Beyond the borders of tolerance pizza boxes are to be folded

„What we consider pathological, Yap pointed out, depends on what we consider normal. And European and American ideas of normal were neither necessarily the commonest nor the most healthy…“

Frank Bures, The Geography of Madness

https://www.amazon.de/Geography-Madness-Thieves-Strangest-Syndromes/dp/1612193722/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1468247596&sr=8-1&keywords=frank+bures

Wir falteten Pizza-Schachteln im Keller, die Kollegen Joe und Jack und ich, und bedachten die Geheimnisse des Lebens. Ihnen waren das die Fragen, wer mit welcher „Alten“ zusammen war und wer der Vater von Robins Kind ist. Ich war beeindruckt, wie häufig dieser Vorname in der Generation der Kinder ist, die ich nicht habe.

http://www.tanispodcast.com/

Die Geheimnisse, die mich beschäftigten, hatten mit der Suche nach Tanis zu tun, den Voodoo-Priesterinnen von New Orleans und einer besorgniserregenden Zunahme von Penis-Diebstählen in Nigeria. Das waren die Podcasts gewesen, die ich fahrenderweise vorher gehört hatte.

http://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-hoerspiel/voodoo-queen-100.html

Dieser Unterschied in der Wahrnehmung zieht sich als Trennlinie durch mein ganzes Leben. Hier Ihr, heisst es dann folgerichtig immer, dort ich, mal ausgegrenzt und isoliert, mal im Krieg mit Euch. So ist mein Leben, so ist meine Ehe. So bin ich untauglich, Eure Ansprüchen an mich als Mensch und Mann zu erfüllen. Paula lässt daran gerne keinen Zweifel.

http://www.livescience.com/55335-why-people-consider-normal-to-be-good.html

Mein Nachbar auch nicht. Er informierte mich über die anstehende Notwendigkeit, zwei Tannen im Garten zu fällen, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Da die in unserem Garten stehen, ging er davon aus, dass ich sie fälle (mir so die notwendigen Fertigkeiten unterstellend) oder fällen lasse (hier vermutend, dass ich das Geld dafür haben könnte.) An beidem fehlt es mir, und sie gelten in unserer Gesellschaft doch in gleicher Weise als Bestätigungen vorhandener Männlichkeit. Jetzt grüsst er mich nicht mehr.

Der auch

Ich bin der, der nicht ins Bild passt, der wahrscheinlich in keiner Kultur des Menschen ins Bild passt. Ich bin der Fremde, der die Grenzen der Toleranz definiert und immer jenseits davon ist. Ich bin ich und kann nur eines auch nur leidlich gut, nämlich ich sein. Immerhin erklärt das, warum Ihr mir so fremd sein. Um an dieser Stelle einmal The Doors zu zitieren: „People are Strange if You are a Stranger.“

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Grosse Kraft, keine Verantwortung

Mein Avatar ist, was ich in einem Spiegel sehe, der nicht an der Wand hängt. Ist man gezwungen, die Reise zu sich selbst zu unternehmen, sieht man irgendwann das innere Monster, das jeder in sich trägt. Das kann ein Vampir sein, ein Orc, ein Werwolf, die Auswahl an Spezies ist gross. Wie geht man mit diesem Monster um? Am Ende sollte man es doch irgendwie mögen können, schliesslich ist es ein Teil der eigenen Persönlichkeit.

Bei näherer Betrachtung erkannte ich in meinem Monster einen jener sympathischen Dimensionsreisenden von Perf, die ich aus den Büchern von Robert Asprin kannte. Also ist es eigentlich kein Monster im klassischen Sinn, nur jemand, der auf der Durchreise zu einem anderen Ort ist, ein Fremder, der anderen fremd erscheinen muss. „People are strange when you are a stranger.“ (The Doors: https://soundcloud.com/beeq/the-doors-people-are-strange)

Aber die Perfekten sind bei aller Sympathie eben auch Leute, mit denen man sich nicht anlegen sollte. Sie sind durchaus in der Lage, Gewalt anzuwenden und stehen im Ruf, unterlegene Gegner zu verspeisen und sexuelle Gepflogenheiten zu haben, die den meisten Nicht-Perfekten obszön erscheinen. Und sie sind schwer zu töten. Feuer ist eine Lösung. Am Hals aufhängen, bis sie tot sind, ist fruchtlos, weil sie daran einfach nicht sterben. Ihnen einen Wagen der unteren Mittelklasse über den Schädel zu ziehen, ist Kraftverschwendung.

Ich bin durch Robert Asprin verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass die Bewohner von Perf Perfekte heissen. Man nennt sie nicht Perverse… Klauen, messerscharfe Zähne, grosse Kraft, keine Verantwortung.

PhilFog1

(Zeichnung von Phil Foglio)