The Sacred Femine

„Where are the men?“ „That’s a good one,“ Pompson says. „Hard to find a man after a century of female schools, in a culture well degraded beyond the worship of the sacred femine.“

Douglas K. Pearson, Dead Sea Souls

http://books.noisetrade.com/douglaskpearson/the-dead-sea-souls

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Mean Man’s Bite

http://www.egofm.de/musik/download-des-tages/6294-alice-ivy-mean-mans-bite

„Wir freuen uns über einen Song, der vor Soul geradezu überquillt. Klingt fast so als wäre eine starke Frau direkt aus den 60ern in die Neuzeit gebeamt worden, um über die Begegnung mit einem der Mad Men zu singen. Diesen scheint die Gute nicht loszuwerden und daraus resultiert ein stimmungsgeladener Track. Dank den entspannten Guest-Vocals von Chloe Beckwith und den elektronischen Elementen ist die Stimmung allerdings weniger anklagend, als angenehm souverän und gelassen.“

A Meeting of Minds (TM)

Dr. Edward Werner glanced up angrily when he heard the modem connect. He’d been reading quite an exicting book – A Proto-Babylonian Grammar, The Structurealist Approach – and he’d reached the part where the author devoted a few chapters to the declension of the verb ‚to be‘. It was an absulutely masterful handling of a patently difficult task, and the author was to be praised greatly. It caused a shive to run down his spine just thinking about the hours of scholastic endeavour that had produced such a worthy tome. No, not hours, years. And to think, it hadn’t sold well. Obviously the public knew nothing of the true worth of the knowledge contained within the pages of this book. Utter plebeians.
In fact, only one copy was ever sold, and that was bought by Dr. Werner himself, as a present for his aging mother. Unfortunately, she hadn’t made too much progress in reading it, before she reached a point of not really needing to know about Proto-Babylonian. Actually, she hand’t even turned over the first page, and she’d never needed to know anything about Proto-Babylonian.
He hadn’t needed to buy a personal copy, thanks to that useful part of must publishing agreements that provides a free copy for the autoher. Of course he’ssigned the title page; in years to come it would be worth a fortune.

Ben Chenoweth, A Meeting of Minds, Noisetrade.com

Meeting of Minds ist ein leidlich unterhaltsames Buch. Einige Anspielungen auf Douglas Adams‘ Per Anhalter durch die Galaxis, eine nicht allzu durchdachte und auch nicht allzu ernst zu nehmende Handlung und dieser Abschnitt, in der uns Ben Chenoweth den prototypischen Schurken entwirft. Er hat – natürlich – einen deutschen Nachnamen, ist Dozent für Computerwissenschaften mit einem lebhaften Interesse an der proto-babylonischen Sprache. Für beides bekommt er keine Anerkennung, nicht einmal von seiner Mutter. Er muss seine Erfüllungsgehilfen nötigen und erpressen, damit sie ihm bei seinen Plänen zur Eroberung der Welt – des Galactanet – helfen. Und niemand bedauert ihn, liebt ihn, schätzt ihn, nicht einmal Ben Chenoweth als sein Schöpfer.

War es Ian Fleming, der deutsche Namen als schurkischen Standard definierte? Ich halte immer noch stets eine weisse Katze für den Fall bereit, dass Blofeld vorbeikommt. In der Regierungszeit von George W. Bush wurde diese Praxis in Hollywood so intensiv wieder belebt, dass der Zuschauer von Serien wie CSI und NCIS oft innerhalb von wenigen Minuten und damit 40 Minuten vor den Meister-Detektiven bereits wusste, wer der Täter war. Ersatzweise genügte es dann, nach dem deutschen Schauspieler Rudolf Martin zu schauen, der aus dem Vorurteil den Nutzen zog.

Diese Praxis schwächte die Position des Schurken, der dem Helden ein fast gleichwertiger, gleichwertiger oder sogar überlegener Gegner sein muss, der seinem Verstand den eigenen entgegensetzt und ihm vorgreift, indem der Held ja fast immer erst nach der Tat auftritt. Er muss Dinge tun, die anderen undenkbar sind, muss morden, rauben, manipulieren und nach Macht und Anerkennung streben, die er ja zuhause nicht bekommt, darf keinen Geschäftsschluss und keine Pause kennen, steht allein gegen eine Gesellschaft, die ihn im besten Fall bisher nur ignoriert hat. Über das, was er mit mir gemeinsam hat, gehören zu seinem Berufsbild auch noch das nächtliche Vergraben von Leichen ebenso wie stundenlange Meetings mit Gehilfen, mit denen man nicht ohne zwingende Gründe bekannt sein möchte, an Orten, wo noch kein Innenarchitekt je hingegangen ist.

Wir wissen über das wenige im zitierten Abschnitt hinaus nicht viel über Edward Werner’s Privatleben; er dient Chenoweth eigentlich nur als Motor für seine Handlung. Aber die von ihm gewählte Laufbahn hat von Jacques Vautrin (alias „Der den Tod täuscht“) bis zu Cassidy Casablancas eine Reihe Anhänger „alternativer Lebensstile“ angezogen. So ist recht gewiss, dass ausser diesen beiden auch A. J. Raffles, Amateur-Cricketer und Profi-Einbrecher, gleichgeschlechtlich liebte. Einige andere Schurken umgeben sich in so übertriebener Weise mit schönen Frauen, dass gerade das ihre Heterosexualität infrage stellt. Ihre weiblichen Pendants kombinieren denn gerne eine burschikose Auftrittsweise mit einer ambivalenten sexuellen Ausstrahlung, die nicht nur auf Männer anziehend wirkt. Der Schurke ist da freier als der Held, den lange die gesellschaftliche Konvention zu frenetischer Heterosexualität verurteilte, so sehr tatsächlich, dass sich Bruce Wayne eine Dauerverlobte hielt, um zu bestätigen, was er nicht war, eine sogenannte Alibiene. Heute kritisierte man höchstens den Altersunterschied zwischen ihm und Robin.

Manches ist doch besser geworden.