sie übrigens Kerima Abou-Chaker.

Nun limitieren die Gesetze der Republik die Verwendung von Bindestrichen bei Bürgerlichen. Zwei im Nachnamen zu haben steht allein dem Adel zu, Menschen eben wie dem Prinzen zu Solm-Hohensolms-Lich. Daher heisst sie jetzt Kerima Abou-Rosenzweig. Wir haben uns daran schon gewöhnt.

Die Buchhaltung verstärkte unlängst Edna, eine dynamische, rundliche, junge Dame, die gerade mal so gross ist wie Elise Bauman. Sie ist sehr nett, unterhält sich aber vielleicht ein bisschen viel mit einem blauen Stoffhasen auf ihrem Schreibtisch. Daran haben wir uns noch nicht so ganz gewöhnt.

Er heisst übrigens Harvey, und ich mag ihn nicht. Ich glaube nämlich, dass er ziemlich viel kifft.

Annie Briggs ist cool, ich nicht

Ich weiss, wer Elviras Nachfolger werden wird. Doch keine Panik – ich bin es nicht. Ich stehe soweit unten in der Organisation, dass sich niemand meines zwanzigjährigen Firmenjubiläums erinnerte.

Der Delinquent ist ein ehemaliger Mitarbeiter, der die letzten Jahren als Angestellter eines unserer Kunden damit verbracht hat, Karriere zu machen. Wilhelmina Peppermunt und Charles sollten hoch in seiner Gunst stehen, sind sie doch wie er Wolsanier. Und man kennt ja dieses Völkchen.

Von mir wird er, sobald er sich mit einiger Mühe meiner Existenz erinnert hat, annehmen, dass es mir an Ehrgeiz oder Fähigkeiten fehlt. Er weiss nichts von den Schulungen, die ich gehalten habe, von den Kenntnissen, die ich mir in all den Jahren erworben habe, den Kämpfen, die ich ausgestanden habe.

Eines Tages werde ich in Rente gehen, und mein Vorgesetzer wird unweigerlich fragen, wer ich war, sobald die Türe sich hinter mir geschlossen hat. .

Low-Calorie Sacrifice to the Goddess Minnie Mouse

Mit einem Glas elsässischen Schaumweines in der Hand verkündete uns Elvira gestern abend, wo sie ihre Karriere nun weiterführen würde. Ich war sowohl neugierig als auch leicht gestört. Immerhin war ich gerade in ein Gespräch über Thanatologie mit einem Schweinefilet in Sosse vertieft gewesen.

Wie es aussieht übernimmt sie die Leitung der Marketing-Abteilung von “James Cooper Nachfolger”, einem regional führenden Betrieb der Arzneimittel-Branche. Der ungewöhnliche Name leitet sich von einem Jim Cooper ab, der das Unternehmen 1924 ursprünglich in Chicago gründete.

Die Inhaber, Rolf und Alexandra Becker, wollen den Vertrieb ihrer Schmerzmittel, der bisher noch recht unkompliziert  als Direktvertrieb B2C erfolgte, ausweiten und neue Marktsegmente erschliessen.

Da geht es natürlich auch um neue Produkte wie Hautcremes und Augentropfen mit Schmerzmitteln und stärkere Schmerzmittel. Was für Pferde gut ist, kann für Menschen nicht schlecht sein.

Dazu meinte sie, wir würden überrascht sein, wenn wir wüssten, wer ihr Nachfolger sei.  Ich habe da schon seit Tagen ein ganz merkwürdiges Gefühl.

Dass ichs nicht vergesse…

Dieser Post ist sozusagen eine Gedankenstütze für mich. Denn es gibt in meinem Metier gelegentlich Kunden, die nach älteren Fernbedienungen fragen, für kein Ersatz mehr lieferbar ist.

Bei denen kann ich einen chinesischen Universal-Empfänger samt Handsendern einsetzen:

Ricevitore

Der Anschluss erfolgt so:

Ricevitore (2)

Beim Anschluss ist eine Brücke zwischen 24V- und COM zu machen, während die Stromversorgung an 24+ und COM angelegt wird (linke Seite). Beim Relais-Ausgang (rechts) wird an NO und COM angeschlossen, NC bleibt frei, sofern es sich nicht um den recht seltenen Fall eines Öffner-Kontaktes am Antrieb handelt.

Das Ganze muss natürlich belegfrei und vorzugsweise gegen Barzahlung erfolgen. Der Empfänger hat keine Zulassung, und die Sender arbeiten auf der in der EU nicht zugelassenen Frequenz 315 Mhz. Folgerichtig sollte ich meine Vorgesetzten mit diesem Aspekt meines Fachwissens nicht belästigen. Das Set kostet 6,55 Ecu bei ebay bzw. wish.