Manche bleiben immer oben

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ferdinand-Piech-laesst-gruessen-article21051290.html

Gerissen sind sie schon, die Agnelli, die heute auch mal Elkann heissen können. Im günstigsten Moment erwarben sie in krisenhaften Zeiten Chrysler. Dieses Unternehmen spielt heute 90% ihres Umsatzes ein.

Der FCA-Konzern, Fiat Chrysler Automobiles, verdient deshalb immer noch Geld, deshalb und weil sie die Investitionen in eine höchst ungewissen Zukunft eingefroren haben. Ihre Produkt-Palette sieht allerdings dann eben auch ein wenig… überlagert aus.

PSA, der Konzern hinter Peugeot, Citroen, Opel und Vauxhall, wollte vor kurzem die Gelegenheit nutzen, um FCA zu vereinnahmen, ein Unterfangen, bei dem die Agnelli am Ende vielleicht reich, aber ohne Macht zurück geblieben wären. Bei Renault scheinen sie sich da bessere Chancen auszurechnen.

Das ändert natürlich nichts daran, dass sie auch die Eigentümer von Ferrari und ein wichtiger Teilhaber von CNH Industrial sind. Was immer mit Fiat nach einer möglichen Fusion passiert, sie bekommen Geld aus Rennwagen, Sportwagen, Landmaschinen, Lastwagen, Bussen und Transportern. Selbst wenn FCA unterginge, blieben sie reich. Gerissene Gesellen halt.  

Das Wunderland

Ich betrat das Bankhaus Lombard in der Bahnhofstrasse um 14:00 Uhr. Irgendwann hatte diese Strasse einmal Kaiser-Wilhelm-Strasse gehiessen. Das war lange vor der Einführung des Internets gewesen, das fast alles kann, aber keine Schecks einreichen.

Für die Bankkauffrau hinter dem Schalter hingegen war das eine einfache Übung. Immerhin hatte sie gerade erst vor einigen Tagen diese Aufgabe schon einmal bewältigen müssen. Einige Minuten und eine Unterschrift später war ich in der Lage, die Rechnung der Zahnärztlichen Abrechnungsstelle per Überweisung zu begleichen.

Wo ich schon einmal in einer IRL-Bank war, zahlte ich auch ein Pfund Geldscheine ein, die sich so… angesammelt… hatten. Es ist immer wieder überraschend, wieviel zusammen kommt, wenn man von jeder Runde auf dem Pizza-Karussell einen Ecu abzweigt. Ich behielt soviel übrig, dass ich eine Übernachtung in einem preiswerten Hotel bezahlen konnte. Sicher ist sicher.

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon zwei Stunden unterwegs gewesen. Eine Stunde hatte ich für den Weg vom aktuellen Standort von Yoyodyne Europe zum neuen benötigt, eine halbe von dort dann zum Hauptbahnhof, wo ich mein Vehikel neben einer V-Clic parkte. Ich hätte schneller sein können, jedoch riet das unvertraute Terrain zu einer vorsichtigen Teilnahme am Strassenverkehr.

Der neue Unternehmenssitz befindet sich auf dem Gelände einer alten, denkmalgeschützten Drahtseilfabrik. Das Areal ist riesig, die Reiferbahn leer, die Werkhallen und Lagerräume auf der anderen Hälfte zum Teil ausgehöhlt und mit Büro-Containern gefüllt, zum anderen Teil zu Werkstätten umgebaut. Ein offener, aber überdachter Teil ist abschnittsweise eingezäunt.

Dort stehen dann Wohnmobile, alte Autos, Baumaschinen zur späteren Wiederverwendung.

Diese Disproportionalität und die Abgeschiedenheit von dem Stadtteil, zu dem die Anlage formell gehört, irritiert. Es scheint den Keim dauerhafter Unvollendung in sich zu tragen. Das hierzu befragte Buch der Wandlungen weist auf den Sinn und Nutzen von Schranken und Beschränkungen hin. Gerade sie aber fehlen in gewisser Weise.

