Fernsehen ist Opium für das Volk

Paula erzählt etwas. Vermutlich geht es entweder um ihr Leben oder darum, was sie von des Kleinen Bruders Vater hält. Das eine interessiert mich gerade in diesem Moment nicht, das andere ist nichts.

Viel lieber würde ich hören, was der Mann am nächsten Tisch von seiner Arbeit erzählt, von Geiseln, die mit dem Tod bedroht werden, von Brüdern, die ihre Schwester ertränken. Er liebt seinen Beruf, das ist zu hören.

Liegt es am Opipramol, das mir die Geduld für Paulas Gespräch fehlt? Oder ist das etwas, das zyklisch auftritt? Manchmal denke ich, dass sie eine Art Sprachstörung hat, die ihre Wortfindungsstörung ebenso erklärt wie die Drohungen, die Anweisungen und die Tropen. Die füllen dann einfach die Lücken, die ihre Störung lässt.

Das funktioniert dann wie bei den Tamarianern in Star Trek. Also eher nicht so gut.

Viele ihrer Ansichten stammen aus dem Hartz4TV, mit dem die Privatsender neben den Arbeitslosen auch die Kranken und Frührentner bespasst. In diesem Sinn ersetzt das Fernsehen heute die Kirche. Es liefert Speisevorschriften, Gebote und Verbote und Moderationen, die so festgelegt sind wie der Ablauf eines Gottesdienstes.

Aber keine Informationen über Sprach-Störungen wie ihre. Google ist auch ertraglos.

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Die Hoffnung ist eine kümmerliche Pflanze

Zart keimte meine Hoffnung, den Roller gegen ein Auto einzutauschen, La Mosca durch einen Vauxhall William oder Simca Twingo. zu ersetzen. Sie starb einen stillen Tod am Ende des Regals mit den Handschuhen beim spezialisierten Fachhandel.

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Da wurde mir nämlich klar, dass Paula darauf bestehen würde, mir eine neue Motorradjacke zu kaufen. Das aber schliesst quasi aus, dass ich demnächst in einem geheizten und von meinem Mobiltelefon beschallten Auto sitze.

Das reduzierte Modell, für das wir uns dann entschieden, kostete soviel wie 43 Dosen Mac’s Tundra Ente, Pute & Fasan für Katzen. Ich sah die Viecher bereits dem Hungertod nahe.

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Was ich nicht sah, war irgendein Grund, mit ihr darüber zu diskutieren. Meine alte Jacke war weder luft- noch wasserdicht und in ihrer optischen Erscheinung so beinträchtigt, dass immer wieder irgendwelche Hartz 4-Empfänger versuchten, mir einen auszugeben.

Es gab mir aber der Satz: “Weihnachten ist damit für Dich erledigt” eine gewisse Hoffnung, mich allen Überlegungen zu einem Geschenk für sie mit dem Hinweis auf unseren allgemeinen und besonderen Mangel an Geld entziehen zu können. Jedoch meint die Kollegin bei der Rentenversicherung, mit der ich eben sprach, die Auszahlung einer Nachzahlung noch vor ihrer eigenen Berentung versprechen zu können.

Ich habe nicht gefragt, wie alt sie ist. Ich habe in meiner Jugend gelernt, dass man das nicht tut.

Vauxhall William

Camille und Artur im Land der Chtonier

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