Pornflakes

http://www1.wdr.de/radio/1live/on-air/sendungen/1live-krimi/pornflakes-100.html

Türklingel

Sie: „Ich komme“

Er: „Guten Tag. Ich bin der Klempner. Ich verlege Rohre. Hier gibt es eine feuchte Stelle, habe ich gehört. Ich soll mir das mal ansehen und ein paar Stichproben vornehmen. Stossmaterial habe ich selbstverständlich mitgebracht.“

Sie: „Na, wenn das so ist. Kommen Sie!“

Er: „Herein oder zu Sache?“

Sie kichert.

Sie: „Sie gehen ja ganz schön ran. Ich warte eigentlich noch auf meine Freundin, die müsste jeden Moment hier sein. Sie arbeitet drüben beim Italiener, im Fellatio. Meine Freundin macht die beste Latte der Stadt.“

Er: „Ich fürchte, heute ist mein Glückstag.“

Sie kichert wieder.

Er: „Aber erst einmal die Arbeit. Von daher würde ich mir jetzt gerne schon mal Deine feuchte Stelle ansehen. Als Vorspeise“

Sie atmet schwer.

Sie: „Und als Dessert will ich Dein Mandelhörnchen.“

Er: „Das ist aber mittlerweile schon ein bisschen hart geworden.“

Sie: „Hm, da läuft mir aber direkt eine Freudenträne den Oberschenkel herunter.“

Der Tod der Demokratie in 140 Zeichen

sms

Die Demokratie ist zum Tode verurteilt. Ihre Grundlage war die wortreiche Kommunikation wie sie die Athener auf der Agora zelebrierten, Mutter der Rhethorik von Gorgias bis Herbert Wehner.

Wo sich der Mensch in seiner Sprache aber auf 140 Zeichen beschränkt und seine Gedanken soweit verschlüsseln muss, dass nur noch ein kleiner Kreis von Eingeweihten sie versteht, hat sie ihre Basis verloren. Der Befehl hingegen und mit ihm das Militär und die Dikatur ist sparsamer in seiner Diktion.

Jay Griffiths verfolgt im Aeon-Magazin einen ähnlichen Gedanken, wenn er über Luigi Russolo spricht, einen Komponisten, der zur italienischen Futurismo-Bewegung gehörte, die in gewisser Weise dem Faschismus vorherging:

Language was reduced to shout, the hate-scream that features so heavily in contemporary libertarian discourse.

https://aeon.co/essays/the-macho-violent-culture-of-italian-fascism-was-prophetic?utm_source=Aeon+Newsletter&utm_campaign=50540abad5-EMAIL_CAMPAIGN_2017_02_08&utm_medium=email&utm_term=0_411a82e59d-50540abad5-69406069

Er unterstellt dann den Futuristen, nach einer Sprache ohne Grammatik gestrebt zu haben und wie es ordentliche Faschisten nun einmal tun, den Büchereien, Museen und Schulen den Krieg erklärt zu haben:

The Futurists sought a language ‘purified’ by removing grammar. … To the Futurists, grammar was merely a hindrance to a brutal gesture of noise. Like any good fascist, Marinetti called for the burning of libraries, museums and academies.

Dabei gibt es doch auch die Identitären, die per defintionem Neo-Nazis sind, die lesen und schreiben können.

http://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-hoerspiel/invasion-der-identitaeren-100.html

Die reduzierte Kommunikation begünstigt also die Tyrannis. Dass Donald Trump sich Twitters so hingebungsvoll bedient, sollte allein uns also schon zur Besorgnis Grund geben. Dass er sich von Erik Prince beraten lässt, ist in höchstem Mass beunruhigend.

Nach Angabe Jeremy Scahills, der sich auf einen ungenannten Informaten stützt, hat er Trump bei dessen Personalauswahl sowie bei Stellungnahmen zu Geheimdienst- und militärischen Fragen beraten[29

https://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Prince

Denn eine Frage ist noch offen – wenn es zum Konflikt zwischen Trump und dem Parlament kommt, wer verhaftet die Abgeordneten? Und diese Auseinandersetzung ist unvermeidlich, denken doch zumindest die Republikaner, sie wären an der Macht beteiligt, weil sie ja auch von denen gewählt wurden, die sich und die sie für Opfer halten. Der Skandal um Mad Mick Flynn gehört schon zu dieser Auseinandersetzung.

http://www.tagesschau.de/ausland/flynn-erklaerung-101.html

Griffiths sieht am Ende sogar eine Parallel zwischen Trump und dem Sonnengott:

Deus Invictus is typified in libertarianism and personified in Trump’s solar solipsism, with his backdrop of gold curtains, Twitter-roaring against the unbearable restraints of respect or social justice.

und schlägt dann – vielleicht ohne es zu wissen – eine Brücke zwischen Mitra und Azathoth:

An idiot divinity unleashed upon the world.

http://pathfinderwiki.com/wiki/Azathoth

Beyond the borders of tolerance pizza boxes are to be folded

„What we consider pathological, Yap pointed out, depends on what we consider normal. And European and American ideas of normal were neither necessarily the commonest nor the most healthy…“

Frank Bures, The Geography of Madness

https://www.amazon.de/Geography-Madness-Thieves-Strangest-Syndromes/dp/1612193722/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1468247596&sr=8-1&keywords=frank+bures

Wir falteten Pizza-Schachteln im Keller, die Kollegen Joe und Jack und ich, und bedachten die Geheimnisse des Lebens. Ihnen waren das die Fragen, wer mit welcher „Alten“ zusammen war und wer der Vater von Robins Kind ist. Ich war beeindruckt, wie häufig dieser Vorname in der Generation der Kinder ist, die ich nicht habe.

http://www.tanispodcast.com/

Die Geheimnisse, die mich beschäftigten, hatten mit der Suche nach Tanis zu tun, den Voodoo-Priesterinnen von New Orleans und einer besorgniserregenden Zunahme von Penis-Diebstählen in Nigeria. Das waren die Podcasts gewesen, die ich fahrenderweise vorher gehört hatte.

http://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-hoerspiel/voodoo-queen-100.html

Dieser Unterschied in der Wahrnehmung zieht sich als Trennlinie durch mein ganzes Leben. Hier Ihr, heisst es dann folgerichtig immer, dort ich, mal ausgegrenzt und isoliert, mal im Krieg mit Euch. So ist mein Leben, so ist meine Ehe. So bin ich untauglich, Eure Ansprüchen an mich als Mensch und Mann zu erfüllen. Paula lässt daran gerne keinen Zweifel.

http://www.livescience.com/55335-why-people-consider-normal-to-be-good.html

Mein Nachbar auch nicht. Er informierte mich über die anstehende Notwendigkeit, zwei Tannen im Garten zu fällen, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Da die in unserem Garten stehen, ging er davon aus, dass ich sie fälle (mir so die notwendigen Fertigkeiten unterstellend) oder fällen lasse (hier vermutend, dass ich das Geld dafür haben könnte.) An beidem fehlt es mir, und sie gelten in unserer Gesellschaft doch in gleicher Weise als Bestätigungen vorhandener Männlichkeit. Jetzt grüsst er mich nicht mehr.

Der auch

Ich bin der, der nicht ins Bild passt, der wahrscheinlich in keiner Kultur des Menschen ins Bild passt. Ich bin der Fremde, der die Grenzen der Toleranz definiert und immer jenseits davon ist. Ich bin ich und kann nur eines auch nur leidlich gut, nämlich ich sein. Immerhin erklärt das, warum Ihr mir so fremd sein. Um an dieser Stelle einmal The Doors zu zitieren: „People are Strange if You are a Stranger.“