Blitzpolizei

https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article172155874/US-Elitetruppe-Die-Blitzpolizei-mit-dem-extravaganten-Outfit.html

… denn Snowden gehörte zu den United States Constabulary. Und diese Truppe setzte auf ein extravagantes Outfit: Die Helme zierten zwei breite gelbe Streifen, vorn auf dem Helm prangte in einem Kreis ein großes blaues C, von einem roten Blitz zerschnitten. Noch auffälliger war das knallgelbe Halstuch. Hätte es sich um Engländer gehandelt, wäre der Vorwurf des Snobismus erhoben worden. So aber erschien das Outfit einfach nur cool.

Die heute nahezu vergessene Spezialeinheit der US-Army war erstmals Anfang 1946 in den amerikanischen Zonen in Berlin, Süddeutschland und Österreich aufgetaucht. Während die Constabulary, zu denen auch berittene Kräfte gehörten, in der US-Armee bald die Bezeichnung „Circle-C-Cowboys“ weghatten, erhielten sie von der deutschen Bevölkerung den Spitznamen: „Blitzpolizei“ oder „Kartoffelkäfer“. Die auffällige Farbe war übrigens mit Bedacht gewählt: Die Einheit sollte sofort identifizierbar und als Elite erkennbar sein.

Die „Gelbbetuchten“ kümmerten sich um drei Aufgaben: Sie setzten Gesetze durch, gingen auf Verbrecherjagd und assistierten bei der Ausbildung der neuen deutschen Polizei. Sie übernahmen zweitens die Aufgabe eines Grenzschutzes an der Linie zur sowjetischen Zone, der in einem Streifen von zehn Meilen mit Straßensperren und „Checkpoints“ Wanderbewegungen zwischen den Zonen unterbinden sollte. Schließlich fungierten die United States Constabulary als militärische Eingreiftruppe, falls aus dem Kalten ein heißer Krieg werden würde – gerade nach Beginn des Korea-Konflikts wuchs diese Sorge.

United-States-Constabulary-1950

Das Outfit war tatsächlich auch ein Gegenentwurf zu den Uniformen der Truppe, die kurz vorher noch die Elite-Einheit in jener Weltgegend gewesen war, gekleidet in heiterem schwarz und mit Totenkopf-Applikationen.

Brain For Hire

In gewisser Weise ist das erstaunlichste an der Europäischen Gemeinschaft, das sie auf vielfältige Weise vom Werbeflyer über die Aussagen der Politiker bis zum Vertrag von Lissabon ein besseres, freieres und gerechteres Leben für ihre Bürger verspricht und niemand enttäuscht ist, wenn sie dieses Versprechen nicht einhält.

Ob sie die Korruption in Bulgarien nicht stoppt, Orban & Co. in Ungarn nicht davon abhält, Zigeuner, Juden und Homosexuelle zu verfolgen, sich in einer weltweiten Finanzkrise einen Teufel um ihre Bürger schert und statt dessen die Banken rettet und die griechische Regierung erpresst, die gesellschaftlich anerkannte Reaktion ist ein Schulterzucken. Dabei sollte die Schulter nicht zu weit hoch gezogen, das Schulterzucken denn auch mit ein paar abwertenden Bemerkungen über den jeweils anderen europäischen Staat kombiniert werden.

Vielleicht war der Versuch, aus 26 verschiedenen Nationen ein einiges und doch verschiedenes politisches Gebilde zu schaffen, zu verwegen. Vielleicht ging er auch nicht weit genug, weil ein politisches Gebilde ohne gemeinsame Identität die Bedürfnisse der Menschen nur bedingt befriedigen kann. Ist dieser Versuch nun gescheitert? Wahrscheinlich – die Gegenbewegung der Nationalisten breitet sich aus wie Unkraut, das zwischen den Pflastersteinen hervordrängt.

Mal als links, mal als rechts empfunden propagieren diese Gruppen die Wiederherstellung der Nationalstaaten in den geistigen Grenzen vom 17. April 1951. Das ist nachvollziehbar, bedenkt man, wie lange die Entwicklung dieser Nationalstaaten gebraucht hat und wie aufwändig sie war, welchen Preis Menschen dafür über Jahrhunderte in Geld und Blut bezahlt haben.

Aber lässt sich diese Rückkehr überhaupt noch bewerkstelligen? Wie zieht man Zollgrenzen zwischen Staaten, die so lange ohne sie ausgekommen sind? Wie ersetzt man eine Währung durch viele? Und wie überzeugt man all jene Menschen, die von den Vorteilen der EU so angetan sind wie andere von ihren Nachteilen? Die deutschen Studenten in Österreich, die polnischen Bauarbeiter in England, die italienischen Krankenschwestern in Deutschland, niederländische, tschechische und rumänische Lkw-Fahrer überall in Europa, die erst einmal lernen müssen, was sonst nur Einwanderer über Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen, Formulare, Wartezeiten und Währungskurse sind.

Es tun sich hier einige Möglichkeiten für Politiker, Philosophen, Beamte, Organisations-Spezialisten, Blogger, Journalisten und Logistiker auf. Ich bin per e-mail, Facebook, Tumblr und WordPress zu erreichen und stehen dotierten Angeboten wohlwollend gegenüber.