Fern‌ ‌ist‌ ‌das‌ ‌Land‌ ‌der‌ ‌Phäaken‌

Ich‌ ‌entzog‌ ‌mich‌ ‌einer‌ ‌weiteren‌ ‌Auseinandersetzung,‌ ‌deren‌ ‌Inhalt‌ ‌nur‌ ‌wieder‌ ‌war,‌ ‌dass‌ 
Paula‌ ‌meiner‌ ‌überdrüssig‌ ‌ist,‌ ‌und‌ ‌widmete‌ ‌mich‌ ‌der‌ ‌Bügelwäsche.‌ ‌Und‌ ‌Homer,‌ ‌dem‌ 
Einzigartigen,‌ ‌Odysseus,‌ ‌dem‌ ‌Göttergleichen,‌ ‌und‌ ‌der‌ ‌Göttin‌ ‌mit‌ ‌den‌ ‌strahlenden‌ ‌Augen.‌  
Sollte‌ ‌ich‌ ‌glauben,‌ ‌dass‌ ‌Scheria,‌ ‌das‌ ‌Land‌ ‌der‌ ‌Phäaken,‌ ‌existiere,‌ ‌suchte‌ ‌ich‌ ‌es‌ ‌an‌ ‌der‌ 
Nordküste‌ ‌Afrikas,‌ ‌vielleicht‌ ‌in‌ ‌Tunesien‌ ‌oder‌ ‌Algerien,‌ ‌oder‌ ‌auch‌ ‌auf‌ ‌Sizilien,‌ ‌das‌ ‌einst‌ 
fruchtbarer‌ ‌war‌ ‌als‌ ‌heute.‌ ‌Es‌ ‌müsste‌ ‌eine‌ ‌Halbinsel‌ ‌sein,‌ ‌auf‌ ‌drei‌ ‌Seiten‌ ‌vom‌ ‌Meer‌ 
umgeben,‌ ‌auf‌ ‌der‌ ‌vierten‌ ‌durch‌ ‌Berge‌ ‌vom‌ ‌Hinterland‌ ‌abgeschirmt,‌ ‌mit‌ ‌fruchtbarem‌ 
Ackerland‌ ‌und‌ ‌einem‌ ‌flachen‌ ‌Strand,‌ ‌um‌ ‌Schiffe‌ ‌zum‌ ‌Überwintern‌ ‌darauf‌ ‌zu‌ ‌ziehen.‌ 
Die‌ ‌Phäaken‌ ‌sind‌ ‌allerdings‌ ‌wahrscheinlich‌ ‌im‌ ‌Hauptberuf‌ ‌Piraten.‌ ‌Manches‌ ‌an‌ ‌der‌ 
Beschreibung,‌ ‌die‌ ‌der‌ ‌Blinde‌ ‌von‌ ‌diesem‌ ‌Volk‌ ‌gibt,‌ ‌erinnert‌ ‌nämlich‌ ‌durchaus‌ ‌sowohl‌ ‌an‌‌
Karthago‌ ‌als‌ ‌auch‌ ‌an‌ ‌die‌ ‌Stützpunkte‌ ‌der‌ ‌Barbaresken.‌ ‌Recht‌ ‌oft‌ ‌gebraucht‌ ‌der‌ ‌Sprecher‌‌
dieses‌ ‌Hörspiel‌ ‌die‌ ‌Worte‌ ‌Sklavin‌ ‌und‌ ‌Dienerin,‌ ‌wenn‌ ‌er‌ ‌von‌ ‌den‌ ‌Anwohnern‌ ‌spricht.‌  
Nehme‌ ‌ich‌ ‌dazu,‌ ‌dass‌ ‌Alkinoos‌ ‌seine‌ ‌Nichte‌ ‌geheiratet‌ ‌hat‌ ‌und‌ ‌nur‌ ‌allzu‌ ‌bereit‌ ‌ist,‌ ‌einem‌ ‌Wildfremden‌ ‌mit‌ ‌maritimer‌ ‌und‌ ‌militärischer‌ ‌Erfahrung‌ ‌Green‌ ‌Card,‌ ‌Unterbringung‌ ‌und‌ ‌die‌ ‌eigene‌ ‌Tochter‌ ‌anzubieten,‌ ‌mutmasse‌ ‌ich‌ ‌mal‌ ‌munter‌ ‌vor‌ ‌mich‌ ‌hin,‌ ‌dass‌ ‌die‌ ‌Personaldecke‌ ‌bei‌ ‌den‌ ‌freien‌ ‌Bürgern‌ ‌dünn‌ ‌ist.‌ ‌Dieser‌ ‌Fachkräftemangel‌ ‌ist‌ ‌vermutlich‌ ‌die‌ ‌Folge‌ ‌einer‌ erfolgreichen‌ ‌Teilnahme‌ ‌am‌ ‌Seevölkersturm‌ ‌als‌ ‌Piraten‌ ‌und‌ ‌eines‌ ‌geringen‌ ‌Zuzugs‌ ‌von‌ ‌Migranten‌ ‌aufgrund‌ ‌der‌ ‌abgeschiedenen‌ ‌Lage‌ ‌Scherias.‌ ‌ ‌
In‌ ‌diesem‌ ‌Sinne‌ ‌war,‌ ‌was‌ ‌sie‌ ‌Odysseus‌ ‌an‌ ‌Schätzen‌ ‌mitgaben,‌ ‌als‌ ‌er‌ ‌nach‌ ‌Ithaka‌ ‌
zurückkehrte,‌ ‌wohl‌ ‌eher‌ ‌sein‌ ‌Beuteanteil‌ ‌nach‌ ‌einem‌ ‌Aufenthalt,‌ ‌der‌ ‌nicht‌ ‌nur‌ ‌ein‌ ‌paar‌ ‌Tage‌ ‌gedauert‌ ‌hat.‌ ‌Überraschend‌ ‌wäre‌ ‌das‌ ‌nicht,‌ ‌denn‌ ‌der‌ ‌klare‌ ‌Sinn‌ ‌des‌ ‌Helden‌ ‌für‌ ‌materiellen‌ ‌Besitz‌ ‌wird‌ ‌von‌ ‌Homer‌ ‌ja‌ ‌mehrfach‌ ‌dargestellt.‌ ‌ ‌
Die‌ ‌Plünderung‌ ‌Trojas‌ ‌war‌ ‌nach‌ ‌zehn‌ ‌Jahren‌ ‌Krieg‌ ‌wohl‌ ‌wenig‌ ‌ertragreich,‌ ‌weil‌ ‌Priamos‌ ‌und‌ ‌Co.‌ ‌den‌ ‌Staatsschatz‌ ‌auf‌ ‌die‌ ‌Verteidigung‌ ‌verwendet‌ ‌hatten‌ ‌und‌ ‌durch‌ ‌die‌ Belagerung‌ ‌der‌ ‌Handel‌ ‌unterbrochen‌ ‌war.‌ ‌Nicht‌ ‌ohne‌ ‌Grund‌ ‌versucht‌ ‌sich‌ ‌Odysseus‌ ‌direkt‌ ‌nach‌ ‌seiner‌ ‌Abreise‌ ‌daran,‌ ‌die‌ ‌Kikonen‌ ‌zu‌ ‌auszurauben.‌ ‌Was‌ ‌ihm‌ ‌blieb,‌ ‌ging‌ ‌später‌ ‌mit‌ ‌seinem‌ ‌Schiff‌ ‌unter.‌ ‌

