Was NatVanlis kann, kann ich auch

Fassen wir doch einmal zusammen… ich schaffe es morgens kaum noch aus dem Bett, bin fast immer traurig, oft aggressiv, kann mich schlecht konzentrieren und bin neuerdings auch noch rührselig.

Zwar könnte ich behaupten, dass es ganz normal ist, wenn ein Mann Mitte 50 weint, wenn er an die Liebe zwischen Dr. Who und River Song denkt, aber ich glaube nicht, dass man mir das abnimmt. Nicht einmal ich glaube mir das.

Nun braucht man manchmal jemanden, der einen in den Arm nimmt und manchmal einen, der einem nur beim Ölwechsel hilft, damit man nicht vergisst, dass man nicht ganz allein in dieser Welt ist. Aber manchmal braucht man auch einen Profi.

Nicht sicher, ob ein Profi-Killer in meinem finanziellen Rahmen läge, entschied ich mich stattdessen für einen Arzt. Dank Krankenversicherung konnte ich mir den auf jeden Fall leisten. Der hörte sich kurz die Symptome an und zog seinen Kugelschreiber so schnell wie Lucky Luke seinen Colt, um mir eine 50er Packung eines handelsüblichen Anti-Depressivums zu verschreiben.

Jetzt stehe ich vor meinem ersten Drogen-Experiment. Und es ist ganz legal. Ich war spontan so begeistert, dass ich Paula auch eine Tablette anbot. Die meinte allerdings, ich sollte gefälligst meine Probleme lösen, statt auf die Wunder der Wissenschaft zu setzen. Sie benutzte allerdings einen anderen Begriff, der kürzer war.

In irgendeinem Post von NatVanlis habe ich gelesen, dass sie auch Antidepressiva nimmt. Das kann ich dann ja wohl auch.

In den Sonnenuntergang reiten – für Fortgeschrittene

Gerne stelle ich mir vor, nach einigen geschickten Vorbereitungen eines Morgens La Mosca zu besteigen, um vorgeblich meiner Arbeit zuzustreben, statt dessen aber den Roller auf dem Parkplatz vor meiner Arbeitsstelle auf einen gemieteten Kleintransporter zu verladen.

Irgendwo auf einem Rastplatz würde ich meine Sim-Karte wechseln, so unerreichbar werdend und alle für mich unerreichbar machend, derer ich überdrüssig bin. Ein Auswanderer wäre ich so in einer neuen Welt, die ich selbst schüfe, ihren Eingeborenen frei begegnend, da ich selbst frei wäre.

Unweigerlich holte mich aber mein früheres Leben ein, wenn die Bausparkasse an meine Türe klopfte und Tilgung und Zinsen für das Haus forderte, in dem zu wohnen ich mich weigerte, verweigerte ich mich doch dem Menschen, der dort wohnte. Auch Versicherungen und Finanzämter sind findig, wenn es darum geht, ihre Schuldner zu finden.

Maniac hat bereits beantragt, dass ich seine Handy-Nummer in diesem Fall nicht aus meinem Speicher lösche.

Lucky Luke hatte es damals einfacher. Er allerdings lebte ja auch unbeweibt und schuldenfrei.