Femme Fatale Im Schwarzen BH

An Lena-Lisa-Marie scheint doch mehr dran zu sein, als ich selbst nach einem Blick auf ihren gut gefüllten BH vermuten konnte. Jedenfalls für einen weiteren der Brüder des Kleinen Bruders.

Er verfiel jener jugendlichen Jezebel, so die Einschätzung seines strengst baptistischen Vaters, und suchte sich darauf eine eigene Wohnung. Die bezahlt die freundlichen Bundesrepublik. Der Staat sponsert auch seine Schulausbildung. Mit überraschenden Reife hat er sich schon eine Ausbildungsstelle gesichert.

Die Einrichtung ist eine altersgerechte Mischung aus billigen Möbeln und dem, was der Vermieter dort hat stehen lassen. Als Geschirrschrank dient ihm noch der Küchentisch. Der Computer ist selbst gebaut und das Mobiltelefon ein Samsung J5 mit einer Netzclub-Karte. Wir haben ihn vorhin einmal besucht, weil Paula, die seinen Vater hasst, beschlossen hat, ihn zu unterstützen.

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Leistung muss sich lohnen

Ein Kollege suchte eben im Büro nach Lola Perry. Er hatte am Handy Bluetooth-Geräte gesucht und dabei das alte Samsung S5230 gefunden, an dem ich diese Kennung eingestellt habe. Still schwieg ich von meiner Heldin, der lieben Dekanin, und ihrem Wunsch nach der Zerstörung der Erde.

Während Paula im Wohnzimmer stand und mich ob der von mir zu zahlenden Abfallentsorgungsgebühren meiner Schwester anschrie, bedachte ich meine Einstellung. Sollte ich hier nicht differenzieren?

Denn es spricht ja gewiss nichts dagegen, per se  zu hassen, was sich da übertreibend Sapiens nennt, aber dieser Einzelfall ist doch besonders. Immerhin hat sie mich jahrelang manipuliert, damit ich mich gering fühle, mich ausgenutzt und herum geschubst. Soviel Engagement muss man einfach anders werten. Leistung muss sich lohnen.

Ferngespräch nach Narnia

Meine Kollegin Sara konfrontierte mich eben mit einem für mich noch neuen Konzept. Statt wie ich jedes gebrauchte Mobiltelefon umgehend zu verkaufen, um das nachfolgende Gerät gegen zu finanzieren, setzt sie ihre gebrauchten Iphones für Aufgaben im Haushalt ein.

Ein Iphone 4 aus dem Nachlass ihrer Mutter z. B., das schon aus kindlicher Pietät nicht zu e-bay kann, hat die Aufgabe übertragen bekommen, als MP3-player und Radio für den Musikgenuss zu sorgen. Das unlängst in seiner Funktion als tragbare Fernsprechendstelleneinrichtung ersetzte Iphone 5 dient, fest in einem buchenen Kleiderschrank angebracht, der Kommunikation per Skype mit der Schwester in Narnia.

Welcher Verwendung könnte ich das Samsung S5230 aus meiner Schublade zuführen?

Die Töchter von Innana

Inanna hatte viele Erscheinungsformen und Gestalten. Hervortretend sind jedoch ihre Eigenschaften als Göttin der Liebe und des Geschlechtslebens, als kriegerische und eroberungssüchtige Gottheit. Des Weiteren gilt sie als Inbegriff alles Weiblichen, spielte aber auch als Gottheit des Königtums und Herrscherin eine bedeutende Rolle sowie als astrale Gottheit. Inanna konnte als männlich oder weiblich auftreten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Inanna

Zart klingelte ich an einer Haustüre in Panzerbach, unzart rief der ältere Herr hinter ihr seine Enkelin aus dem Keller. Sie erschien, umgehend gefolgt von zwei Freundinnen. Ich nahm pflichtgemäss den dreien dreiunddreissig Ecu ab. Die Enkelin reichte mir das Bare und fragte, ob in diesem Preise denn ich auch enthalten sei. Ich bedachte diesen Satz und auch, dass ihre Mutter wahrscheinlich jünger war als ich. Zart deutete ich an, einen jüngeren und ansehnlicheren Kollegen vorbei schicken zu wollen.

