Schiffe und Flugzeuge aus Papier

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Es hat die Bundesmarine ein Segelschulschiff nicht (mehr), um damit Geldnoten zu verzieren, sondern um ihre Offiziere auszubilden.

Warum es aber für einen Offizier, der auf einer von Dampfturbinen angetriebenen Fregatte für den Raketenwerfer oder die Radar-Anlage verantwortlich sein soll, notwendig ist, zu wissen, welche Segel bei welchem Wind zu setzen sind, bleibt ungewiss.

Das ist ein wenig so, als unterwiese man einen zukünftigen Ingenieur nicht in der Technik der Verbrennungsmotore, hätte er nicht vorher ein halbes Jahr damit verbracht, als Heizer Kohlen in eine Dampfmaschine zu schaufeln.

Tatsächlich hat die Bundesmarine ein Segelschulschiff, weil die Nazi-Marine mehrere hatte, und die, weil es bei der Kriegsmarine der ersten Republik genauso war und davor bei der Kaiserlichen Marine auch. Und selbst damals war das eigentlich schon überholt gewesen, denn diese Burschen dienten ja später auch nur auf Dampfschiffen.

Es würde also nach meiner laienhaften Meinung Sinn machen, eine angejahrte Fregatte etwa des Typs F122 als Schulschiff zu recyceln. Diese Schiffe sind eh nur mit wenig Gewinn zu verkaufen. Es gibt ja auch immer weniger Länder, in die die Bundesrepublik Waffen liefern kann.

Ähnlich hirnlos wird nach meiner Ansicht die Diskussion über das neue Kampfflugzeug geführt. Wie gelegentlich erwähnt bin ich Laie. Jedoch scheint mir der Ausgang des letzten Luftkampfes zwischen Indien und Pakistan, bei dem eine auf dem Papier veraltete Mig21 eine modernere F16 abschoss, eine andere Lösung nahezulegen.

Nimmt man dazu den Preis einer F18 oder F35, ist die Zahl von Flugzeugen drastisch limitiert, die sich ein Staat wie Grossbritannien oder Deutschland leisten kann. In der Theorie kann ein solches Flugzeug dann zwar vielfältig eingesetzt werden oder auch ein halbes Dutzend gegnerischer Flugzeuge eines speziellen Typs abschiessen. Aber was nutzt das, wenn ein Feind eine enorme Zahl günstiger Maschinen wie die Chengdu J7 einsetzen kann?

Die Idee, die F35 für alles und jedes einzusetzen, kam wohl erst nach einem entsetzten Blick auf die Kosten. Was soviel Geld verschlingt, muss notwendig einen extremen Nutzen bringen. Das Flugzeug dem anzupassen, kostete weitere extreme Summen. Sucht jemand eine geistige Sackgasse? Da ist eine in HD und Dolby Surround.

Sinnvoller wäre es also vielleicht ein günstigeres und zuverlässiges Flugzeug zu entwickeln und mehr Geld in die Ausbildung der Piloten zu stecken, die es fliegen sollen. Denn wenn es Hart auf Hart kommt, zählt der auch viel. Da wäre es gut, er hätte sein Flugzeug nicht nur am PC geflogen.  

War ja noch vor dem Krieg, wir hatten ja nichts

Früher war alles viel früher. Wir hatten zum Beispiel kein Youtube. Eigentlich hatten wir ja gar nichts, war ja noch vorm Kriesch.

Dafür hatten wir Zigarettenstummel überall auf den Böden der Bahnhöfe und in Aschenbechern in Wohnzimmern. Damals war das Rauchen in der Wohnung noch nicht auf soziale Randgruppen beschränkt.

Die konnten seinerzeit übrigens im Fernsehen noch nicht sehen, wie schlecht es ihnen ging. Es gab nämlich nur zwei Programme, und keines davon war RTL. Sowohl im “Tatort” auf ARD als auch bei “Derrick” auf ZDF mordete man vorzugsweise in besseren Kreisen, so das wirtschaftswachstumsbedingte Wachstum dieser sozialen Klasse mühsam in Schach haltend.

Wir lasen damals noch Bücher auf PAPIER! Ich bitte die jüngeren Leser dieses Blogs, sich das einmal vorzustellen! Aber in diesem Medium brachten uns Edward Hornung und Agatha Christie nahe, dass es Homosexuelle gab, und Arthur Conan Doyle und Rex Stout erzählten uns von Asexuellen.

Die Töchter der Sappho waren in der Kriminalliteratur übrigens unterrepräsentiert. So beraubten die klassischen Kriminalschriftsteller Natasha Negovanlis vorab grossartiger Filmrollen. Dafür hatten wir Jodie Foster, für die einmal jemand einen US-Präsidenten töten wollte.

Es waren raue Zeiten, in denen kein Wohnzimmerschrank kein Barfach hatte. Dort hoben unsere Eltern zwar keine Barren von Gold auf, dafür aber eine frei zugängliche Auswahl von Likören und Schnäpsen. Als Kind musste man halt selbst entscheiden, wie interessant das war. Ich mochte es nicht.

