Mercedes Morris ist lieb

Aus der letzten Episode von “Slasher” lernen wir, dass Mercedes Morris als durchgedrehte Killerin nicht überzeugt. Das überrascht nicht, wenn man sie vorher zum Beispiel in “Coupleish” gesehen hat. 

Sie ist einfach zu lieb, um überzeugend die blutige Klinge zu führen, und zu zierlich, um die Ergebnisse einer solchen Arbeit dann problemlos zu transportieren, wenn das Opfer schwerer ist als Joanne Vannicola. Deren Darstellung als psychisch kranke Stiefmutter war übrigens überzeugender als ihre Todesszene. 

Und die war immer noch besser gespielt als die Todesszene des Charakters von Ms. Morris. Diese Darstellung war ungerade so realistisch wie das Äquivalent von Laura Hollis am Ende der dritten Staffel von “Carmilla”. Beide halten in dieser Situation noch einen Monolog, die eine mit durchtrennter Halsschlagader, die andere ohne Lunge. 

Natürlich bestreite ich das Recht von Jen und Connor nicht, alle im Haus zu töten. Es sind immerhin Menschen, und von denen halte ich nicht viel. Aber ich erlaube mir den Hinweis, dass der Mord an Amy disputabel ist. Immerhin hatte sie ja wirklich keine Möglichkeit, den Thread zu löschen, der die Tragödie auslöst. 

Paula kennt Ally und Carmilla nicht

Paula ist wütend. Das ist nicht selten, und fast immer ist sie es auf mich. In diesem Fall wirft sie mir hingebungsvoll vor, aus einer Familie von Asozialen zu sein und zu ihr zu gehören. Das kommt jetzt nicht überraschend. 

Unterbrochen wurde diese Symphonie aus Herabsetzung durch einen Vortrag über ihre sexuelle Identität als heterosexuelle Frau. Aus meiner Erfahrung heraus wie aus dem, was ich im Fandom von “Carmilla” gelernt habe, weiss ich, dass diese Identität von uns selbst nicht ebenso wahrgenommen werden muss wie von anderen. 

https://youtu.be/wPNqaOwj7ko

Ich bin fast überzeugt, dass ihre Eltern und viele ihrer Kollegen und Freunde sie als homosexuell wahrgenommen haben. Es ist diese Art, sich zu kleiden, sich zu bewegen, sich mit Katzen zu umgeben, recht ähnlich dem Bild, das Ally Hills in ihrem bekannten Lied entwirft. Frau Hills versieht diese Beschreibung selbst aber immer mit einem Caveat: “Win some or lose some, you roll the dice”

Paula selbst ist das alles nicht bewusst. Sie weiss auch nicht, wieviel von ihrer Wut daraus stammt, wieviel aus der Wahrnehmung von Abhängigkeiten und wie wenig von einem schmutzigen Waschbecken. Abstraktion ist nicht ihre starke Seite, Achtsamkeit auch nicht. 

https://www.youtube.com/watch?v=OTU3vgVgDEw

Ich habe mich jahrelang im Spannungsfeld zwischen ihr und Maniac überfordert, Verantwortung übernommen, mehr Verantwortung als ich tragen konnte und die auch noch für andere, die ihre Verantwortung selbst hätten tragen müssen. Eine Sache, die mir Paula vorwirft, ist, dass ich nie Verantwortung für Vater, Schwester, Schwager und Neffen übernommen habe. 

Aber da war ich als Jugendlicher und junger Erwachsener egoistisch. Oder sagt man realistisch? Kein gutes Vorbild, keine Putzfrau, keine finanzielle Zuwendung hätte aus ihnen andere gemacht als die, die sie sind. So wenig wie ich mit Paula als selbst-definiertem Vorbild ein anderer wurde. Mehr Geld hätte mich höchstens selbstsicherer gemacht. 

Als ich sie verlassen habe, muss ich so mutig gewesen sein wie einer, der mit einem Fallschirm abspringt, den ein anderer gepackt hat. Mit 22 Jahren war ich also ein Held, und zwar weil ich so wenig über mich und die Welt wusste.

Meine Enkel haben keine Eltern. Die Glücklichen!

Während Paula mir eine ihrer Ansprachen hält, in denen es darum geht, dass sie sich einen Ersatz für mich suchen will, denke ich über die Eltern von Carmilla und Laura nach. Das scheint merkwürdig, aber ich weiss genau, bei wievielen brillanten Plänen und Vorhaben sie schon daran gescheitert ist, dass sie etwas selbst hätte tun müssen.