Dieser Gefahr so knapp entronnen, betrat ich das heimische Wohnzimmer, um Paula mit meinem Tablet in der Hand vorzufinden. Einem geringeren Mann hätte der Gedanke an seinen Browser-Verlauf Sorgen gemacht. Mich beunruhigte hingegen, was sie nicht tat. Wenn sie nämlich auf dem Tablet surfte, dann tat sie es nicht auf ihrem Sony Z. Und dafür musste es einen wirklich, wirklich guten Grund geben. Denn sonst legt sie dieses Smartphone nie weiter aus der Hand als ein Revolverheld im Italo-Western jenes Werkzeug, von dem sich seine Berufsbezeichnung ableitet.

Wie sich herausstellte, war das Sony in den Sleep of Death gefallen und blinkte als einziges Lebenszeichen noch zweimal rot. Ich war nicht überrascht. Es bestätigte nur meine Vorurteile über diese Marke. Schliesslich habe ich selbst ein Ony E1, das für die ersten drei Wochen seiner Existenz ein Sony E1 gewesen war. Dann hatte das S unerlaubt seinen Posten verlassen, ist seitdem auf der Flucht, vermutlich ins benachbarte Ausland, und vom Bundeskriminalamt zur Fahndung ausgeschrieben.

Sie jagte nun holzbeinig-stur ein neues Mobiltelefon nämlicher Marke und Spezifikation unter der Bedingung sofortigster Lieferung bei e-bay, rebuy und redcoon. Da gab es Zetts und Zett1 und Zett3 und Zett5 und Ickszett, meist noch mit Zusätzen wie Plus und Compact, farblich in Schwarz und Weiss und Kupfer und Silber-Limone gehalten, die jeweils sofort zu kaufen mir angeordnet wurde. Jeder solchen Anweisung begegnete ich, indem ich Hosen bügelte, Wäsche aufhängte oder etwas ähnliches tat, um danach mit einem neuen, recht ähnlichen, aber auf ein anderes Mobiltelefon zielenden Befehl konfrontiert zu werden.

Dabei machte sie mir noch einmal ganz klar, was sie alles nicht tun kann. Also, ein eigenes e-bay-Account anlegen zum Beispiel geht gar nicht. Das gleiche gilt übrigens auch für Amazon. Und völlig unmöglich und quasi undenkbar ist es, für einige Tage das android- und whatsapp-freie Reserve-Samsung S5230 zu benutzen. Gibt es schon eine Bezeichnung für eine psychische Störung, bei der man lieber gar kein Telefon mit sich trägt als eines ohne Whatsapp?

Unterbrochen wurde der Prozess nur durch einen Vortrag darüber, dass sie sich von mir scheiden lassen will, jedoch bitteschön ohne dass ich dabei ausziehe oder sich irgendetwas ändert. Sie wolle nur einfach im Falle einer Krankheit nicht Sorge für mich tragen müssen und sich meiner schliesslich gänzlich entledigen, sobald sie erst einmal das Erbe ihres Vaters erhalten habe.

Gegen Mitternacht ergab ich mich dann meinem Schicksal und bestellte ein Zettdrei aus erster Hand mit wenig Kilometern und Tüv, nahm aber am nächsten Morgen das defekte Smartphone mit in ein männlich-technisch dominiertes Umfeld. Das bekam ihm dann so gut, dass es tatsächlich aus seinem Koma zurück kehrte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass Maniac den Lade-Anschluss mit einer Büroklammer kurzschloss, bevor er es zuerst und für eine Zeit mit einem leistungsschwachen und schliesslich mit einem Original-Netzteil lud. Durch den Verkauf dieses Gerätes beabsichtige ich, nun den Ankauf seines Nachfolgers zu refinanzieren.

Bei dieser Gelegenheit habe ich übrigens gelernt, dass ich mein Odys-Tablet über einen der beiden Micro-USB-Anschlüsse laden kann, jedoch nicht mit dem 850 mA-Ladegerät meines Ony E1. Das Tablet braucht 2100 mA. Mindestens

Ich kann Entscheidungen treffen… ich tus nur einfach nicht

Meine phönizische Kollegin ist von der Ernennung Elviras zu unserer Vorgesetzten recht angetan oder tut wenigstens leidlich überzeugend so. Es sei, so sagt sie, die beste ihr vorstellbare Lösung.