sadih

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Why, then, does Odysseus leave Calypso? Or, putting it the other way around, why doesn’t he stay? Maybe you think you know. But I believe the poem intends you to be puzzled. First off, Calypso is a nymph – she will always be a babe. Her breasts will never sag. Her bottom will always be firm. Her hair will be forever luxuriant and silky. She’ll always be fun in bed, and always, it seems, willing to go there. Moreover, she can make you immortal and give you eternal youth.

That mystery is a confounding one, but it is nothing compared with the second. Penelope is a middle-aged woman of around 40 – not old, certainly not in our terms, but not nubile either. Past childbearing, or soon to be past it, she is not a babe. Yet more than 100 princes (117 by my count), young enough to be her sons, have been paying court to her for three years, camped out in her palace, eating and drinking, while she and they grow older.

Contrast Odysseus with the suitors, again, and with his own son. We would never have heard of them if Odysseus had not killed the former and fathered the latter. They are not fit subjects for heroic poetry; he is. Consider the contest with Odysseus’ bow, in which Penelope challenges the suitors to string it. They cannot so much as draw it. Odysseus not only can draw it, but shoots an arrow through a line of axe heads with it. He is; they are wannabes.

But the Cyclops is only a very clear case of what is true of everything that happens to Odysseus from the time he leaves Troy to the time he leaves Calypso. Circe, who turns men to swine; the Lotus-eaters, who make men forget their homes and who they are; Hades, where the dead enjoy a semi-life: they are all threats to identity – all forms of death in life.

The threat Calypso poses to Odysseus, therefore, and the reason he describes her as ‘a dangerous nymph’, is a threat to his identity – a threat she carries out by depriving him of the world that gives him meaning, the world that provides the coordinates which give him a location in reality. The eternal life and youth she offers come at too high a price. To be Nobody forever is a living death.

