Mary Floppins

Nach 25 Jahren ist mir aufgefallen, dass Paula und ich in einigen Punkten verschieden sind. Sie zum Beispiel will nichts lieber schauen als The Walking Dead, ich hingegen schaue am liebsten ClaireVoyant.

Unterstellte ich Natasha Negovanlis und Annie Briggs vorab ein komisches Potential, übertreffen sie regelmässig meine Erwartungen. Wo sonst gibt es Nackt-Putzen “bush encouraged”, Rollen-Spiele mit Dschungel-Thema, Mary Floppins, die mit einer Reisetasche aus Teppichstoff verglichen wird, und geht jemand versehentlich bekifft zum ersten Date?

Mit mehr Geld und mehr Zeit für die einzelnen Episoden könnte das eine ungemein erfolgreiche Comedy auf Netflix, HBO oder Amazon sein. Das Potential ist da.

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Guess what just arrived!

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A masterpiece of design and devotion as a fan. And now completely useless. Guess I will keep it as a memorabilia. At least until that odor is gone.

 

Leistung muss sich lohnen

Ein Kollege suchte eben im Büro nach Lola Perry. Er hatte am Handy Bluetooth-Geräte gesucht und dabei das alte Samsung S5230 gefunden, an dem ich diese Kennung eingestellt habe. Still schwieg ich von meiner Heldin, der lieben Dekanin, und ihrem Wunsch nach der Zerstörung der Erde.

Während Paula im Wohnzimmer stand und mich ob der von mir zu zahlenden Abfallentsorgungsgebühren meiner Schwester anschrie, bedachte ich meine Einstellung. Sollte ich hier nicht differenzieren?

Denn es spricht ja gewiss nichts dagegen, per se  zu hassen, was sich da übertreibend Sapiens nennt, aber dieser Einzelfall ist doch besonders. Immerhin hat sie mich jahrelang manipuliert, damit ich mich gering fühle, mich ausgenutzt und herum geschubst. Soviel Engagement muss man einfach anders werten. Leistung muss sich lohnen.

Dr. Who put Bella in the Wych Elm

Ich vermisse “Carmilla”. Also eigentlich vermisse ich die Zeiten, in denen mein Verstand nicht von Paula und den Schulden und dem Rentenantrag blockiert war. Die Zeit, als ich Hirnzellen frei hatte, um mir Geschichten auszudenken. Aber mein Leben ist eben gerade ein Kampf “Mann gegen Mann”, dessen Teilnahme auch Frauen offen steht.

Dabei würde ich mir doch so gerne ein Crossover zwischen “Carmilla” und “Dr. Who” denken. In dem bäte der Doktor LaF und Perry um ihre Gesellschaft und Hilfe, da er im England des Jahres 1941 Bella La Strega stoppen will, eine Hexe aus dem Italien des 13. Jahrhunderts, die mit ihrem fliegenden Drachen für die Nazis Birmingham zerstören soll.

Perry lässt sich nur mit Mühe von Lafontaine und dem Time-Lord dazu überreden, weil sie eigentlich auf dem Weg zur Einweihungsparty von Laura und Carmilla in Toronto sind. Aber wie der Doktor so schwungvoll erklärt, mit einer Zeitmaschine kommt man doch nie zu spät. Pflichtbewusst will sie LaF nicht alleine in die Schlacht ziehen lassen.

Ausserdem sieht sie sich in der Verantwortung, dem einen oder anderen Nazi ihre Menora dort einzuführen, wo die Sonne nicht hinscheint. Gehen wir einmal getrost davon aus, dass sie furchteinflössend sein kann, auch wenn sie nicht vom Dean besessen ist.

Ich plädiere an dieser Stelle für einen Rückblick, indem die Schurkin mit einem Feldmarschall Göring konferiert, der unbestimmt an Donald Trump erinnert. Perry trüge übrigens ein chices Kostüm im Stil der 40er, Lafontaine die Uniform der weiblichen Hilfstruppen. Im Kontakt mit den Einheimischen nennten sie sich Tuppence und Thomasina.

Im Ergebnis stürzt La Strega aber während ihrer Verfolgungsjagd von ihrem Drachen herab in eine hohle Ulme, und der Doktor, Lafontaine und Perry bringen das Tier dann zurück auf seinen Heimat-Planeten. La Stregas Leiche wird zwei Jahre später von einigen Jungen gefunden. Unklar bleibt erst einmal, wer an den Wänden Birminghams die Frage stellt: “Who put Bella in the Wych Elm?”

Im folgenden schraubt LaF an der Tardis und  optimiert sie, während Lola Perry die Andenken neu organisiert, die er auf tausend Planeten gesammelt hat.. Ich wäre in keiner Weise überrascht, wenn die beiden dann allerdings trampen müssten. Männer können merkwürdig sein, wenn man an ihren Gadgets spielt. Es kann aber natürlich auch daran liegen, dass Lafontaine sich ein paar mal beschwert hat, weil sie keine Gelegenheit hatte,  Mr.  Turing kennen zu lernen, einen ihrer absoluten Helden. Oder ganz generell daran, dass dem dynamischen Duo auffällt, dass der Doktor einen gewissen Hang dazu hat, Menschen zu manipulieren.

