Mercedes Morris ist lieb

Aus der letzten Episode von “Slasher” lernen wir, dass Mercedes Morris als durchgedrehte Killerin nicht überzeugt. Das überrascht nicht, wenn man sie vorher zum Beispiel in “Coupleish” gesehen hat. 

Sie ist einfach zu lieb, um überzeugend die blutige Klinge zu führen, und zu zierlich, um die Ergebnisse einer solchen Arbeit dann problemlos zu transportieren, wenn das Opfer schwerer ist als Joanne Vannicola. Deren Darstellung als psychisch kranke Stiefmutter war übrigens überzeugender als ihre Todesszene. 

Und die war immer noch besser gespielt als die Todesszene des Charakters von Ms. Morris. Diese Darstellung war ungerade so realistisch wie das Äquivalent von Laura Hollis am Ende der dritten Staffel von “Carmilla”. Beide halten in dieser Situation noch einen Monolog, die eine mit durchtrennter Halsschlagader, die andere ohne Lunge. 

Natürlich bestreite ich das Recht von Jen und Connor nicht, alle im Haus zu töten. Es sind immerhin Menschen, und von denen halte ich nicht viel. Aber ich erlaube mir den Hinweis, dass der Mord an Amy disputabel ist. Immerhin hatte sie ja wirklich keine Möglichkeit, den Thread zu löschen, der die Tragödie auslöst. 

Amy Chaos Chaos der Liebe

Von Mord zu Mord arbeite ich mich durch die dritte Staffel von “Slasher”. Im Augenblick ist die Frage, die mich am meisten beschäfigt, nicht die nach der Identität des Mörders mit dem Pseudonym “Der Druide”. Es ist die Frage, was Amy Chao durch ihre VR-Brille sah, als sie mit ihrem Lebensgefährten tat, was Menschen im Allgemeinen so gerne miteinander tun. 

Von einem ganz allgemeinen Interesse abgesehen, vergleiche ich, wie dieser asexuelle Charakter in der Serie gezeichnet wird, mit meinen eigenen Erfahrungen. Ihr entgeht zum Beispiel völlig, dass Kit mit ihr flirtet. Ich hingegen flirte gerne, vorzugsweise mit molligen Frauen, die halb so alt sind wie ich und mit wenig Erfolg. Ich würde gewiss stehenden Fusses Reissaus nehmen, ginge eine von ihnen darauf ein. 

Die Ungleichheit von Amys Verlangen und dem Xanders hat ein nicht unerhebliches Konflikt-Potential, das zum Tod Kits beiträgt. Denn Xander kann sich nicht vorstellen, dass Amy asexuell ist – ein Wort, das nie fällt, aber auf dem Display ihres Handys zu lesen ist, bevor sie Sex haben – und unterstellt ihr eine Beziehung mit Kit. Er bricht deshalb in dessen Wohnung ein und macht es ihm so unmöglich, in ihr vor dem Druiden Zuflucht zu finden. 

Diese Art Konflikt ist mir durchaus bekannt. Meine Sexualität wirft Paula mir regelmässig vor. Tatsächlich ist es wahrscheinlich ein Vorwurf, der ihr sogar besonders am Herzen liegt. Den Begriff Asexualität kennt sie nicht, die Existenz dieser Ausrichtung würde sie aber auch leugnen. 

Von Druiden, Barden und anderen Trägern der keltischen Kultur war bisher noch nichts zu sehen.

Genevieve DeGraves hat hübsche Brüste

Nach etlichen Episoden von “Slasher”, “Halloween”, “Scream” und ähnlichen Werken habe ich den Eindruck, dass das Genre der Horrorfilme zur Misogynie neigt. Welchen Grund sollte es sonst haben, dass es meist die sexuell aktive junge Frau als eine der ersten erwischt? 

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http://www.instapuma.com/media/2101237893430425079

Nehmen wir die so reizende Cassidy Olinski in “Slasher”. Wie vielen Menschen hätte sie noch Freude bereiten können, wieviele Matratzen auf ihrer Suche nach sexueller Selbstverwirklichung verwüsten können, hätte sie nicht ein unfreundlicher Mitbürger auf recht spektakuläre Weise gemetzelt? In dem Augenblick als der Killer ihr Gesicht in Lauge drückt, macht er eine Aussage über ihr Recht auf eben diese Selbstverwirklichung. 

https://www.theguardian.com/books/booksblog/2019/jul/30/inside-christian-purity-guides-joshua-harris-mike-pence-rule

Die Moral des Horrorfilms ist die Moral des Killers. Diese Typen sind in der Regel noch beschränkter als eine Baptistin mittleren Alters im Süden der USA und haben eine ähnliche Definition von gut und böse.