Aber ich hatte damals ja einen Crush für das Mädchen in der Parallel-Klasse, allerdings  auch einen für Conan den Cimmerier. Dem konnte die schauspielerische Darstellung von Arnold Schwarzenegger abhelfen. Der Charakter in den Geschichten war bei weitem anziehender.

Der Überwachungsstaat war noch analog, der Terrorismus hausgemacht, argumentierte aber nicht weniger abstrus als die aktuelle Variante. An den Postämtern, die es noch in jedem Ort gab, weil jeder Briefe auf PAPIER verschickte, hingen die Photos der Terroristen.

Die Bundesrepublik Deutschland war die Staatsform des Militärisch-Industriellen-Komplexes. Zahlreich waren die Verbündeten, Amerikaner, Briten, Niederländer, Kanadier, Belgier, zahlreich war die Bundeswehr. Sie allein hatte 500.000 Soldaten. Dazu gab es eine stehende Reserve-Division in der Uniform des Bundesgrenzschutzes und eine Million Reservisten, bereit, sich im nächsten Zeughaus mit Waffenrock, Büchse, Strahlbomber und Panzer zu versehen.

Sie sollten den Feind, den Russen, der dann auch mal Tschechoslowake, Ukrainer, Pole, Ungar, auch Ostdeutscher sein durfte, so lange aufhalten, bis die tapferen Allierten zur Hilfe kämen. Dann sollte laut Planung der Weltuntergang damit beginnen, dass die tapferen Krieger gegenseitig ihre Städte atombombadierten. Dafür gab es dann einen präzisen Plan. Ein Wiederaufbau war nicht vorgesehen.

Es waren also unheitere Zeiten, die niemand vermisst als die Kinder und Enkel derer, die sie erlebten, die nun ihre Unwissenheit vor dem Wissen behütet. Dem soll dieser Text vorbeugen. Doch habe ich gelernt, dass der Mensch nichts lernt. Entsprechend hoffe ich nicht.

Ist vielleicht irgendjemand Antisemit?

Kennt jemand eine gepflegt-antisemitische Seite? Für meine aktuelle Fanfiction brauche ich ein paar Vorurteile gegen Juden. Die soll eine der Figuren äussern, damit eine andere Person sie widerlegen kann.

Mir selbst fehlt es da einfach. Bei jedem Versuch, mich selbst in dieses Thema hinein zu denken, kommt mir der Gedanke an Willow Rosenberg und Lola Perry dazwischen. Denn die hatten beide eine Bat Mizvah.

Wörtlich bedeutet Antisemit zu sein übrigens, dass man nicht nur Juden, sondern auch Araber ablehnt, die ja ebenfalls Semiten sind, Nachkommen von Noahs Sohn Sem. Das gilt dann natürlich auch zum Beispiel für christliche Libanesen, weil sie ja Araber sind, die eben Semiten sind, und für die ebenfalls christlichen Malteser, die arabisch sprechen, eine semitische Sprache.

Das erinnert mich an einen marokkanisch-stämmigen Kunden, der in der Rue Ernest Renan wohnte. Der verstorbene Philosoph und Historiker wäre mit dieser Nachbarschaft nicht glücklich gewesen, ihm hingegen machte es nichts aus. Dem Intoleranten begegnete er mit einem wissensdefizit-indizierten Indifferenz.

Diese legere Einstellung zu allen Fragen von Rasse, Religion und Nation scheint aber überholt zu sein. Man trägt dieser Tage wohl wieder Vorurteil. Das war zu erwarten. Wo Imperien untergehen, wo die Wirtschaft auf dem Kopf steht und Banken Zinsen auf die Kredite zahlen, die sie geben, wird die Moral immer rigider sein als in den entspannten Tagen heiterer Dekadenz.

Nicht ohne Grund wird der Zustand der Bundeswehr gerade jetzt diskutiert, nicht ohne Grund finden so viele Russen zum orthodoxen Glauben zurück, steigt die Zahl von Gewalttaten gegen Homosexuelle. Intellektuell wird man diese konservativere Einstellung später wahrscheinlich damit begründen, dass die Chinesen moralisch überlegen sind, weil sie wirtschaftlich überlegen sind. Der menschliche Geist ist da strapazierfähig.

Warum wir alle Garagentorantriebe lieben

Weil man damit ein Maschinengewehr steuern kann.

Ich empfehle für diese Anwendung allerdings statt des amerikanischen M60 das deutsche MG3. Diese Waffe hat zwei Enden, das nämlich, an dem der deutsche Soldat ist, und das, vor dem man nicht sein möchte.

Deshalb rate ich auch zu einem unserer Antriebe statt dieses Modells von Chamberlain. Die Reichweite der Fernbedienung ist grösser. So hat man mehr Vorsprung, wenn sich mal das falsche Ende auf einen zu bewegt.