Von urbaner Arroganz und dem fehlenden Silberlöffelchen

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Auf-dem-Land-geht-es-nicht-ohne-Auto-article21084968.html

Von urbaner Arroganz spricht der Herr Becker in diesem Text, der auf NTV erschienen ist. Da stimme ich ihm zu und widerspreche ihm zugleich. Denn in der Diskussion über die Abschaffung von Fahrzeugen, die nach den Systemen der Herren Otto und Diesel angetrieben werden, schwingt nicht nur urbane Arroganz mit, sondern auch die Arroganz der Wohlhabenden und der Jungen. 

Mikro-Mobilität mit Leihfahrrad und e-Scooter spielt in den Dörfern und Kleinstädten einfach keine Rolle. Wer die Innenstadt von Hagen nicht zu Fuss durchqueren kann, braucht keinen e-Scooter, sondern einen Elektro-Rollstuhl. Wer ausserhalb dieser Innenstadt wohnt, braucht ein motorgetriebenes Fahrzeug oder die Geduld eines Säulenheiligen, weil die Busse nun einmal nicht so oft verkehren, dafür aber an jedem Lindenbaum entlang ihrer Strecke halten und an mancher Eiche auch. 

Der Motor dieses Fahrzeugs kann dann im Prinzip auch ein elektrischer sein. Aber solange dieses Auto neu schnell doppelt soviel kostet wie sein Pendant mit Verbrennungsmotor, ist das für viele Menschen (noch) kein Thema. Ich nehme einmal an, dass mein Schwager genau deswegen immer noch mehr gebrauchte Diesel-Fahrzeuge verkauft als der Mercedes-Händler in Hagen Elektro-Autos. Das wird sich so schnell nicht ändern

Nicht jeder ist mit dem Silberlöffelchen im Schnabel geboren worden, auch wenn ihm auf die eine oder andere Weise ein Häuschen auf dem Land mit unverbaubarer Aussicht auf den nächsten Misthaufen zuteil wurde.