Spricht jemand Lankhmari?

Ereignislos plätschert der Tag vor sich hin. Selbst der neue Computer, den mir die Ein-Personen-IT-Abteilung an meinen Arbeitsplatz geliefert hat, funktioniert reibungslos. Gewiss, bevor sie davon hinkte, deutete sie mir unzart an, Opera sei kein von Yoyodyne zugelassenes Programm.

Aber was wissen diese Gesellen in den USA schon über die Welt ausserhalb ihres Kubikels? Ihre Bereitschaft, sich physisch und mental in diese Mikro-Arbeitsplätze einzuschliessen scheint mir die gleiche Wurzel zu haben wie die, sich bis an die Zähne gegen ihre Mit-Amerikaner zu bewaffnen.

James Hawes sagt zu diesem Thema etwas interessantes in einem Interview zu seinem Buch “The Shortest History of Germany”:  “Jeder Kolonist weiß, dass er sich eigentlich nur durch Macht behaupten kann. Wichtig ist, dass die Deutschen sich östlich der Elbe nie wirklich sicher fühlen konnten. Sie haben im Verteidigungsmodus gelebt, weil ihre Herrschaft prekär war.”

https://www.vice.com/de/article/59dw4d/ostdeutschland-war-von-anfang-an-ein-fehler-sagt-dieser-historiker

Grosszügigerweise gebe ich jetzt trotzdem Firefox eine Chance, um mir “Ladies Room” anzusehen, diese phantastisch-witzige Serie aus Indien, die mit fünf Schauspielern pro Episode auskommt und meistens in einer Damen-Toilette spielt.

Die Alternative dazu wäre ein Telefongespräch mit einer Dame, die nur Lankhmari spricht und in der finstersten Eifel wohnt. Von dort verschickt sie Videos und Sprachnachrichten per Telegram. Als ich die Einrichtung dieses Kanals für die Endkunden vorschlug, habe ich nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, dass sie sie auch nutzen.

Zu meiner Überraschung ist es ihr inzwischen tatsächlich gelungen, an ihrem Wohnort einen Elektriker zu finden. Wäre dort nicht schon eine Meisterleistung, so versteht sie dieser verkappte Nicola Tesla des 21. Jahrhunderts sogar, weil er ebenfalls aus Lankhmar ist. Allerdings ist sein Deutsch recht limitiert (“Ein Bier bitte”), und er hat vorher noch nie einen Garagentorantrieb gesehen. Das wird ein Gemetzel!

Oh, und ich spreche tatsächlich leidlich flüssig Lankhmari, seit ich mit acht Dosen Katzenfutter eine Kellertreppe hinuntergefallen bin. Allerdings kann ich keine Rosen mehr riechen. Irgendwas ist halt immer.