When Odysseus leaves Calypso, and begins to travel towards the reality that is Ithaca, his first port of call is Phaeacia, which is semi-real (Phaeacian ships are self-piloting, for example, but they travel to real places). There he meets his own true self in the songs of the bard Demodocus, and begins to take on his real identity:

I am Odysseus, son of Laertes, known to the world
for every kind of craft – my fame has reached the skies.
Sunny Ithaca is my home.

I think I’d like to be dead now

carmilla3_36

Wer schreibt denn solche Sätze? In diesem Fall weiss ich, dass er von Jordan Hall stammt, die die allerletzte und schwächste Episode meiner Lieblings-Show um eine bissige Vampirin und ihre Geliebte geschrieben hat.

Diese Folge gibt nicht einmal der so begabten Annie Briggs Gelegenheit, ihre Fähigkeiten wirksam einzusetzen. Überhaupt ist sie wohl allein darauf ausgelegt, den Zuschauern ein Happy End zu geben, das logisch hier nicht mehr zu erwarten war, aber in einer Welt voller Hoffnung und Magie doch wieder eigentlich unvermeidlich ist.

Es gefiel mir fast allein die Schlussszene, in der die Heldinnen dem Untergrund entstiegen, um sich Toronto zu nähern, zum ersten Mal die reale Landkarte betretend wie Odysseus, wenn er am Strand von Ithaka erwacht und Zyklopen, Lotos-Esser, den Hades und die Götter hinter sich gelassen hat.

 Noch drastischer bringt uns natürlich der Hinweis auf den Executive Producer wieder in die Realität zurück. carmilla3_36-2

Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt vollends.

Should teen girls pick a college based on husband potential?

Zivilisation bedeutet, Menschen davon abzuhalten, das zu tun, worauf sie laut Anthropologie eigentlich programmiert sind. Deshalb sehen wir Mädchen schräg an, die mit 14 den Aschenbecher für ihren Joint auf ihrem Umstandsbauch abstellen können, und finden junge Männer furchtbar, die sich mit anderen jungen Männern prügeln, nur weil die von der anderen Strassenseite sind. Ungefähr so war der Trojanische Krieg wahrscheinlich aber in Wirklichkeit. Homers Beschreibungen des Achilles, des Agamemnon, des Ajax sind die von Halbstarken, allein Odysseus wirkt erwachsen.

In unserer Zivilisation studieren mehr junge Frauen als junge Männer. Frauen jedoch suchen für die Fortpflanzung Männer, die ihnen das Gefühl geben, sie und ihren Nachwuchs später auch ernähren zu können. Das wird mit gleichem oder höherem sozialen Stand assoziiert, ein adäquates Einkommen ist insgesamt dann nicht nachteilig.

Hieraus ergibt sich nun ein Missverhältnis, das Einfluss auf die Fortpflanzungschancen beider Parteien hat, die der Männer, die mit einer „gewöhnlichen“ Berufsausbildung nicht der Zielgruppe entsprechen, die der Frauen, weil die Zielgruppe sich durch das Übergewicht (nicht dass ihrer Hüften, nein, dass der Studentinnen gegenüber den Studenten) verkleinert. Zwar holen die Herren (einst der Schöpfung, aber die Zeiten sind hart) später im Leben auf, aber die Chancen als Techniker mit Abschluss von der Abendschule bei einer Dame zu punkten, die Kunstgeschichte studiert hat, sind schlecht.

In dem oben gelinkten Artikel von Fusion.net wird diskutiert, ob eine Absolventin einer amerikanische Oberschule eine möglichst gleichmässige Verteilung beider Geschlechter bei der Auswahl eines Kollegiums für ihr Studium berücksichtigen sollte, um ihre Chancen auf Fortpflanzung zu verbessern. Das kann, so es sich nicht einfach um Sartire handelt, nur eine Einzelfalllösung sein.

Es bedarf statt dessen einer Neu-Bewertung der Geschlechter-Rollen. Dazu gehört auch eine Abkehr von der Vorstellung, jedes Mädchen müsse studieren, nur weil es Papas kleines Prinzesschen ist. Es bedarf eines anderen Schulsystems, das die Bedürfnisse von Jungen berücksichtigt und sie fördert. Es bedarf einer besseren Entlohnung auch sogenannter „normaler“ Tätigkeiten.

Sag ich mal. Das zum Titel gewählte Zitat stammt übrigens von Otto von Bismarck, dem notorischen Vertreter eines in die Politik übertragenen Pragmatismus.

Ungleiche Schwestern- weibliche Archetypen im Epos

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