Eine vogonische Bauflotte verlassen sie aber sehr schnell wieder, weil sie Perry viel zu unaufgeräumt ist. Statt dessen reisen sie mit Dana Dartagnan in ihrem quietschgelbem Raumjäger “Hahnenfuss” nach Neu-Paris. Unter die rauen Musketiere passen die zwei nicht recht, wie sie in einer Bar bald feststellen, in die sie ihre neue Freundin schleppt. Dort versichert ein volltrunkener Adeliger Perry seiner Zuneigung und macht einige Vorschläge, in denen es um deren physische Aspekte geht.

Laf tritt ohne Zögern für ihre Freundin ein. Das führt erst zu einer Rempelei in der Bar und dann zu einem Duell. Dana erklärt ihr vorher noch, wie ein Degen zu führen ist. Sie ist nervös, aber fest entschlossen, das zu tun, was hier nötig ist, pariert, fällt aus, blockiert und schlägt ihrem Opponenten die Glocke ihres Degens an den Kopf. Während er bewusstlos ist und sich seine Freunde und Anhänger um ihn versammeln, empfiehlt Dana den beschleunigten Rückzug.

Um weiteren Problemen mit ihm zu entgehen, vermittelt sie den Beiden einen Mitflug auf dem Raumjäger einer “Freindin” (die Übersetzung von Frenemy hakt ein bisschen) zu einem Kolloquium über die theoretischen Aspekte des Zeitreisens auf dem Asteroiden Sorbonne. Die Pilotin ist in diesem Fall Ro Chosnay, eine Sternenkriegerin von beachtlicher physischer Präsenz, die LaFs vegetatives Nervensystem durcheinander bringt.

Auf dieser Konferenz treffen sie eine Professorin für Archäologie. Sie hat, wie sie ihnen erklärt, ein persönliches Interesse an Zeitreisen und lacht dabei verschmitzt. Als die Beiden ihr ihre persönlichen Erfahrungen in diesem Bereich darstellen, lacht sie vor Freude, dass ihr fast die Brüste aus dem Oberteil springen.

River Song nimmt sie dann auf eine Reise in die Vergangenheit des Mars mit, in jene Zeit kurz vor dem Untergang der letzten grossen Zivilisation auf diesem Planeten. Als die degenerierten letzten Marsianer sie durch die Tunnel und Höhlen unter den Ruinen ihrer Stadt jagen, werden sie von River getrennt und in einem Laboratorium eingeschlossen.

LaF baut aus herum liegenden Teilen, ihrem kybernetischen Auge und einem altmodischen Taschenrechner einen “Temporal-Beförderer” wie sier es nennt,in dem sie allerding sehr, sehr eng zusammen stehen müssen, um durch die Zeit zu reisen. Diese Szene wirft einmal mehr die Frage danach auf, welche Rolle Sexualität in ihrer Beziehung spielt. Einer der degenierten Marsianer fummelt verständnislos an den Knöpfen und Schaltern herum. Erst dadurch öffnet sich dann tatsächlich eine Raumzeitspalte, in der der “Temporal-Beförderer” verschwindet.

Es folgt eine Phase der Entfremdung zwischen den beiden. Denn als sie statt in Toronto vor der Haustüre von Hollstein in Blechtley Park im Jahr 1944 landen, äussert Perry herben Verdacht gegen Lafontaine, ist dieses Anwesen doch jener Zeit die Wirkungsstätte Turings. Vorübergehend getrennt widmet sich Perry einer Tätigkeit als Übersetzerin bei den Freien Franzosen in London, wo De Gaulle und seine Mannen, die auch Frauen sein können, jeden brauchen, der geläufig Englisch, Französisch und Deutsch sprechen kann. Laf hingegen nimmt eine Stelle als Assistentin bei Turing an. Doch bald gerät sie mit ihrem Idol in Streit und wirft ihm seine Notizen vor die Füsse. Vor dem Tor der Universität begegnet sie Perry, die sie besuchen wollte. Es kann die eine nicht ohne dendie andere sein.

Gemeinsam reisen sie nach Birmingham. Dort üben sie sich in der schönen Kunst der Sachbeschädigung und malen den Satz “Who put Bella in the Wych Elm?” an Hauswände und auf Denkmäler. Diese Taktik ist durchaus erfolgreich, da sie den Doktor nach Birmingham und ins Jahr 1944 lockt.

