Salazars Rache

Eher zufällig habe ich jetzt den letzten Teil von “Pirates of the Caribbean” gesehen. Die Filmschaffenden blieben ihrer Tradition treu, ein fragmentarisches Drehbuch mit massiven Lücken in der Logik und opulenten Szenen aus dem Computer zu garnieren und den Rest  der Phantasie der Zuschauer zu überlassen. 

Nötig wäre dieser letzte Teil aber für die wohl nicht gewesen. Die Piraten sind darin heruntergekommene, alt gewordene Halunken, die mächtigen Mythen zuende, die ihnen Lebensraum boten wie die See. Carina Smith, Astronomin und Horologin, löst ihren Vater ab, den schrecklichen Piraten Hector Barbossa, der so oft vom Tod zurück kehrte, und ersetzt Magie mit Wissenschaft. Sogar Will Turner wird von seinem Fluch befreit und kehrt zu seiner Familie zurück.  

Am Schluss segelt Jack Sparrow mit den letzten überlebenden Piraten davon, ein Fossil, einer, der keine Fortsetzung mehr vor sich hat. Immerhin, er hat sein Schiff wieder, die ‘Black Pearl’. Und mehr wollte er ja eigentlich nie als das … yo ho, und ne Buddel voll Rum.  

https://www.youtube.com/watch?v=icD0D5hrjv4

https://www.youtube.com/watch?v=LkWQvzrv6gI

Kant im Spiegel des Stadtplanes

Auf der Suche nach der Kantstrasse in Panzerbach dachte ich darüber nach, welchen Einfluss der Kategorische Imperativ des Herrn Kant auf mein Leben habe. Ich fand keinen.

Das lag vielleicht daran, dass der Herr Kant sich als beamteter und lediger Professor von einem weitgehend verantwortungsfreien Standpunkt aus mit den Möglichkeiten der Menschen beschäftigte.Die meisten Entscheidungen treffen die Menschen nach meiner Beobachtung aber aus ihren Beschränkungen und Defiziten heraus, ohne sich von ihren Möglichkeiten behindern zu lassen.

Daher sind andere Philosophen wie Jesus, Mohammed und Jack Sparrow mit ihrer praktischen Erfahrung in Verantwortungspositionen wahrscheinlich bessere Ratgeber: „Nimm, was Du kriegen kannst. Und gib nichts wieder zurück.“ macht umwabert vom Geruch nach Pizza, Scaloppini und einem Salaire unter dem gesetzlichen Mindestlohn deutlich mehr Sinn als etwas, das „… da der Imperativ außer dem Gesetze nur die Notwendigkeit der Maxime enthält, diesem Gesetze gemäß zu sein…“ formuliert wird und bei dem jeder Satz drei Druckseiten/Tablet-Bildschirme lang ist.

„Wir sind doch schließlich alle irgendwie weitergekommen. Spirituell, dramatisch, menschlich“… auch räumlich. Den Gedanken unterbrach nämlich die Entdeckung, dass ich schon 200 m auf der Kantstrasse fuhr. Finanziell brachte mich diese Anfahrt allerdings nicht weiter. Der Kunde hatte abgezählt genau den Betrag zur Hand, der auf meinem Fahrer-Bon stand, eine Entscheidung, die weniger von seinen finanziellen Möglichkeiten als aus seinem Defizit an Mitgefühl für mich beeinflusst worden war.

Schliesslich muss ich ein Loch stopfen – in diesem Fall eines zwischen zwei Dachziegeln, denen der letzte Sturm zugesetzt hat. Meine zukünftige Ex-Gebäude-Versicherung hat auf einen Eigenanteil hingewiesen, der ihren Nutzen für mich nihiliert. Schweinebande!

Psychogramm eines Möchtegern-Berufsverbrechers

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