Ich bedauere mich

Ich bedauere, dass ich kein Penthouse in München oder Haifa habe, keinen Renault Twingo und kein Geld. Dafür habe ich einen bescheidenen Anteil an meinem Elternhaus. Das bedaure ich auch, speziell seit mich ein Schornsteinfeger einschreibenderweise anschrieb.

Zugang wünschte er sich zu diesem Haus, um eine Feuerstättenschau durchzuführen. Da konnte ich ihm mangels Schlüssel wie Telefonnummer meiner Schwester nicht helfen. Sogleich beeilte er sich, mich zu verwirren, weil er zweimal im Jahr die Heizungsanlage prüfen wollte. Schliesslich reicht es doch jedem anderen Kaminkehrer, seine Kunden einmal alle 12 Monate zu besuchen.

Da beschied er mir, er sei dazu gezwungen, weil meine Schwester ihre Heizung nur mit Holz beschicken könne. Holz übrigens sei in diesem Fall nicht immer Holz, sondern gerne einmal auch alles andere brennbare, wie auch immer es rieche. Eine Versorgung der Heizung mit Öl sei nur in der Kombination mit einem 5 Liter-Kanister Diesel und Schläuchen möglich, Schläuchen, die in diesem Fall die Kupferrohre ersetzten, die mein Neffe am Hafen verkauft habe.

Der stände allerdings nicht als Ansprechpartner zur Verfügung, sei beruflich verhindert, Folge sozusagen seines mangelnden Verständnisses traditioneller Weisheit, die einerseits behauptet, dass Handlungen Konsequenzen haben, und andererseits, dass der Mensch nur entweder zu faul zum Arbeiten oder zu dumm zum Stehlen sein kann. Ich bestehe in diesem Zusammenhang für mich auf eine deutlich verringerte geistige Leistungsfähigkeit.

Mir blühe unter Umständen eine 12,5% ige Beteiligung an den Kosten, wenn die Türe auf Anweisung des Ordnungsamtes durch einen Schlüsseldienst geöffnet werden müsse. Käme es nicht schlimmer, wäre es nicht schlimm, wenn ich erst einmal wieder ein paar Ecu zur Hand hätte.

Früge mich jemand, so empföhle ich die Unterbringung meiner Schwester in einem Pflegeheim bei gleichzeitigem Verkauf des Hauses. Für den Neffen ist ja erst einmal gesorgt.

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Da fahre ich nicht hin

Ich beschrieb einer Kollegin die verzwickten Beziehungen einer mir bekannten Familie in ihrem Heimatort. Als ich zurück an meinem Arbeitsplatz war, fiel mir wieder ein, dass mich keiner von ihnen grüsste, träfe er mich denn an diesem Ort. Das ist einer der Gründe, warum ich mich dort nicht sehen lasse.

Der Kleine Kiffer, mein Neffe, wohnt auch dort. Das ist ein anderer Grund dafür. Er ent-onkelte mich, als ich nach meines Vaters Tod zart andeutete, Anspruch auf mein Erbe erheben zu wollen. Mir schien, er fühle sich davon beleidigt. Ich erwähnte ihn meiner Kollegin gegenüber. Es sah aus, als kenne sie ihn. Aber vielleicht war auch nur das Leinsamenöl in ihren Haferflocken schal.