Natasha braucht einen Job


Paula versucht mich gerade, davon zu überzeugen, das ich sie unbedingt begleiten möchte. Und zwar zu der Weihnachtsfeier, die ihr Bruder für seine Mitarbeiter veranstaltet. 

Meine Motivation jedoch ist gering. Denn die Relation zwischen dem zu erwartenden Vergnügen und der Chance, mich und andere zu blamieren, ist nicht günstig. Es wäre aber gewiss sowohl meiner Beziehung zu meinem Schwager als auch seiner zu seinen Angestellten abträglich, wäre ich dort wie ich bin und täte, was ich auch sonst tue. 

Es ist mir doch sogar gelungen, das von mir so geschätzte Fräulein Negovanlis bei Instagram gegen mich aufzubringen. Denn ich erlaubte mir, unangenehm berührt von ihren verzweifelten Versuchen, sich zu Geld zu verhelfen, ihr ungefragt Vorschläge zu machen, wie sie ihrer Karriere als Künstlerin wieder aufhelfen könnte. 

Das sollte ich nicht tun. Nicht ungefragt anderen Ratschlägen geben, überhaupt nicht Anteil am Leben anderer nehmen. Sie mögen das nicht, die Menschen, weder das eine noch das andere. Wenn ich gebraucht werde, dann als Staffage, als Komparse ihres eigenen Lebens, der ihnen zu applaudieren hat. 

Mein Verhältnis zu den Menschen schreit nach hohen Mauern. Sehr, sehr hohe Mauern.  Selbstschussanlagen sind auch nicht von Nachteil. Und Nato-Draht.Rollenweise Nato-Draht.

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