Aber es ist auffällig, wie verschieden Lauras Vater und Carmillas Mutter sind. Sherman Hollis ist überfürsorglich, überwacht Laura mit einem Babyphone, bis sie elf ist, lässt sie in Krav Maga unterrichten und versorgt sie mit grossen Mengen seines selbst entwickelten Bärensprays.

Lilita Morgan hingegen bestraft den Ungehorsam Carmillas, indem sie sie jahrelang in einem mit blutgefüllten Sarg einsperrt. Wo sie ihr Hinwendung zeigt, plant sie vor allem ihre Rolle als Opfer in einem Ritual, das den Untergang der Welt besiegeln soll. So sehr ich ihre positiven Absichten schätze, spricht das nicht unbedingt für eine gesunde Beziehung.

Wie unsere eigenen Kinder ausgefallen wären, hätten wir denn welche gehabt?  Wir werden es nie erfahren, aber mit einem Mutter mit Borderline-Störung und einem emotional distanzierten Vater liegt manches nahe.   

Der vorweihnachtliche Frieden hielt übrigens auch nach Weihnachten, jedoch nur bis zum 31.12., 00:00 Uhr. Von da an wurde wieder zurück geschossen.


I completely forgot how much fun this isn’t

Es prüfte die mit der Prüfung unserer Steuern beauftragte Steuerberaterin mit dem hier recht gewöhnlichen Namen Frau Steuer unsere Steuern. Das Ergebnis machte mich nicht glücklich.

Denn sofort sollten wir alle Einsprüche zurückziehen, die noch ausstehenden 500 Ecu überweisen und uns moralisch darauf einrichten, am Anfang nächsten Jahres noch einmal 1.350 zu überweisen. Sie selbst wollte uns nach Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten für die Prüfung der Steuern einen Freundschafts-Preis berechnen, den wir auch noch entrichten müssen.

Dazu kommt noch der Preis der Anwalts, der seine Arbeit als zur Hälfte mit der Einreichung von Einsprüchen und zur Hälfte mit der Erstellung einer Rechnung als getan betrachtete.

Die Reparatur von La Mosca fiel auch 30 Ecu teurer aus als vorgesehen.

Für den Titel zitiere ich Miss Laura Hollis. Die ist Expertin für Spass, den man nicht hat.

Dr. Who put Bella in the Wych Elm

Ich vermisse “Carmilla”. Also eigentlich vermisse ich die Zeiten, in denen mein Verstand nicht von Paula und den Schulden und dem Rentenantrag blockiert war. Die Zeit, als ich Hirnzellen frei hatte, um mir Geschichten auszudenken. Aber mein Leben ist eben gerade ein Kampf “Mann gegen Mann”, dessen Teilnahme auch Frauen offen steht.

Dabei würde ich mir doch so gerne ein Crossover zwischen “Carmilla” und “Dr. Who” denken. In dem bäte der Doktor LaF und Perry um ihre Gesellschaft und Hilfe, da er im England des Jahres 1941 Bella La Strega stoppen will, eine Hexe aus dem Italien des 13. Jahrhunderts, die mit ihrem fliegenden Drachen für die Nazis Birmingham zerstören soll.

Perry lässt sich nur mit Mühe von Lafontaine und dem Time-Lord dazu überreden, weil sie eigentlich auf dem Weg zur Einweihungsparty von Laura und Carmilla in Toronto sind. Aber wie der Doktor so schwungvoll erklärt, mit einer Zeitmaschine kommt man doch nie zu spät. Pflichtbewusst will sie LaF nicht alleine in die Schlacht ziehen lassen.

Ausserdem sieht sie sich in der Verantwortung, dem einen oder anderen Nazi ihre Menora dort einzuführen, wo die Sonne nicht hinscheint. Gehen wir einmal getrost davon aus, dass sie furchteinflössend sein kann, auch wenn sie nicht vom Dean besessen ist.

Ich plädiere an dieser Stelle für einen Rückblick, indem die Schurkin mit einem Feldmarschall Göring konferiert, der unbestimmt an Donald Trump erinnert. Perry trüge übrigens ein chices Kostüm im Stil der 40er, Lafontaine die Uniform der weiblichen Hilfstruppen. Im Kontakt mit den Einheimischen nennten sie sich Tuppence und Thomasina.

Im Ergebnis stürzt La Strega aber während ihrer Verfolgungsjagd von ihrem Drachen herab in eine hohle Ulme, und der Doktor, Lafontaine und Perry bringen das Tier dann zurück auf seinen Heimat-Planeten. La Stregas Leiche wird zwei Jahre später von einigen Jungen gefunden. Unklar bleibt erst einmal, wer an den Wänden Birminghams die Frage stellt: “Who put Bella in the Wych Elm?”

