German Guilt, French Restraint

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Der Wagen war ein betagter Golf. Ich studierte das Vehikel vor der Pizzeria San Grigorio wie einst Old Shatterhand eine Fährte in einem Fly-Over-State.

Es war klar, dass der Besitzer es nicht als Neuwagen erworben hatte. Zum einen war er zu jung, zum anderen hatte das Auto ein Kennzeichen, das so typisch an Gebrauchtwagen vergeben wird.

Es war auch klar, dass er auf jemanden wartete und kein Native German war. Beides folgerte ich daraus, dass er den Motor laufen liess. Ich habe immer noch Schuldgefühle, weil ich vor zwei Jahren einmal auf einem Behinderten-Parkplatz gestanden habe.

Für den Liter Diesel, den ich beim Tanken am Samstag habe daneben laufen lassen, fühle ich mich weniger schuldig. Denn ich war abgelenkt. Paula war nämlich los gezogen, um einer jungen Französin ihre Meinung darüber kund zu tun, dass die ihr Auto nach dem Tanken vor der Zapfsäule und damit ihr im Weg hatte stehen lassen. .

Ich hatte inständig gehofft, dass die Madeleine Paula auf ihren Euro herausgeben würde. Sie hätte es doch schon dafür verdient, dass sie mir immer eingeredet hat, dass ich minderwertig bin. Aber die junge Dame war wohl einsichtig, zu gut erzogen oder hatte sich im Einzelhandel darin geübt, solche Einwürfe zu ignorieren.

Ich war enttäuscht von ihr. Mit dieser Einstellung wäre De Gaulle im Exil gestorben.