Der Beginn des Zweiten Mittelalters

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Betrat ich in der Vergangenheit das Büro meines Bankberaters, so tat ich es nie, ohne von einer gewissen Verzweiflung dazu getrieben zu sein. Diesmal allerdings hatte man mich gebeten, doch einmal vorbei zu schauen, weil man meine Hausfinanzierung optimieren wolle.

Bemühten sich die Herren von Bank und Bausparkasse am Anfang des Gespräches noch darum, den Schein zu wahren, den diese Formulierung im Anschreiben schuf, war es recht bald damit vorbei. Da ging es nur noch darum, mir für einen Termin in drei Jahren, zu dem ich ein Sonderkündigungsrecht besässe, eine Ablösung meiner Finanzierung zu verkaufen.

Mit dem allergrössten Vergnügen würden sie auch mein Verbraucher-Darlehen einrechnen, damit ich statt 1.200 Ecu monatlich gerade mal mickrige 850 für alle meine Verbindlichkeiten zahle. Zinsen seien dann eigentlich kein Thema mehr und tilgen würde ich monatlich doppelt so viel auf das Haus.

Unterschrieben Paula und ich, so kostete das das Unternehmen zwar gerechnet auf die Laufzeit des Darlehens 50.000, da aber eh nur gemessen würde, was sie nun abschlössen, sei ihnen das reichlich egal. Offen nannte man mir die Namen von Filialen, die nicht mehr zu halten seien, ginge dieser quasi-zinsfreie Zustand auf dem Finanzmarkt noch zwei Jahre weiter.

Jeder Hinweis auf unsere fragile Finanzlage wurde geflissentlich ignoriert, jeder Wunsch nach Bildung einer Rücklage, auf die im Falle eines Problemes zurück zu greifen sei, abgeschmettert.

Aus ihrem Angebot und ihren Sätzen sprach die Verzweiflung von Männern, denen das Wasser bis zum ungewaschenen Hals steht. Die Welt der Banker steht dieser Tage auf dem Kopf. Schon sehen sie den Tag herauf dämmern, an dem sie dem Kunden Geld dafür anbieten müssen, dass er ihnen überhaupt noch Geld abnimmt, schlimmer noch den Tag, an dem sie mit dem Berater des Arbeitsamtes über berufliche Alternativen sprechen müssen. Sie hoffen auf eine exzessive Inflation und fürchten eine Weltwirtschaftskrise von jenen Ausmassen, wie sie der Historiker als „das Mittelalter“ zusammenfasst.

Ich habe das unbestimmte Gefühl, die Beiden verwalteten auch die Finanzen der Robert Baratheon Nachf.

Krieg den Hütten, Frieden den Palästen

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/griechenland-reeder-erbe-sagt-die-reichen-sollten-mehr-tun-a-1044146.html#utm_source=wirtschaft#utm_medium=medium#utm_campaign=plista&ref=plista

Der Reichtum der Reeder wurde lange kaum infrage gestellt. Griechenland war stolz auf seine einzige Branche von Weltrang, garantierte den Schiffseignern über einen bis heute gültigen Verfassungsartikel sogar weitgehende Steuerfreiheit.

Dracopoulos verweist auf Berechnungen, wonach der weitaus größte Teile der Hilfsgelder letztlich nicht an den griechischen Staat, sondern an dessen Gläubiger ging – vor allem an Banken aus Deutschland und Frankreich.

Und der Rest ist ein Machtkampf zwischen EU und griechischer Regierung, Neo-Liberalisten und Linken, Internationalisten und Nationalisten. Auf jeden Fall verliert …der griechische Bürger. Nee, wattene Überraschung!

Griechenland als eine britische Kolonie auf Zeit? Wie wär’s damit?

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/4778728/Griechenland-als-eine-britische-Kolonie-auf-Zeit-Wie-waers-damit?_vl_backlink=/home/index.do

Den vernünftigsten Vorschlag zur nachhaltigen Sanierung Griechenlands hat jüngst der an der Universität Bern lehrende Ökonom Professor Harris Dellas gemacht, der als gebürtiger Grieche bestens mit der Malaise seiner unseligen Heimat vertraut ist. Das Land, so meint er, solle „für zehn Jahre eine britische Kolonie werden“.

Das klingt ein wenig schräg, würde aber durchaus Sinn haben. Denn selbst wenn die Griechen früher oder später das Murxisten-Regime des Hütchenspielers Alexis Tsipras zum Teufel jagen sollten, ist ja nicht damit zu rechnen, dass eine der anderen politischen Parteien willens und fähig ist, den Staat völlig neu aufzusetzen, funktionierende Institutionen und damit die wichtigste Voraussetzung für eine Genesung der Wirtschaft zu schaffen.

Denn dazu sind alle bestehenden Parteien viel zu sehr Teil jenes Klientelismus, der das Land wie ein Karzinom umgebracht hat. Dieses Problem mit herkömmlichen demokratischen Mitteln zu lösen wird länger dauern, als selbst die eh nahezu unbegrenzte Geduld der Gläubiger des Landes reicht.

Mit Geld spielt man nicht

http://www.huffingtonpost.de/2014/11/03/negativzinsen_n_6091916.html?utm_hp_ref=germany

Der menschliche Verstand hat seine Grenzen. Meiner jedenfalls hat enge Grenzen. Gerade kämpft er mit der Information, dass es eine Deutsche Skatbank gibt, da begegnet er schon der Idee von “Negativzinsen” auf Spareinlagen.

Dafür kommt er schnell mit der Idee, meine Hypothek unter dem Aspekt neu zu verhandeln, wieviel mir die Bank dafür zahlt, dass ich ihr so 150.000 Ecu abnehme, die ihnen die Zentralbank sonst als nicht-abgerufenes Guthaben verzinst.

Und er liefert mir Bilder von sparsamen älteren Bürgern, die die Bank mit einem Hut auf dem Kopf und mit einer Blech-Schachtel mit dem Aufdruck der Mannesmann Mobilfunk GmbH unter dem Arm die örtliche Kreissparkasse betreten, um ihr Erspartes abzuheben, und Einwandererinnen, die das Familienvermögen als Schmuck tragen.