Im folgenden schraubt LaF an der Tardis und  optimiert sie, während Lola Perry die Andenken neu organisiert, die er auf tausend Planeten gesammelt hat.. Ich wäre in keiner Weise überrascht, wenn die beiden dann allerdings trampen müssten. Männer können merkwürdig sein, wenn man an ihren Gadgets spielt. Es kann aber natürlich auch daran liegen, dass Lafontaine sich ein paar mal beschwert hat, weil sie keine Gelegenheit hatte,  Mr.  Turing kennen zu lernen, einen ihrer absoluten Helden. Oder ganz generell daran, dass dem dynamischen Duo auffällt, dass der Doktor einen gewissen Hang dazu hat, Menschen zu manipulieren.

Eine vogonische Bauflotte verlassen sie aber sehr schnell wieder, weil sie Perry viel zu unaufgeräumt ist. Statt dessen reisen sie mit Dana Dartagnan in ihrem quietschgelbem Raumjäger “Hahnenfuss” nach Neu-Paris. Unter die rauen Musketiere passen die zwei nicht recht, wie sie in einer Bar bald feststellen, in die sie ihre neue Freundin schleppt. Dort versichert ein volltrunkener Adeliger Perry seiner Zuneigung und macht einige Vorschläge, in denen es um deren physische Aspekte geht.

Laf tritt ohne Zögern für ihre Freundin ein. Das führt erst zu einer Rempelei in der Bar und dann zu einem Duell. Dana erklärt ihr vorher noch, wie ein Degen zu führen ist. Sie ist nervös, aber fest entschlossen, das zu tun, was hier nötig ist, pariert, fällt aus, blockiert und schlägt ihrem Opponenten die Glocke ihres Degens an den Kopf. Während er bewusstlos ist und sich seine Freunde und Anhänger um ihn versammeln, empfiehlt Dana den beschleunigten Rückzug.

Um weiteren Problemen mit ihm zu entgehen, vermittelt sie den Beiden einen Mitflug auf dem Raumjäger einer “Freindin” (die Übersetzung von Frenemy hakt ein bisschen) zu einem Kolloquium über die theoretischen Aspekte des Zeitreisens auf dem Asteroiden Sorbonne. Die Pilotin ist in diesem Fall Ro Chosnay, eine Sternenkriegerin von beachtlicher physischer Präsenz, die LaFs vegetatives Nervensystem durcheinander bringt.

Auf dieser Konferenz treffen sie eine Professorin für Archäologie. Sie hat, wie sie ihnen erklärt, ein persönliches Interesse an Zeitreisen und lacht dabei verschmitzt. Als die Beiden ihr ihre persönlichen Erfahrungen in diesem Bereich darstellen, lacht sie vor Freude, dass ihr fast die Brüste aus dem Oberteil springen.

River Song nimmt sie dann auf eine Reise in die Vergangenheit des Mars mit, in jene Zeit kurz vor dem Untergang der letzten grossen Zivilisation auf diesem Planeten. Als die degenerierten letzten Marsianer sie durch die Tunnel und Höhlen unter den Ruinen ihrer Stadt jagen, werden sie von River getrennt und in einem Laboratorium eingeschlossen.

LaF baut aus herum liegenden Teilen, ihrem kybernetischen Auge und einem altmodischen Taschenrechner einen “Temporal-Beförderer” wie sier es nennt,in dem sie allerding sehr, sehr eng zusammen stehen müssen, um durch die Zeit zu reisen. Diese Szene wirft einmal mehr die Frage danach auf, welche Rolle Sexualität in ihrer Beziehung spielt. Einer der degenierten Marsianer fummelt verständnislos an den Knöpfen und Schaltern herum. Erst dadurch öffnet sich dann tatsächlich eine Raumzeitspalte, in der der “Temporal-Beförderer” verschwindet.

Es folgt eine Phase der Entfremdung zwischen den beiden. Denn als sie statt in Toronto vor der Haustüre von Hollstein in Blechtley Park im Jahr 1944 landen, äussert Perry herben Verdacht gegen Lafontaine, ist dieses Anwesen doch jener Zeit die Wirkungsstätte Turings. Vorübergehend getrennt widmet sich Perry einer Tätigkeit als Übersetzerin bei den Freien Franzosen in London, wo De Gaulle und seine Mannen, die auch Frauen sein können, jeden brauchen, der geläufig Englisch, Französisch und Deutsch sprechen kann. Laf hingegen nimmt eine Stelle als Assistentin bei Turing an. Doch bald gerät sie mit ihrem Idol in Streit und wirft ihm seine Notizen vor die Füsse. Vor dem Tor der Universität begegnet sie Perry, die sie besuchen wollte. Es kann die eine nicht ohne dendie andere sein.

