Fernsehen ist Opium für das Volk

Paula erzählt etwas. Vermutlich geht es entweder um ihr Leben oder darum, was sie von des Kleinen Bruders Vater hält. Das eine interessiert mich gerade in diesem Moment nicht, das andere ist nichts.

Viel lieber würde ich hören, was der Mann am nächsten Tisch von seiner Arbeit erzählt, von Geiseln, die mit dem Tod bedroht werden, von Brüdern, die ihre Schwester ertränken. Er liebt seinen Beruf, das ist zu hören.

Liegt es am Opipramol, das mir die Geduld für Paulas Gespräch fehlt? Oder ist das etwas, das zyklisch auftritt? Manchmal denke ich, dass sie eine Art Sprachstörung hat, die ihre Wortfindungsstörung ebenso erklärt wie die Drohungen, die Anweisungen und die Tropen. Die füllen dann einfach die Lücken, die ihre Störung lässt.

Das funktioniert dann wie bei den Tamarianern in Star Trek. Also eher nicht so gut.

Viele ihrer Ansichten stammen aus dem Hartz4TV, mit dem die Privatsender neben den Arbeitslosen auch die Kranken und Frührentner bespasst. In diesem Sinn ersetzt das Fernsehen heute die Kirche. Es liefert Speisevorschriften, Gebote und Verbote und Moderationen, die so festgelegt sind wie der Ablauf eines Gottesdienstes.

Aber keine Informationen über Sprach-Störungen wie ihre. Google ist auch ertraglos.

Werbeanzeigen