Katzengold

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Der Goldschmuck ihrer Mutter gab Paula kurzfristig die Möglichkeit zurück, ihr gewohntes Leben zwischen Mondo-Warenhaus und Tierfuttermarkt weiter zu führen. Erwähne ich die Möglichkeit einer erneuten Arbeitsaufnahme, erwähnt sie die 35 Jahre, die sie mit der Pflege von Alten und Kranken verbracht hat, üblicherweise gefolgt von einer Litanei von Vorwürfen.

Das hat sicher nichts damit zu tun, mit welcher geringen emotionalen Beteiligung ich den Zustand meines Rollers betrachte. Ein Grund mehr, nicht zu arbeiten. Vielleicht werde ich ja entlassen. Habe ich dann kein Geld, verlässt sie mich vielleicht. Ich bin ihrer überdrüssig und meiner selbst und des Lebens, das ich führe.

Was ich getan habe, dass ich im strömenden Regen und bei eisiger Kälte mit dem Roller zur Arbeit gefahren bin, dass ich Pizza ausgeliefert und Industriemaschinen gereinigt habe, dass ich verzichtet und mich zurück genommen habe, zählt nicht bei ihr. Ich finde keine Anerkennung dafür und werde nicht dafür geliebt. Alles spricht dafür, dass ich nie dafür geliebt werden werde.

Paula nutzt auch ganz klar meine Schuldgefühle aus, weil ich nicht wirklich ein guter Mensch bin, antisozial, ganz und gar nicht nett und schon nie nett zu anderen war. Das kombiniert sie mit einer vehement vorgetragenen Kritik an meiner Sexualität bzw. derem Fehlen und dem Versprechen eines Autos, wenn sie erst ihre Rentennachzahlung erhält.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrit

http://gutenberg.spiegel.de/buch/gold-1622/1