Dafür hat es in der Umgebung ein Bordell und eine Roller-Werkstatt, die von Motorini-Pizzini. Die Befähigung des Herrn Pizzini zur Reparatur von La Mosca ist noch von ihm zu dokumentieren.  

Zum Bordell, das Wunderland heisst, kann ich noch nichts sagen, als das der Eintritt 70 Ecu kostet. Ein Betrag, der für die Leistungen angemessen sein mag, aber in keiner Relation zu meinem Mangel an Bedürfnis danach steht

Der einzige Discounter in leidlicher Umgebung liegt schon auf dem Gebiet jenes Stadtteiles, zu dem die Anlage gehört und nicht gehört.  Er ist wegen seiner Einwohner bekannt, die im Ruf stehen, fehlendes Geld durch kriminelle Energie zu ersetzen. Die meisten, die ich auf der Strasse sah, wären RTL2  für “Armes Deutschland” zu herunter gekommen gewesen.

Lüg! Mich! An!

Eingedenk des Versprechens eines Autos, das mir Paula gab, habe sie denn erst die Rente und einen Mini-Job mit 450 Ecu pro Monat, liess ich mir in der Roller-Werkstatt einer Prospekt von Motowell reichen. Sehr angetan war der Mechaniker meines Vertrauens von der Qualität dieser Fortbewegungsmittel, nie habe er in den letzten vier Jahren einen Motorschaden gesehen.

Es bremste ihn dann die Frage, ob man damit auch 12.000 km im Jahr bewältigen könne. Denn es habe wohl, meinte er dann, das noch keiner versucht, von dem er wüsste. Allerdings müsste man eine Motowell auch alle 3.000 km inspektionieren lassen. Das Pendant von Peugeot ist nicht wirklich teurer, muss aber nach den ersten beiden Inspektionen nur noch alle 5.000 km oder mit einem platten Reifen in die Werkstatt.

Ob mir klar ist, dass Paula mich (und sich) die Taschen voll lügt? Oh ja, und es sind die extra-grossen Satteltaschen, die man an ein fettes Motorrad hängt, wenn man für Gemma Morrow den Einkauf erledigen soll.

Ich weiss nur nicht, was ich mit dieser Erkenntnis anfangen soll.

Die Hoffnung ist eine kümmerliche Pflanze

Zart keimte meine Hoffnung, den Roller gegen ein Auto einzutauschen, La Mosca durch einen Vauxhall William oder Simca Twingo. zu ersetzen. Sie starb einen stillen Tod am Ende des Regals mit den Handschuhen beim spezialisierten Fachhandel.

https://www.louis.de/

Da wurde mir nämlich klar, dass Paula darauf bestehen würde, mir eine neue Motorradjacke zu kaufen. Das aber schliesst quasi aus, dass ich demnächst in einem geheizten und von meinem Mobiltelefon beschallten Auto sitze.

Das reduzierte Modell, für das wir uns dann entschieden, kostete soviel wie 43 Dosen Mac’s Tundra Ente, Pute & Fasan für Katzen. Ich sah die Viecher bereits dem Hungertod nahe.

http://www.macs-tiernahrung.de/index.php?route=product/product&product_id=425

Was ich nicht sah, war irgendein Grund, mit ihr darüber zu diskutieren. Meine alte Jacke war weder luft- noch wasserdicht und in ihrer optischen Erscheinung so beinträchtigt, dass immer wieder irgendwelche Hartz 4-Empfänger versuchten, mir einen auszugeben.

Es gab mir aber der Satz: “Weihnachten ist damit für Dich erledigt” eine gewisse Hoffnung, mich allen Überlegungen zu einem Geschenk für sie mit dem Hinweis auf unseren allgemeinen und besonderen Mangel an Geld entziehen zu können. Jedoch meint die Kollegin bei der Rentenversicherung, mit der ich eben sprach, die Auszahlung einer Nachzahlung noch vor ihrer eigenen Berentung versprechen zu können.