Er sieht ganz anders aus, reist in Gesellschaft einer jungen Frau mit einer ausgeprägten Vorliebe für die angewandte Chemie hat und kennt die beiden Kanadier nicht. Aber er ist bereit, sie nach Toronto mitzunehmen, wenn sie ihm bei einer „Kleinigkeit“ helfen. Es gelingt Lola, Lafontaine davon abzuhalten, ihm ihre Meinung auf eine sehr physische Weise auszudrücken, bei der ihre Faust und ihr Stiefel eine wichtige Rolle spielen sollten. Einäugig zu sein ist ihrer Ausgeglichenheit nicht förderlich.

Ich weiss nicht recht, wie ich sie, den Doktor und Ace in die Welt von Neuromancer befördern soll, wo Lafontaine ein neues Auge bekommt. Tatsächlich hatte ich einige Ideen, von denen jedoch die eine ausuferte und die andere nirgendwohin führte.

Denn am Ende müssen die zwei, die mir so sympathisch sind, ja mit nur zehn Minuten Verspätung vor der Türe der Wohnung in Toronto stehen, in die Laura und Carmilla gerade eingezogen sind, und Laf muss ein neues Cyber-Auge haben, da sie es ja in “Carmilla – The Movie” hat.

https://en.wikipedia.org/wiki/Who_put_Bella_in_the_Wych_Elm%3F

https://en.wikipedia.org/wiki/Tommy_and_Tuppence

http://www.anhalter-lexikon.de/lexikon/db/vogon.php

http://tansyrr.com/tansywp/

https://de.wikipedia.org/wiki/Neuromancer-Trilogie

https://en.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee

https://en.wikipedia.org/wiki/Asexuality

https://en.wikipedia.org/wiki/Genderqueer

http://carmilla.wikia.com/wiki/S._LaFontaine

http://carmilla.wikia.com/wiki/Lola_Perry

WASTE

Mein Bücherregal ist vor zwei Jahren stehengeblieben. Ich kaufe keine neuen Papierbücher mehr, ich lese fast nur noch auf dem Handy. Mein Bücherregal ist mir, so wie mein Ich von vor zwei Jahren, schleichend fremder geworden.

Nun ziehe ich um. Viele Wochen lang grüble ich immer wieder darüber nach, ob ich die Bücher wieder aufstellen soll. Es würde viel Platz und Aufwand sparen, sie in Kisten zu lassen. Aber ich finde Bücherregale schön, ich möchte sie als dekoratives Element nicht missen. Wohnungen ohne Bücher fühlen sich für mich oft leer an. Woher kommt das? Warum habe ich mein ganzes Leben lang meine Bücher gut sichtbar aufgestellt? Benutze ich sie als soziales Distinktionsmerkmal? Ist das alles reine Angeberei? Finde ich Bücherregale nur deshalb schön, weil sie ein bildungsbürgerliches Statussymbol sind?

K. meint, dass Bücher praktisch sind, um ein Gespräch zu beginnen. (Wir beginnen auch direkt mehrere Gespräche über Bücher.) Aber warum dann nicht Filme und Musik? (Wir wechseln zum Thema Serien.) Ich habe viele CDs – sie sind mittlerweile alle in zwei Kisten im Keller. Wenn meine Wohnung zeigt, wer ich bin (war!), warum soll ich nur die Summe des Gelesenen sein, nicht auch die Summe des Gehörten und Gesehenen – insbesondere nachdem letzteres in den letzten Jahren viel mehr Raum eingenommen hat als das Bücherlesen.

Hier stellt Kristin Knopf im Technik-Tagebuch unter dem Titel „Mein Bücherregal ist nicht mehr Ich“ eine entscheidende Frage. Womit füllen wir den Platz an den Wänden, der im 20. Jahrhundert noch von Bücherregalen besetzt wurde?

Bücherregal Knopf  Bücherregal Pineas

Bücherregal alt – Kristin Knopf                                           Bücherregal neu – Pineas

Einfach eine Pizza an die Wand werfen und ihr zusehen, wenn sie daran herunter rutscht, ist eine Lösung für Sozialschwache wie den Zahnlückigen, der mir gestern bei Aldi ein buntes Bouquet von Drohungen und Beleidigungen zuwarf.

Denn wir müssen ja unsere Bildung und unseren kulturellen Hintergrund darstellen, vorzugsweise auf preiswerte Art, da wir zu unserem höheren Intelligenzquotienten ja nicht auch ein adäquates Gehalt bekommen haben.

Ich denke in diesem Zusammenhang an eine Reihe kleiner Bilderrahmen, z. B. im Format 13 x 18 cm, sauber neben- und übereinander aufgereiht, die die gescannten Titelseiten von Lieblingsbüchern, per Photoshop gealterte Bilder der Titelseiten von ebooks oder Symbolbilder zeigen, die für Bücher und Serien stehen.

Das WASTE-Symbol aus Thomas Pynchons “The Crying of Lot No.49” stellt da schon Ansprüche an den Besuch und dient dann als Gesprächseinstieg ebenso wie Laura Hollis’ berühmte Tasse in Form einer britischen Notruf-Telefonzelle, die sowohl auf “Carmilla” als auch auf “Dr. Who” hinweist.

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