WTF?

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Danke!

Manche Dinge nehmen wir als gegeben an. IBAN zum Beispiel ist inzwischen so fest in unserem Bewusstsein verdrahtet, dass wir uns eine obskure Vergangenheit ohne nicht einmal vorstellen können. Höchstens, dass wir den Wilden jenseits des Zaunes, in Russland etwa oder auf den Philippinen oder in Lankhmar, zutrauen, Geld auf andere Weise von einem Konto zum anderen zu befördern.

Und da konfrontiert mich dann eine ältere Dame mit ihrem Versuch, Geld aus dem Königreich der Schweden nach Luxemburg zu transferieren. Unklar ist mir, welchen Browser bzw. welche App sie verwendet. Es könnte sich also um den Netscape Navigator ebenso handeln wie um eine App für mobile Betriebssystem S60 von Nokia.

Von mir mit IBAN und BIC versehen konfrontiert sie ihr online-banking dann erst einmal mit der Frage, ob das Empfänger-Konto im Bankgirot- oder im Plusgirot-System ist. Wie ich inzwischen gelernt habe, ist Plusgirot so etwas ähnliches wie das alte Postgiro in Deutschland und längst Teil von Bankgirot. Die Eingabe eines IBAN war gar nicht vorgesehen, aber dafür die einer Konto-Nummer.

Es bedurfte der vereinigten Kräfte von Service und Buchhaltung, um eine zu produzieren. Sie erwies sich als falsch – oder war wenigstens mit diesem online-banking nicht kompatibel. Auf einer alten Rechnung fand ich noch die Nummer eines anderen Kontos, das wir vor einigen Jahren gelegentlich benutzt haben.

Damit konnte sie nun eine Überweisung vornehmen, jedoch in der Währung des Königreiches, der Schwedenkrone. Jawohl, in der Heimat von Martin Beck, der Grumpy Cat des Kriminalromanes, und The Girl with the Dragon Tattoo, verwendet man statt des Euros noch Kronen.

Danke für diese Erweiterung meines Horizontes. Es war wieder einmal nötig.

Und im Übrigen bin ich der Ansicht, dass die Romane von David Lagercrantz nicht kanonisch sind.

Ich vertrete heute Herrn Blomquist

http://www.sueddeutsche.de/politik/us-wahl-gestoerte-verhaeltnisse-trump-zwischen-russischen-hackern-und-der-cia-1.3291910

Hacker sollen im Auftrag von Russland gezielt die US-Wahl zugunsten von Donald Trump beeinflusst haben – diese Nachricht sorgt in Amerika seit Freitag für helle Aufregung. New York Times und Washington Post haben den Fall ins Rollen gebracht. Sie berufen sich auf eine „geheime Einschätzung“ der CIA.

Fräulein Lisbeth Salander hat mich gebeten, an dieser Stelle ihre Unschuld zu versichern. Sie achtet den demokratischen Prozess zu sehr, um ihn in dieser Form zu beeinflussen. Hätte sie es jedoch getan, lässt sie ausrichten, wäre Hillary Clinton Präsident und nicht ein sexistischer Idiot.

http://www.buch.de/shop/home/sucheverknuepfung/verblendung/stieg_larsson/EAN9783641203344/ID17414046.html?jumpId=34693958

http://www.buch.de/shop/home/sucheverknuepfung/verdammnis/stieg_larsson/EAN9783641203351/ID17414087.html?jumpId=34694567

http://www.buch.de/shop/home/sucheverknuepfung/vergebung/stieg_larsson/EAN9783641203368/ID17414068.html?jumpId=34694964

Ist es ein Widerspruch, wenn wir in unserer Gesellschaft unseren Kindern höchst-prätensiöse Namen geben, auf der anderen Seite aber alle Toten-Kulte bis hin zum anonymen Begräbnis zurück fahren?

Bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts hinein blühte das Geschäft des Steinmetzes, der aus Carrara-Marmor noch dem letzten Kleinsparer ein opulentes Grabkreuz meisseln durfte, während als Name ein schlichter Günter, Hans, Michael oder ein Thomas einzugraben war. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für diese Veränderungen in der Kultur; das stellt dann einige Schlüsse infrage, die Archäologen daraus ziehen, ob sich die Menschen einer bestimmten Region zu einer bestimmten Zeit verbrennen oder begraben liessen.

