Mein Name ist Bond, Frau Bond

https://www.n-tv.de/leute/Mein-Name-ist-Bond-Frau-Bond-article17764896.html

Auch auf die Gefahr hin, nun gepudert und geteert, mit Mascara-Stäbchen aufgespießt, im Haarspray-Nebel erstickt oder mit Hermès-Tüchern erdrosselt zu werden: Eine Frau als Bond ist doof. Egal, ob sie eine Super-Frau ist.

Eine Frau als Bond ist doof, sagt Sabine Oelmann auf NTV.de.

Ein bisexueller James Bond allerdings hat einige Möglichkeiten, sage ich. Er kann in gewohnter Weise durch die Gegend toben und reichlich Flurschaden hinterlassen, um am Abend dann zu vernaschen, was gerade schön und zur Hand ist.

Er kann ein Poster von John Barrowman als Captain Jack Harkness an der Wand haben, den Leibwächter des wahnsinnigen Wissenschaftlers verführen und am Ende mit dessen Frau in den Sonnenuntergang fahren.

Why not? Und warum sollte nicht Sarah Michelle Gellar Miss Moneypenny spielen?

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Kauft nicht beim Österreicher!

Ich schrieb vor kurzem davon, dass man sich Vorurteile leisten können muss. Tatsächlich muss man sich die Menschen nach Hautfarbe, ethnischer und religiöser Zugehörigkeit aussuchen können, mit denen man sich umgibt oder in deren Abhängigkeit man steht. Ganz so einfach ist das aber in Wirklichkeit nicht.

Denn man kann sich zwar frei entscheiden, dass man Buffy The Vampire Slayer nicht gut findet, weil Sarah Michelle Gellar, Alyson Hannigan und Michelle Trachtenberg Jüdinnen sind, und man kann vielleicht Rihannas Musik ablehnen, weil sie schwarz ist, und die von Freddy Mercury, weil er schwul war. Aber es ist schwierig, den einzigen Arzt im Ort abzulehnen, weil er Perser ist, wenn man sich nicht leisten kann, zum nächsten Ort zu fahren, um zu einem nicht-arischen Arzt zu gehen.

Und es ist schwierig, Vorurteile gegen einen Arbeitgeber zu haben, der einen fair behandelt, gegen den Kollegen, der Arbeit, Sorge und Pizza am Mittagstisch mit einem teilt, und den Kunden, der einen ernährt, nur weil er dies oder jenes ist, dies oder jenes glaubt und diesen oder jene liebt. Das macht Vorurteile zu einem Privileg, das man sich in meinen Kreisen einfach nicht leisten kann.

Arm zu sein ist eben kein Vergnügen, fördert aber in meiner Wahrnehmung die Toleranz. Die Klingelbretter in Hagen, die für manche Wohnung arabische und deutsche, italienische und ukrainische, türkische und russische Namen kombinieren, scheinen mir darin Recht zu geben.

Und wieso hat keiner Vorurteile gegen Österreicher? Immerhin hat dieses Land vier Diktatoren hervor gebracht (Schuschnigg, Dollfuss, Hitler, Unger von Sternberg), einen kalifornischen Gouverneur, einen Serienmörder, die notorische amerikanische Politiker-Familie Bush und einen in der Darstellung von Natasha Negovanlis auch gut aussehenden Vampir. Gemessen an der Grösse dieses Staatswesens ist das einigermassen besorgniserregend.

Und wo sind die Vorurteile gegen Isländern? Von denen scheinen etliche von einer Amerindianerin abzustammen, die aus Vinland auf die Insel kam. Nach der strengen Auslegung der rassistischen Doktrin, wie sie vor zwei Generationen noch in den amerikanischen Südstaaten galt, macht sie das zu Mestizen.