Freitag ist Fischtag!

http://www.taz.de/!5293218/

Noch immer ertrinken Flüchtlinge auf dem Weg von Afrika nach Europa im Mittelmeer, allein im vorigen Jahr waren es 1.750 Menschen. Viele dieser Toten können nicht geborgen werden, und längst nicht alle Leichen werden an die Strände der spanischen und italienischen Urlaubsorte gespült.

So verbleibt ein großer Teil der Flüchtlinge im Mittelmeer, und hier kommt der Thunfisch ins Spiel. Denn der Thun ist ein Raubfisch, der vor allem andere Tiere frisst, er ernährt sich aber auch von ertrunkenen Flüchtlingen. Verbraucherschützer schlagen nun Alarm. Haben wir Flüchtlingsfleisch in deutschen Thunfischdosen?

Stracke starrt lange in sein Aquarium, ehe er antwortet. „Der VTID ist bemüht, den Anteil der flüchtlingsfressenden Thunfische möglichst klein zu halten“, sagt er. „Aber wir können den Fischen ja nicht vorschreiben, was sie fressen sollen. Ein Thunfisch muss tun, was ein Thunfisch tun muss. Und ein Thunfisch-Fischer auch. Natürlich sollen die in Gegenden fischen, die nicht so stark von Flüchtlingsrouten bedroht sind. Die Griechen etwa sind seit der Finanzkrise sehr gebeutelt, die müssen fischen, was ihnen in die Netze kommt, sonst haben wir in einem halben Jahr Tausende Wirtschaftsflüchtlinge aus Griechenland, die sich als Syrer ausgeben. Das kann nicht die Lösung sein.“

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Merkel: Wir werden auch weiterhin eine geregelte Steuerung von Zuwanderung verlangen!

OK, das war 2003 und nur noch Henryk M. Broder erinnert sich daran. Damals forderte Angela Merkel auch noch den Einmarsch der Bundeswehr in den Irak.

Digital Refugees

http://www.zeit.de/2015/40/smartphone-fluechtling-whats-app-kommunikation?ref=yfp

Neustadt bei Coburg in Oberfranken – während die acht jungen Syrer im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses darauf warten, dass auf dem Herd das Hähnchen fertig wird, liegen auf ihrem Abendbrottisch die wichtigsten Utensilien bereit: Besteck, Teller und acht Smartphones. Ständig klingelt, vibriert und pfeift es. In knappen Textnachrichten beschreiben die in Syrien gebliebenen Eltern, wie es heute in Damaskus steht. Im Chat erzählt ein Freund von seiner Unterkunft in Aachen, in der er gelandet ist. Zwischendurch schicken Onlinebekanntschaften Einladungen zum Internetspiel Candy Crush. Alle paar Minuten nimmt einer der Männer sein Handy in die Hand, entsperrt den Touchscreen, aktualisiert seinen Facebook-Stream, antwortet auf eine Nachricht, legt es zur Seite und greift bald wieder danach. Dies ist die Alltagschoreografie des 21. Jahrhunderts – und das Telefon ist das wichtigste Medium der Geflüchteten.

Bei Facebook gibt es Gruppen, in denen sich Flüchtende austauschen. Jeder, der Arabisch spricht, kann sich darin über Routen, Schlepper und Absteigen informieren. So wird das Smartphone zum Fluchthelfer. Aber das ist nur einer der Gründe, warum dieses Gerät für Menschen wie Rasoul al-Hamade so unentbehrlich ist. Mindestens ebenso wichtig ist es als Nabelschnur in die alte Heimat und als zentraler Integrationshelfer ins neue Leben. Wenn der Arabische Frühling von 2011 die erste Facebook-Rebellion war, dann kann man die große Flucht des Jahres 2015 die erste digital gesteuerte Völkerwanderung nennen. Und all die digital refugees, die sich unterwegs mit ihren Ladegeräten um die Steckdosen scharen und die, einmal angekommen, ständig zu ihren Telefonen greifen, sie führen uns zugleich den Stand der Vernetzung unseres Planeten vor Augen.

Das Smartphone ist das globalste aller Digitalgeräte – und damit vielleicht auch das demokratischste. Erst vor acht Jahren kam es in Gestalt eines Luxusaccessoires auf den Markt, des ersten iPhones. Aber fast von Anfang an spielte die Geschichte des Smartphones auch in der Dritten Welt. Dort sind Handys in vielen Staaten längst stärker verbreitet als Festnetztelefone. „Die Entwicklungsländer sind ein einziger großer Secondhandmarkt“, sagt Vassilis Tsianos

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Mit den Flüchtlingen kommt der ökonomische Aufschwung nach Prümburg

In Prümburg, unlängst noch ein verschlafenes Städtchen mit hohem Altersdurchschnitt, gibt es jetzt einen Goldankauf und einen Laden, in dem schäbige Verschläge stehen, von denen aus man exotische Länder anrufen kann, die den Anrufenden dunkler Hautfarbe wahrscheinlich weniger exotisch sind als das Deutschland, in dem sie gestrandet sind.

Der örtliche Elektronikhandel, der in Personal-Union auch der örtliche Elektro-Händler ist, offeriert eine beachtliche Auswahl an Mobiltelefonen preiswertester Art vom Alcatel 1010D über das Nokia 130 bis Samsung S5260 und dazu Sim-Karten aller gängigen Anbieter wie Lebara, Lycamobile und Ortel. Überschlägig berechnete ich den Bedarf bei 200 Flüchtlingen, die pro Woche eintreffen, auf 50 – 70 dieser Mobiltelefone und gewiss die doppelte Zahl an Sim-Karten.

Insgesamt hat sich da eine muntere, kleine Ökonomie um das Lager herum entwickelt, in die auch die Mondo-Filiale und der Discounter Norma eingebunden sind. Zu bestimmten Zeiten ist im einen gewiss die Hälfte der Kunden aus dem Nahen Osten oder dem Balkan, während im anderen ein Wachmann mit ebenfalls nahöstlichem Migrationshintergrund neben der Kasse das Publikum beaufsichtigt.