“Das war vor drei Wochen. In Glasgow.

Nach drei Wochen hängt man in Glasgow tot über dem Zaun.”

Dr. Who

Klingt nicht gut. Dannreiste ich lieber nach Edinburgh, das man jetzt das Düsseldorf Schottlands nennt. Leider sehe ich keiner Geschäftsreise entgegen, auch nicht bei meinem nächsten Arbeitgeber.

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/flug-nach-edinburgh-statt-duesseldorf-so-wurden-die-passagiere-informiert_aid-37741351


Was NatVanlis kann, kann ich auch

Fassen wir doch einmal zusammen… ich schaffe es morgens kaum noch aus dem Bett, bin fast immer traurig, oft aggressiv, kann mich schlecht konzentrieren und bin neuerdings auch noch rührselig.

Zwar könnte ich behaupten, dass es ganz normal ist, wenn ein Mann Mitte 50 weint, wenn er an die Liebe zwischen Dr. Who und River Song denkt, aber ich glaube nicht, dass man mir das abnimmt. Nicht einmal ich glaube mir das.

Nun braucht man manchmal jemanden, der einen in den Arm nimmt und manchmal einen, der einem nur beim Ölwechsel hilft, damit man nicht vergisst, dass man nicht ganz allein in dieser Welt ist. Aber manchmal braucht man auch einen Profi.

Nicht sicher, ob ein Profi-Killer in meinem finanziellen Rahmen läge, entschied ich mich stattdessen für einen Arzt. Dank Krankenversicherung konnte ich mir den auf jeden Fall leisten. Der hörte sich kurz die Symptome an und zog seinen Kugelschreiber so schnell wie Lucky Luke seinen Colt, um mir eine 50er Packung eines handelsüblichen Anti-Depressivums zu verschreiben.

Jetzt stehe ich vor meinem ersten Drogen-Experiment. Und es ist ganz legal. Ich war spontan so begeistert, dass ich Paula auch eine Tablette anbot. Die meinte allerdings, ich sollte gefälligst meine Probleme lösen, statt auf die Wunder der Wissenschaft zu setzen. Sie benutzte allerdings einen anderen Begriff, der kürzer war.

In irgendeinem Post von NatVanlis habe ich gelesen, dass sie auch Antidepressiva nimmt. Das kann ich dann ja wohl auch.

Der Cocooning-Jihad

Durch Elektromärkte zerrte mich Paula, einen neuen Staubsauger zu erwerben und einen Fernseher für das Wohnzimmer. Die Geräte im Bestand fand sie unterdimensioniert, den Staubsauger von AEG der Zahl der Katzen nicht gewachsen, den Fernseher von Philips zu klein und so gar nicht smart.

Mir war das eine so egal wie das andere. Zur Duldung erzogen toleriere ich die Unzulänglichkeiten des Staubsaugers. Der Fernseher produziert zusammenhangloses Hintergrundgeräusch zu meinem Leben und eignet sich dazu auch zur Verfolgung sowohl von NCIS als auch der von mir bevorzugten Arzt-Serie Dr. Who. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, mehr von einem solchen Gerät zu wollen.

In ihrem Cocooning finde ich keinen Platz. Es findet keinen Platz in mir. Ich bin fremd in einer Welt, in der die Programm-Pakete von Sky diskutiert werden müssen wie die Unterschiede zwischen Shia und Sunna, aber ich mir kein Auto für den Arbeitsweg leisten kann.

Scheint es mir nur oder oder arbeiten in den Elektromärkten überdurchschnittlich viele LGBTQs? Damit bedroht der Wandel wieder ein Refugium, nachdem die arabische Migration bereits dazu geführt hat, dass viele Friseure heute Heten sind. Mediamarkt, Saturn, Alphatecc, ElectronicPartner und Euronics sind Amazons natürliche Beute.

Büroeinrichtung mit Feng Shui und gallifreyanischer transdimensionaler Architektur

Maniac hat begonnen, seinen Schreibtisch auszuräumen. Da er gallifreyanische transdimensionale Architektur zur Gestaltung der Schubladen benutzt hat, werden voraussichtlich zwei 15 m³-Container benötigt werden, um den Inhalt aufzunehmen.

Ich habe bis jetzt 68 Handsender von 14 unterschiedlichen Marken, 23 Namensschilder von Messen aus Deutschland, Italien und Frankreich, zwei Multifunktionstools (aka Schweizer Messer 2.0), 9 Kataloge mit mehr als 60 Seiten und 49 Prospekte und Broschüren gezählt.

