Im Dienste der Öffentlichkeit

Nachdem ich gezwungen war, mich mit der Existenz von Funklöchern auseinander zu setzen, tat ich es auch. Während ich mir die geprellten Rippen rieb, installierte ich die Funkloch-App der Bundesnetzagentur und machte mich an die Erfassung des mobiltelefonischen Zustandes in Panzerbach, Lützelbach, Hagen und Gutundböse. 

https://breitbandmessung.de/

Tatsächlich ist das Ergebnis gar so übel nicht. Von Lützelbach selbst abgesehen, das nur 2G hat und einem massiven Funkloch mit dem Baumarkt in Panzerbach als Zentrum, ist die Versorgung mit 4G/LTE gar nicht so übel. Selbst vor der “Die Dorfschänke” in Leipen und auf der Rennstrecke zwischen der Kloster- und der Waldstrasse zeichnete die App die Verfügbarkeit von Long Term Evolution auf.

Das Unterfangen bedurfte zwar einer beachtlichen Menge elektrischer Energie, ergänzte aber die Daten, die andere Nutzer schon gemeldet hatten. Denn im Gegensatz zu denen befuhr ich ja eben nicht nur die Haupt- und Bundesstrassen, sondern durchquerte nächtlich auch Wohngebiete und stiess in Strassen vor, die von vernünftigeren Menschen eben gemieden werden. 

Beteiligten sich alle Beförderer von Teigwaren und Flachkuchen neapolitanischer Art an einem solchen Projekt, so hätte man gewiss nach längstens acht Wochen die präziseste Erfassung, die man sich vorstellen kann. Es gibt ja kaum genauere Kenner einer Gegend und ihrer Schönheiten als diese Gesellen, die selbst dorthin gehen, wo kein Paketbote oder Taxifahrer sich hin verirrt. 

Was die Schönheiten angeht, so bot mir eine junge Dame über eine Pizza Regina das Du an und nannte mir ihren Vornamen. Das fand ich sehr nett, sie selbst aber nicht wirklich schön.

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/deutschland-warum-unsere-handynetze-so-schlecht-sind-kolumne-a-1297362.html