Das sagt wohl etwas über ihr Vorstellungsvermögen aus. Ich kann mir auch so allerhand vorstellen, bin dabei aber von Erfahrungen behindert, bei denen die Mastress of the Dark einige der saublödesten Ideen der Firmengeschichte mitverantwortet und ähnlich vehement vertreten hat.

Ich selbst begegne Entscheidungen mit einer gewissen Verweigerungshaltung. Das liegt daran, dass ich mich seit vielen Jahren an keine Entscheidung erinnern kann, die nicht falsch gewesen sei. Ob es um den Kauf eines Mobiltelefones ging oder um die Frage, ob ich mit Paula zusammen bleiben sollte, jede Entscheidung, die ich getroffen habe, war falsch. Und das begann ganz offensichtlich schon mit der Frage, ob ich Nebelheim verlassen und ins Grenzland zurückgehen sollte.

Für die Zeit davor behaupte ich selektive Amnesie. Es mag sich auch um Verdrängung handeln, um eine Vergangenheit zu verklären, in der ich ebenso lebensuntauglich war wie heute.

Im Hinblick auf das vorzeitige Ableben meines chinesischen No-Name-Telefones habe ich eben beschlossen, fürderhin zu behaupten, dass das die Folge des Versuches war, seinen Akkumulator mit einem sehr preiswerten Kfz-Ladegerät in einem sehr, sehr heissen Kleinwagen aufzufüllen. Danach waren diverse Dateien beschädigt in einem Ordner auf meiner SD-Karte ; damit kann ich diese Theorie untermauern, um mir selbst gegenüber zu belegen, dass ich a) doch in der Lage bin, Entscheidungen zu treffen, und b) sie auch richtig sein können.

Schuld an jenem Desaster, das mich zwingt, im Augenblick ein Samsung S5230 zu benutzen, sind also die mir wie üblich feindlich gesinnten Umstände, möglicherweise aber auch eine chinesische Spionage-Software.

Gesucht: Einsame Insel

Paula stand vor der Couch und tobte. Aber ich kann nicht sagen, worum es ging, denn je mehr sie sprach und je lauter, desto müder wurde ich. Am Ende fand ich mein Tablet und das Samsung-Handy im Mülleimer wieder. Irgendwie gibt mir das das Gefühl, das sie mit der Gesamt-Situation nicht zufrieden ist. Da haben wir ja schon einmal einiges gemeinsam.

Gemeinsam ist uns da auch die Unfähigkeit, eine Lösung zu finden. Denn wir haben uns über die Jahre nicht nur emotional, sondern auch finanziell in manche Unwägbarkeit verstrickt, zu der uns die Rechnung präsentiert wird, wenn wir uns trennen. Für solche Lebenssituationen sagt das deutsche Sprichwort nicht unzutreffend: „Für jeden kommt einmal die Stunde der Wahrheit. Dann heisst es lügen, lügen, lügen!“ Aber ob das auch bei Vorfälligkeiten hilft?

Wie es bei ihr steht, weiss ich nicht. Ich aber bin recht fest entschlossen, mich danach von den Menschen fern zu halten. Denn so wenig umfassend meine Erfahrungen mit Beziehungen auch sein mögen, ich kann mich keiner erinnern, in der ich dem anderen Menschen nicht peinlich und unangenehm war. Und mehr noch als das macht mir der Gedanke an die Person Angst, die verzweifelt genug ist, sich trotzdem für mich zu interessieren.

 

Schick is scho

5230Photos

Orientierungslos werkele ich an einem Samsung S5230, das ich für Paulas Busenfreundin verkaufen soll. Tatsächlich habe ich diese Aufgabe nur übernommen, um an diesem Stück Hard- und Software herum spielen zu können. Prinzipiell gehört das Handy offensichtlich in die gleiche halbgetakelte Klasse wie das Motorola Wilder und die Nokia Ashas, Artefakte aus einer Zeit des Übergangs vom Mobiltelefon mit Tasten zum Smartphone.