Allerdings ist der Prozess noch nicht abgeschlossen, sondern wurde nur unterbrochen, um eine vergleichende Untersuchung der Prospekte für den Opel Insignia, den 2er BMW und den Peugeot 508 anzustellen. Ich gönne ihm die Auswahl, ich gönne ihm alles. Er hat wie ich lange von einem Ecu zum anderen leben und zwei Jobs arbeiten müssen.

Edna hat schon die Ausschreibung für seinen Nachfolger herum geschickt. Sie ist überraschend realistisch. Es soll ein französischsprechender Call Center Agent sein, der anstelle einer solchen Ausbildung auch einen interessanten Lebenslauf haben darf. Es wird nicht ganz einfach werden, diese verzweifelte Seele zu finden. Es wird nicht einfacher werden, wenn er oder sie herausfindet, dass ich sein/ihr Kollege bin.

Heil Kaiser Norton!

Ich habe inzwischen einiges über das Vertriebsnetz von Kaiser-Norton gelernt. Einen ganz kleinen Knotenpunkt betreibt Paulas Bruder, einen weitaus grösseren in Frankfurt betreiben die Gebrüder Duffrey. Das spricht man französisch aus, weil es Welsche sind.

Paula hatte nämlich den Auftrag übernommen, einen Wagen bei Duffrey abzuholen und zu ihrem Bruder zu bringen. Denn im 21sten Jahrhundert kauft man nicht mehr, was gebraucht vor der Türe eines Autohauses steht oder hinten auf dem Hof zwischen der Mülltonne und einem zerlegten Mofa.

Statt dessen kann der Verkäufer genau das Vehikel, das sein Kunde sucht, in einer Datenbank finden. Zurück in der Realität findet sich der Wagen irgendwo in Deutschland, bei einer Filiale der Duffreys, der Baden-Garage, Von Stern oder einem anderen Autohaus. Irgendein Frührentner zieht sich dann seine ausgelatschten Treter an und holt den fast neuen Kaiser-Norton ab.

Dazu bewaffnet er sich mit einem guten Buch seiner Wahl, roten Nummernschildern, einem fernkopierten  Kaufvertrag und einem Fahrschein für den Zug. Dem öffentlichen Nahverkehr abhold beschloss Paula mit unserem eigenen Kombi zu fahren. Für die Rückfahrt durfte ich dann diesen Wagen lenken.

Kaum dass ich ihr an jenem Kaiser-Norton Enterprise S das Navigationssystem programmiert hatte, entfleuchte sie mit grösstmöglicher Geschwindigkeit. Das ist bei diesem relativ schweren Mini-Van zwar nicht so üppig, liegt aber deutlich oberhalb der von mir persönlich zu erreichenden Geschwindigkeit von ca. 130 km/h.

Ich hatte mich darauf vorbereitet, indem ich mich nicht auf ihrer Führung verlassen, sondern gleich selbst Google Maps gestartet hatte. Um den Radio-Sender nicht umschalten zu müssen, ein Unterfangen, das bei diesen Geschwindigkeiten übel ausgehen kann, setzte ich gleichfalls auf mein Mobiltelefon, das kanadische Musik spielte, und über die Power-Bank mit Strom versorgt wurde.

Immerhin hatte ich die Gelegenheit, mir vom Verkäufer bei Duffrey die Zusatz-Qualifikation als Überführungsfahrer zu erwerben. Das ist eine gute Ergänzung zum Food Distribution Assistant. Man weiss ja nie, ob einem nicht selbst irgendwann die Frührente blüht, so üppig wie ein Mykobiont, so üppig wie die Landschaften im Osten.

Ich konnte mir auch eine Airbus A380 anschauen, von unten und näher als es meiner Angst-Störung in diesem Augenblick lieb war, eine Citroen Dyane und Squaire, die Zentrale der LustHansa. In “Dr. Who” wäre das ein getarntes Raumschiff. Wahrscheinlich IST es ein getarntes Raumschiff. Allein die Häufigkeit, mit der die Zahl 6 in den Massen wie in der Postleitzahl auftaucht, ist extrem verdächtig.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main

https://de.wikipedia.org/wiki/Flechte

https://de.wikipedia.org/wiki/Changhe_Freedom_Mini_Van

https://de.wikipedia.org/wiki/Chrysler_Voyager

https://de.wikipedia.org/wiki/Airbus_A380

https://de.wikipedia.org/wiki/Citro%C3%ABn_Dyane

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Squaire

https://noisetrade.com/pledgemusiccanada/o-canada-mixtape-vol-2

https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%BChende_Landschaften#

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Motors

https://de.wikipedia.org/wiki/Norton_(Automobilhersteller)

https://de.wikipedia.org/wiki/Nash_Bridges