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In beklagenswerter Weise benachteiligt unsere Gesellschaft Männer. Von uns heisst es, wir seien triebgesteuert, verantwortungslos und ganz allgemein grobe Lackel.

Dabei habe ich zum Beispiel erst gestern trotz nicht unerheblichen Schneefalls Paula das Auto da gelassen und bin mit dem Motorroller gefahren. Dass der im Gegensatz zum Auto Winterreifen aufgezogen hatte, stand damit selbstverständlich in keiner Beziehung. Ich erreichte das weitläufige Firmengelände der Illinois Electro Door mit schneebedeckten Schultern, Eis auf den Brillengläsern und und im Vergaser, verzweifelt bereit, diese (Pantoffel-)Heldentat jedem meiner Kollegen entgegen zu halten, der es mit seinem Wagen nicht geschafft hatte.

Ich hatte es sogar auf der Strecke noch geschafft, zwei Pakete aufzugeben. Der Roller war nämlich direkt vor der Packstation stehen geblieben, und ich hatte, während der Reif im Vergaser sich wieder verflüssigte, rasch zwei e-bayern den Gegenwert jener nicht nennenswerten Beträge zukommen zu lassen, die sie mir freundlicherweise überwiesen hatten. Danach hatte ich wieder ein paar Bonuspunkte mehr bei meinpaket.de und konnte weiterfahren. Genaus bis zu einem Kreisel, an dem mein treues Fortbewegungsmittel um eine weitere Auszeit bat.

Nichts davon war so lustig, wie ich es beschreibe. Die Kälte war es nicht, die Furcht davor, weg zu rutschen, war es nicht und die Angst davor, dass der Roller wieder defekt sein könnte, war es auch nicht. In diesem Punkt zumindest konnte mich später der jüngere Lenoir im Telefongespräch beruhigen. Ganz normal sei es bei dieser Kombination aus niedrigen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und Verzweiflung, wenn der Vergaser vereise und mein Vehikel stehen bliebe.

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Die 50 Shades of Grey-Barbie

http://www.huffingtonpost.com/2014/11/19/barbie-computer-engineer_n_6187554.html

Barbie ist bekanntlich „anatomical incorrect“. Jetzt ist sie zur allgemeinen Überraschung auch political incorrect. Und dabei ist sie in „Barbie: I can be a computer engineer“ nicht anders als fast alle anderen und in ihrer Mehrheit vermutlich anatomisch korrekten Frauen. Denn nur 0,5 % aller Schülerinnen der letzten drei Klassen allgemeinbildender Schulen interessieren sich laut einer Studie des Allensbach-Institutes für eine Ausbildung in der IT.

Vermutlich wäre diese Zahl noch geringer, wüssten die jungen Damen, dass es in diesem Tätigkeitsfeld nicht darum geht, Videos per Whatsapp zu versenden. Ist Barbie also abgesehen von ihren anatomischen Unzulänglichkeiten realistisch? In diesem Fall erwarten uns als nächstes die Kawaii-Barbie mit niedlich-nuttigen Outfits à la Ariana Grande und kitschigen Accessoires, ein Crossover mit Hello Kitty und die Underground-Version einer 50 Shades-of-Grey-Barbie.

http://www.huffingtonpost.de/2014/11/23/studie-madchen-computerberufe_n_6206510.html?utm_hp_ref=germany

Denn unsere Gesellschaft ist einmal mehr im Umbruch. Sie leidet schon seit einiger Zeit an einem Missverhältnis zwischen Yin und Yang, an einem Übergewicht von Yang, das allzu oft denn auch in knallenge Leggins gepresst wird. Um Taylor Swift an dieser Stelle einmal frei zu zitieren: „You’re the King, Baby (but) I am your Queen“ (Blank Space).

Nun aber werden wir wohl einer neuen Generation junger Frauen ins zu stark geschminkte Gesicht sehen, die die Gleichberechtigung als zu anstrengend ablehnen. Anthropologisch gesehen reduzieren sich dann aber die Fortpflanzungschancen all jener jungen Männer aus der Mittelklasse, die zwangsläufig gut an diese Yang-Gesellschaft angepasst sind und von denen nun eine Paradigmenwechsel verlangt wird, dessen Werte denen ihrer Sozialisation entgegen gesetzt ist. Für die klassische Rolle des Ernährers/Fürsorgers fallen sie aber gleichzeitig schon deshalb aus, weil die Gehälter der typischen Berufe dieser sozialen Gruppe im Vergleich zum Preisanstieg dazu zu sehr gesunken sind.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/diw-studie-die-mittelschicht-fuerchtet-den-abstieg-seite-2/3462334-2.html

Sollten sie aber diese ökonomischen Möglichkeiten trotzdem irgendwann wieder erlangen, werden sie daraus wieder einen Anspruch auf Macht ableiten, auf die Rolle des Herrn im Hause. An dieser Stelle verschiebt sich dann vielleicht das Verhältnis zwischen Yin und Yang einmal mehr, diesmal eben wieder zu Gunsten des Yin, leider viel zu spät für mich, den inzwischen das Alter beugen wird, sofern es nicht der geistige Verfall ist, der mich davon abhalten wird, mich am intellektuellen Unterbau dieser Veränderung zu beteiligen. Und wie gerne täte ich es doch, bin ich doch mit dem Hinweis auf meine eigenen, durch die Pizzeria „Il Cazzo“ gesteigerten finanziellen Möglichkeiten an Paula einmal mehr gescheitert.

http://www.huffingtonpost.de/2014/11/24/erdogan-gleichberechtigung-unnatuerlich_n_6211140.html?utm_hp_ref=germany

So sind wir auf Herrn R. T. Erdogan angewiesen, einen selbst-ernannten Theologen aus der Türkei, der feststellt, dass die Gleichberechtigung per se der islamischen Lebensweise widerspricht. Alternativ können wir noch auf des Heiligen Paulus‘ 1. Korinther-Brief, Kapitel 14, zurück greifen, dem wir entnehmen können, dass auch die christliche Lebensweise eine Gleichberechtigung grundsätzlich nicht vorsieht: „Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. 35Wollen sie etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es steht den Weibern übel an, in der Gemeinde zu reden.…“

http://bibeltext.com/1_corinthians/14-34.htm