The Church-Bat’s Ears

„Thou shalt not bind the church-bat’s ears; and the labourer is worthy of his reward.“ As the Book Timorous in St Cyriac’s Exceptionally New Testament has it. Of course, you may not consider yourself a ‚labourer‘. Or a ‚him‘.”

Wenn ich spiele, dann vornehmlich “Fallen London” und hin und wieder “Seafight”. Fern jedoch seien mir alle Spiele, die die Mitwirkung anderer erfordern. Schliesslich weiss ich, was diese anderen, vornehmlich handelt es sich dabei ja um Menschen, hinterher von mir denken.

Trotzdem habe ich einen besonders trägen Nachmittag damit verbracht, mich über “Warhammer 40.000” zu informieren. Insgesamt scheint es eine byzantineske Variante von “Saber Rider und die Starsheriffs” zu sein, voller dunkler Versatzstücke aus anderen Romanen, ungezügelter Mutation und gargantuesker Schlachten.

Statt aus der Phantomzone greifen der Feind aus dem Warpraum an, auf den die Menschen allerdings als Abkürzung angewiesen sind, wollen sie irgendeinen anderen Planeten in weniger als ein paar tausend Jahren erreichen. Das Ganze ist allerdings recht aufgebläht von den Hormonen junger Männer und so für mich unübersichtlich.

Ich würde also das Ganze ein wenig niedriger aufhängen… Das Neue Menschenreich umfasst dabei einige tausend Sonnensysteme in einem Spiralarm der Galaxie unter der gütigen Herrschaft des Basileus, eines extrem verschlagenen 200 Jahre alten Feudalen.

Von Demokratie und freier Meinungsäusserung hält der wenig, sorgt aber für politische und wirtschaftliche Stabilität. Das heisst leider nicht, dass es seinen Untertanen mehrheitlich gut geht. Innenpolitisch geht es ihm also vor allem darum, die Unterschicht da zu halten, wo sie seiner Ansicht nach hin gehört, nämlich unten. Für die Prinzen, Generäle, Gouverneure, Spitzel und diverse schöne Frauen geht es parallel vor allem darum, ein Plätzchen in seiner Gunst zu ergattern. Verschwörungen und Attentate sind anerkannte politische Gestaltungsmittel, religiöse Orden agieren nicht nur im Hintergrund.

In seiner Jugend war das Menschenreich bedeutend grösser gewesen, aber ein Riss zwischen den Dimensionen hatte das “Altreich” im nächsten Spiralarm zerstört. Inzwischen hat man sich dort zwar wieder erholt, ist technologisch aber immer noch weit zurück. Dort pflegt man eine alberne Gesellschaftsform namens Demokratie, das mal mit mehr, mal weniger Erfolg. Putsch-Versuche der Streitkräfte, Austrittsversuche diverser Sonnensysteme und Regierungskrisen sind an der Tagesordnung, jeder hat eine Meinung und vertritt sie lauthals.

Politisch nimmt das Neue Menschenreich immer wieder Einfluss, gestützt auf seine grössere wirtschaftliche und militärische Stärke. Seit aber eine dritte Partei auftritt, geht es ein wenig direkter zu. Während der Basileus nämlich immer wieder erklärt, das “Altreich” schützen zu wollen, sieht er dabei gute Chancen, die beiden Staaten wieder zu vereinigen, und zwar unter der Führung des einzige Menschen, dem er diese Aufgabe zutraut. Das ist natürlich der Basileus selbst. .

Diese dritte Partei sind die Bewohner einer Paralleldimension. Niemand weiss, wieso es einen Riss, einen Übergang zwischen den Dimensionen gibt. Niemand weiss, ob die Schäden auf der anderen Seite so gross waren wie auf Alter Erde und den anderen Welten des “Altreichs”. Aber es ist klar, dass die Bewohner dieser anderen Seite, die “Anderen”, ein lebhaftes Interesse an unserer Seite haben. Es äussert sich in schnellen Vorstössen, bei der sie Technologie erbeuten, in verdeckten Forschungs- und Aufklärungsmissionen.

Bald wird sich zeigen, dass sie damit schon kurz nachdem das Gewebe zwischen den Realitäten zerriss, begonnen haben, und dass sie neben Informationen und Geräten auch Menschen gestohlen haben, deren Nachkommen nun ihre Armee bilden. Einige von ihnen wurden für einen Zweck genetisch optimiert, andere sind Mischlinge zwischen den Rassen, der Rest ist so wie Homo Sapiens Sapiens immer war. Also eher unsympathisch, oft ungewaschen und vor allem an Fortpflanzung und seinem eigenen Wohlergehen interessiert.

Für die Namen seiner Herren, der “Anderen”, könnte man die der Götter der Finsternis aus Karl Edward Wagner’s Romanen verwenden.

Das könnte ein Spiel sein oder Graphic Art, das könnte aber ebenso eine Romanreihe oder Shared Fiction sein. Ein solcher Entwurf lässt viel Platz für Helden und Schurken, Spione, Auftragsmörder, mutige Soldaten, schneidige Marineoffiziere, für Machismo und Heteronomaktivität und den Menschen, der/die seinen/ihren eigenen Weg suchen muss und mit diesem Normen in Konflikt kommt.

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Attack in Orange

Zu meiner grossen Freude verweigerte sich Paula dem Versuch, sie mit “Orange is the new Black” bekannt zu machen. Je weiter sie sich in ihr handgehäkeltes Taschen-Universum zurückzieht, desto weniger ist sie offen für Neues und zugleich geneigt, jemanden pervers zu finden. Kaum hatte eine mollige Afra einen prüfenden Blick auf die Möpse der Heldin geworfen, hiess es schon, ich sollte das Video abschalten. Ich hatte schon ein Binge Watching befürchtet.

Tommy Chong und der Kleine Bruder hatten mich mit einem Link zu einem Hort an Serien versorgt und mir “Attack On Titan” ans Herz gelegt. Davon habe ich aber erst eine Episode gesehen, abgelenkt von der Möglichkeit, die ersten beiden Folgen von BTVS noch einmal schauen zu können.

“Attack on Titan” variert zumindest am Anfang ein Thema, das im Anime immer wieder auftaucht, den Angriff einer anonymen Macht aus dem Quasi-Nichts auf die menschliche Zivilisation. Das wird vielleicht am schönsten in “Neon Genesis Evangelion” dargestellt und am frühesten in “Saber Rider and the Star Sheriffs”. Die Titanen, die Engel, die Outrider sind vor allem und überhaupt fremd. Sie sind sozusagen das Fremde an sich. Und sie können jederzeit und immer zuschlagen, blind für die Bedürfnisse der Menschen, ihre Ängste, ihre Schuld oder hypothetische Unschuld.

In dieser Hinsicht ähneln sie den griechischen Göttern, die mir als exzentrischem Eurozentriker näher liegen als die Kami des Shinto. Im Gegensatz zur Einstellung der Hellenen aber wappnen sich die Japaner mit sovielen Waffen wie möglich und von so grossem Kaliber als nur möglich und nehmen den Kampf auf. In wieweit da eine unterbewusste Erinnerung an die Bomberangriffe der Amerikaner im 2ten Weltkrieg auf ein als heilig empfundenes Japan mitschwingt, wäre ein Thema für eine Magister-Arbeit (also für einen anderen mit mehr Verstand).