Ich dachte über dieses Thema nach, während mich Paula schlecht gelaunt anschrie. Vielleicht hätte ich stattdessen über ein anderes, realistisch betrachtet näherliegendes Thema nachdenken sollen, wurde aber einmal mehr von den Gefühlen abgelenkt, die sie bei mir auslöste.

Um eine der grössten amerikanischen Dichterinnen des frühen 21sten Jahrhunderts zu zitieren: “You, with your words like knives… You have knocked me off my feet again. Got me feeling like I’m nothing. … Calling me out when I’m wounded.” Aber diese Gefühle verbrauchen sich bei steter Wiederholung wie sich jedes Werkzeug abnutzt, wenn man es nur oft genug gebraucht. Oder wie sie an anderer Stelle im gleichen Gedicht sagt: “All you are is mean And a liar, and pathetic, and alone in life.” (https://www.youtube.com/watch?v=jYa1eI1hpDE)

Wir können also folgern, dass wer von Taylor Swift lernt, siegen lernt. Das allerdings widerspricht meiner verinnerlichten Misogynie, ist sie doch unbestreitbar eine Frau. Diesen Konflikt habe ich sonst nur bei Buffy Anne Summers, Lisbeth Salander, JK Rowling und vielleicht noch bei der Frau wie ein Lancia.

The Sword and The Grave

Black Widow

https://www.youtube.com/watch?v=vJDZzxuokQ4

Das Video zu Iggy Azaleas Song „Black Widow“ ist eine Paraphrase auf Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“ (Teil 1), ergänzt um Zitate aus einigen anderen japanische und chinesische Action-Filme, in denen die Protagonisten darauf bestehen, Auseinandersetzungen mit Schwertern zu lösen, als hätten Samuel Colt und John Browning nicht das Lösen von Problemen in den letzten 170 Jahren drastisch vereinfacht.

Die Arbeit dieser Wohltäter der Menschheit schuf auch eine gewisse Gleichberechtigung, denn eine Charter Arms Patriot oder eine Glock 17 ersetzen hinlänglich die Kraft, die einer Frau fehlen mag, um einen Mitbürger mit Rapier, Katana oder Franziska aus dem Leben zu befördern.

Im musikalischen Kurzfilm treten Iggy Azalea und Rita Ora an die Stelle von Beatrix Kiddo, der Protagonistin des Spielfilms, einer Auftragsmörderin von nicht unerheblichen Fähigkeiten. Sie schnetzelt sich hingebungsvoll durch beide Teile von Tarantinos Film und eine beachtliche Zahl von Gegnern.

Darüber hinaus beginnt sie ihren Rachefeldzug, indem sie aus einem langen Koma erwacht, und unterbricht ihn, um sich aus dem „einsamen Grab der Paula Schultz“ zu befreien. Bei dieser Übung beruft sie sich auf Fähigkeiten, die sie von Pai Mei, einem chinesiche Lehrer der Kampfkunst, erlernt hat.

Unerwähnt bleiben andere Lehrer, von denen sie diese Dinge gelernt haben könnte, Faith Lehane, Vampire-Slayer, zum Beispiel, die bereits einige Jahre, bevor Tarantino Kill Bill schrieb, aus einem acht Monate lange Koma erwachte, um sich auf einen Rachefeldzug gegen ihre Feindin/Freundin/Mit-Jägerin Buffy Summers zu begeben, den sie schliesslich als einen Schritt in einem Lern-Prozess abbricht.

Buffy Summers selbst arbeitet sich ohne Hilfe von Pai Mei und ebenfalls lange vor Kiddo aus ihrem eigenen Grab heraus. Sie allerdings wurde nicht lebendig begraben, sondern opferte ihr Leben zur Rettung der Welt und wurde dann von ihrer Freundin Willow Rosenberg, der guten Hexe des Westens, von den Toten zurück gerufen.

Ihre Rückkehr aus dem Grab setzte Standards für Heldinnen und wurde inzwischen nicht nur von Beatrix Kiddo, sondern auch von Lisbeth Salander kopiert. Deren eigener, relativ kurzer Rachefeldzug war aber vielleicht nur ein Kommentar zum Zerfall der Familie in der westlichen Welt und zur Wirkung der 5,6 mm-Patrone. Sie greift dann am Ende – ganz klassisch – wieder zur Axt.