Auf einer einsamen Insel

Paula hat eine beunruhigende Neigung dazu, das Leben anderer Menschen zu übernehmen, ob denen das gefällt oder nicht. Und wehe ihnen, wenn nicht! Vor einigen Tagen hat sie beschlossen, dem “Schwiegervater” zu einem Smartphone zu verhelfen. Der weiss von seinem Glück allerdings noch nichts.

Ich selbst beschränkte meinen Beitrag bisher auch auf einen Blick auf die Karten, auf denen die Mobilfunkanbieter die Verfügbarkeit ihrer Leistungen an den verschiedenen Orten Deutschlands darstellen. Ich weiss nicht, wovon ich mehr überrascht bin, von meinem logischen Ansatz oder davon, dass sein Haus auf einer Insel steht, wo Vodafone LTE sprudeln lässt.

Nicht überrascht war ich, als Paula die Information damit kommentierte, dass er dann ja das wlan seiner direkt daneben wohnenden Tochter in Anspruch nehmen könne.

Sie lebt in einer Art Parallelwelt, in der sich alles um eine immer noch wachsende Zahl von Katzen dreht, Dieter Bohlen ein Künstler ist, Taylor Swift ein amerikanisches Popsternchen und noch niemand von Carmilla Karnstein gehört hat.

Ungefähr 50% der Dinge, die sie zu mir sagt, machen keinen Sinn und sind vermutlich nur darauf ausgelegt, mir weh zu tun. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Oder wie Neil Gaiman wohl in einem Buch sagt, das ich nicht gelesen habe: “You don’t pass or fail at being a person, dear.”

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Dèja-vu

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