Gemeinsam reisen sie nach Birmingham. Dort üben sie sich in der schönen Kunst der Sachbeschädigung und malen den Satz “Who put Bella in the Wych Elm?” an Hauswände und auf Denkmäler. Diese Taktik ist durchaus erfolgreich, da sie den Doktor nach Birmingham und ins Jahr 1944 lockt.

Er sieht ganz anders aus, reist in Gesellschaft einer jungen Frau mit einer ausgeprägten Vorliebe für die angewandte Chemie hat und kennt die beiden Kanadier nicht. Aber er ist bereit, sie nach Toronto mitzunehmen, wenn sie ihm bei einer „Kleinigkeit“ helfen. Es gelingt Lola, Lafontaine davon abzuhalten, ihm ihre Meinung auf eine sehr physische Weise auszudrücken, bei der ihre Faust und ihr Stiefel eine wichtige Rolle spielen sollten. Einäugig zu sein ist ihrer Ausgeglichenheit nicht förderlich.

Ich weiss nicht recht, wie ich sie, den Doktor und Ace in die Welt von Neuromancer befördern soll, wo Lafontaine ein neues Auge bekommt. Tatsächlich hatte ich einige Ideen, von denen jedoch die eine ausuferte und die andere nirgendwohin führte.

Denn am Ende müssen die zwei, die mir so sympathisch sind, ja mit nur zehn Minuten Verspätung vor der Türe der Wohnung in Toronto stehen, in die Laura und Carmilla gerade eingezogen sind, und Laf muss ein neues Cyber-Auge haben, da sie es ja in “Carmilla – The Movie” hat.

https://en.wikipedia.org/wiki/Who_put_Bella_in_the_Wych_Elm%3F

https://en.wikipedia.org/wiki/Tommy_and_Tuppence

http://www.anhalter-lexikon.de/lexikon/db/vogon.php

http://tansyrr.com/tansywp/

https://de.wikipedia.org/wiki/Neuromancer-Trilogie

https://en.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee

https://en.wikipedia.org/wiki/Asexuality

https://en.wikipedia.org/wiki/Genderqueer

http://carmilla.wikia.com/wiki/S._LaFontaine

http://carmilla.wikia.com/wiki/Lola_Perry

Happy Birthday, Pineas!

Zu meinem Geburtstag schenkte ich mir in gewohnter Grosszügigkeit die kostenlose Probe-Woche bei Fullscreen.com. Wie könnte ich dem Reiz von “Jay Versace is stuck in the 90s” widerstehen oder dem von “Prank me”? Ich habe nichts davon gesehen.

Dafür sah ich junge Frauen in den Kleidern des 19. Jahrhunderts, die tanzten, im Ballsaal und im Liegen. Es war nicht der Film, den Carmilla Karnstein und Laura Hollis verdient hatten, diese von mir so geschätzten Charaktere. Und das Problem der Bronte-Schwestern und der anderen Geister-Mädchen hätte auch das ursprüngliche Damen-Quartett lösen können, Carmilla, Laura, Lafontaine und Lola Perry.

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Hätte sich Lafontaine in Charlotte Bronte verliebt, hätten wir auch etwas mehr über ihre schwer zu verstehende, wahrscheinlich ambivalente Sexualität erfahren und etwas mehr über ihre Beziehung zu Perry. Denn mir scheint ihre Beziehung gleichgeschlechtlich-asexuell, zugleich aber sehr treu und intensiv zu sein.

Für Wilson Kirsch hätte ich mir in diesem Zusammenhang einen ganz kurzen Auftritt gewünscht, der ihm eine ausgesprochen verantwortungsvolle Tätigkeit attestiert, als Fluglotse oder Pilot vielleicht oder auch als kanadischer Botschafter in Österreich. Seine Rolle in “Carmilla – The Movie” ist sonst weitgehend überflüssig.

Ich nehme aus diesem Film aber auch ein Zitat von Melanippe mit: “Nur Waffen…. sind Waffen.” Das könnte jemand in dieser Kurz-Geschichte sagen, an der ich seit einiger Zeit zu meinem eigenen Vergnügen bastele.