Ich habe nicht gefragt, wie alt sie ist. Ich habe in meiner Jugend gelernt, dass man das nicht tut.

Vauxhall William

Die Steuererklärung ist Gottes Gebot

Da ich deutlich älter bin als der Kleine Bruder sehe ich es als meine Pflicht an, ihn über jene Dinge aufzuklären, die im Leben wichtig sind. So legte ich ihm anhand des Matthäus-Evangeliums dar, dass er seine Steuererklärung machen muss.

Denn sagt nicht Jesus im Kapitel 22, Vers 21, dass man dem Kaiser (dem Staat) geben soll, was dem Kaiser ist. Von mehr war da nicht die Rede. Also immer schön abzählen, was man ihm in die Hand drückt.

Über dem zerlegten Roller hinweg, erläuterte ich ihm dann, dass dieses Vehikel mich dorthin befördern soll, wo ich Nahrung, Geld und Anerkennung bekomme. Es gibt nicht viele, die so gut von Yoyodyne sprechen; aber es ist auch niemand sonst mit Paula verheiratet.

Was sollte ich ihm sonst sagen? Dass ich zu feige bin, um ich selbst zu sein? Zu feige, um sie zu verlassen? Zu feige, um ganz alleine auf mich gestellt zu leben. Zu feige, um mich einer ziemlich wahrscheinlichen Insolvenz zu stellen?

Das wäre mir peinlich. So peinlich wie zuzugeben, dass die addierten und voll ausgeschöpften Überziehungskredite zweier Girokonten 10.000 Ecu ergeben. Meine finanzielle Situation ist das Äquivalent eines Standing Knock-Out.

Den Roller übrigens belebte weder der Austausch des Chokes noch der der Batterie oder der der Sicherung.

Das Dreieck als Basis des parkenden Rollers

Als die gravierendsten Probleme nach dem Unfall identifizierte ich an meinem Roller hinten ein Schwinden der Bremskraft und in der Mitte einen Mangel an Standfestigkeit.

Mein Versuch, den Roller nur mit Muskelkraft und Bremshebel vor dem Untergang zu retten, hatte den Nippel am Zuggegenhalter fast abgerissen. Gleichzeitig war der Halter, an dem der Hauptständer befestigt ist, schief gezogen worden. Die genaue Abfolge der Ereignisse ist mir allerdings immer noch nicht klar.

Im ersten Schritt ersetzte ich den Bremszug. Die Fähigkeit, im Falle eines Falles, an einer Kreuzung vielleicht und hinter einem Auto, anhalten zu können, schien mir recht wichtig. Auch wenn ich mit 50 km/h einen Berg hinunter fahre, könnte sie nützlich sein, ihr Fehlen dann auch von den Gendarmen kritisiert werden.

Nachdem ich die Investitition von 20,78 Ecu mental verarbeitet hatte, wandte ich mich dem Ständer zu. Es wäre mir nämlich auch unangenehm, stürzte das Vehikel um und fiele vielleicht gar auf das Auto einer Kollegin, gar einer jener selbstbewussten und gewaltbereiten Frauen, von denen es hier einige gibt.

Ich ergänzte die Ausstattung daher um eine gebrauchten Buzzetti-Seitenständer. Er tut, was er soll, und das mit einer Kraft, die mich an seiner CE-Konformität ebenso zweifeln lässt wie an meinen Wunsch, mit meinen Fingern in seinem Weg zu sein.

Ich muss jetzt noch den Bewegungsablauf anpassen, jene Gewohnheit, mit der ich seit 8 Jahren bei drei verschiedenen Rollern einen Hauptständer nach unten gedrückt habe, wenn ich mein Fahrzeug geparkt habe.  

Beide Ständer-Systeme nutzen übrigens das Dreieck als Basis. Im einen Fall ruht der Roller auf den beiden Zinken des Hauptständers und dem Vorderrad, im anderen auf den beiden Rädern und dem Seitenständer.

Staender.gif