In dieser Klasse gibt es einige Modelle, deren Hardware wlan und deren Betriebssystem Whatsapp unterstützt, ein Programm, das dieser Tage nun einmal die „Killer-App“ ist. Dazu gehören eine Reihe von Nokias wie mein treues Asha 309 und seine Geschwister-Typen 310, 311, 500, 501 und 503. Einige andere Typen aus der Asha-Serie haben zwar kein wlan, bieten aber immerhin noch Whatsapp. Mit einer hinlänglich grossen Datenflat oder einem hinlänglich kleinen Mitteilungsbedürfnis kommt man also auch mit den Typen 230, 305, 306 und 308 noch recht gut zurecht.

Dann gibt es einige Samsung-Modelle wie das Star 2, Star 3, Corby 2, Rex 70, Rex 80 und Rex 90, die zwar wlan bieten, den Benutzer bei der Kommunikation aber nur zwischen e-mail, Facebook und Twitter wählen lassen. Ganz unten, weil weder mit wlan noch Whatsapp gerüstet, rangieren schliesslich Geräte wie das Motorola Wilder mit dem exotischen Betriebssystem Brew, das Samsung Corby, das Rex 60 und sein Vorgänger, das Star, das ich gerade planlos erfolgreich wieder belebt habe. Während ich mit der anderen Hand Kunden-Anfragen nach Ersatzteile für Antriebe aus den späten 70er Jahren beantwortet habe, ist es mir jetzt tatsächlich gelungen, einen anderen Bildschirmhintergrund einzustellen, das Betreiber-Logo auf dem Display zu verschieben und Zeit und Datum zu aktualisieren.

Gedacht wurde bei der Entwicklung des Star ganz anders als beim Asha. Ich muss es über eine Taste rechts am Gehäuse aktivieren. Das kann ich beim Nokia 309 zwar auch, tue es aber fast immer über die Auflegen-Taste auf der Vorderseite. Das geht beim Star für eine bestimmte Zeit auch, dann aber wird diese Funktion tatsächlich hörbar abgeschaltet. Wo mein Asha dann einen nach rechts (für Linkshänder nach links) zu verschiebenden Screensaver hat, sehe ich bei diesem Teil nur behindert von einer Sperrfunktion schon auf den Bildschirmhintergrund.

Habe ich sie deaktiviert, sind unten drei Felder für das Tastenfeld, das Telefonbuch und das Menü und links eine ausklappbare Leiste mit Widgets. Beim Asha habe ich direkt die Icons der verschiedenen Apps vor mir, die ich mir nach Häufigkeit der Benutzung selbst auf dem Start-Bildschirm sortieren oder auch auf einen zweiten Bildschirm verschieben kann. Auf einem dritten Bildschirm habe ich ein Programm aus einer kleinen Auswahl im Hintergrund bereit stehen.

Die Installation zusätzlicher Apps kann beim Nokia Asha per Kabel vom PC erfolgen. Hier wird einfach das Programm auf die Speicherkarte kopiert und danach vom Handy selbstständig gefunden. Beim Samsung habe ich keine Installation versucht. Es war kein passendes Datenkabel dabei, und die Beschreibung, die ich im Internet fand, schien mir befremdlich: „Lade dieses Programm herunter. Lade dieses Program herunter. Rezitiere den dritten Gesang des Zdynok Barshat über die zweite Hölle. Mach ein Java-Update. Gib als Master Passwort die #9072641# ein. Verbrenne nun Weihrauch für Herrn Buddha – Schon fertig.“

Dafür wirkt das Star im Vergleich zum Asha relativ elegant und kann mit Smart Touch bedient werden. Dabei wird dann ein Zeichen mit dem Finger auf den Touch Screen gemalt, um das Star zu entsperren. In Verbindung mit dem Mangel an GPS, Whatsapp und dem niedrigen Preis bei e-bay und in den Kleinanzeigen scheint mir dieses Telefon in besonderer Weise drogenhändlertauglich, speziell wenn mit den kostenlosen Sim-Karten von O2, Vodafone, Lebara und Lycamobile kombiniert.

Eine von denen ersetzt der Busenfreundin jetzt meine Zweit-Congstar-Vertrags-Sim-Karte. Denn in einem lichten Moment ergoogelte ich mir, dass ich den Vertrag zwar Paula, aber nicht ihr übertragen dürfte. Damit entfiel eine der wesentlichen Bedingungen für diese Kombination, und ich wurde in diesem Punkt ihrer frei.

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