Aufgeben ist nicht… leider

Ich handelte mit der Bank eine Vereinbarung aus, wonach sie mir für einen Monat vorstrecken, was ich brauche, um die Steuern zu bezahlen, und dann von der Lebensversicherung bekomme.

Leider setzte der Mitarbeiter als Bedingung, dass ich ihm jene Mitteilung über den Rückkaufswert zukommen liesse, die ich unabsichtlich in jener Woche ins Altpapier gegeben hatte, als das auch abgeholt wurde. Das sagt mir etwas über die Ordnung aus, die mein Leben ganz offensichtlich dringend bedarf.

Und es sagt etwas darüber aus, was ich jetzt tun muss. Um jemanden zu zitieren, der mir ungemein sympathisch ist: „Wir können es auf die harte Tour machen oder… Warte, es gibt nur die harte Tour.“ Aufgeben ist also nicht… leider.

Ich fordere jetzt erst einmal das Schreiben mit dem Rückkaufwert an und schicke dem Banker einen Screenshot eines e-mail-Dialoges zwischen Paula und mir, in dem sie sich hingebungsvoll über die Höhe des Wertes beschwert.

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So unwissend ich in den meisten Dingen des Lebens bin, so ahnungslos bin ich in einem ganz speziellen Bereich.

Mit ungewohnter Geschwindigkeit stellten wir am Samstag unsere neapolitanischen Flachkuchen, Nudelgerichte und Salate zu, so schnell tatsächlich, dass ihre Empfänger davon überrascht waren. Die letzte Kundin in Prümburg trug dann die Hose ungefähr auf halb acht und hatte ihre Brüste hastig in einen BH gestopft, der vielleicht nicht ihrer war. An der Vorderseite ihres Shirts hätte sie Kleiderbügel aufhängen können. An ihr vorbei konnte ich in ihr Wohnzimmer schauen, in dem eine andere Frau fernsah.

Ungefähr zwei Stunden später, die Nacht schon auf meinem Roller durchquerend, wurde mir klar, dass hier der Hauptgang die amuses gueules unterbrochen hatte.

Mir fällt gerade auf, wie ähnlich Laura Hollis und Buffy Summers in einer bestimmten Situation reagieren, Laura, als sie merkt, dass Carmilla auf sie steht, und Buffy, als ihr bewusst wird, dass Willow Tara sehr mag. Ich sah wahrscheinlich ungefähr genauso verwirrt aus.

Oh… oh!

The Sword and The Grave

Black Widow

https://www.youtube.com/watch?v=vJDZzxuokQ4

Das Video zu Iggy Azaleas Song „Black Widow“ ist eine Paraphrase auf Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“ (Teil 1), ergänzt um Zitate aus einigen anderen japanische und chinesische Action-Filme, in denen die Protagonisten darauf bestehen, Auseinandersetzungen mit Schwertern zu lösen, als hätten Samuel Colt und John Browning nicht das Lösen von Problemen in den letzten 170 Jahren drastisch vereinfacht.

Die Arbeit dieser Wohltäter der Menschheit schuf auch eine gewisse Gleichberechtigung, denn eine Charter Arms Patriot oder eine Glock 17 ersetzen hinlänglich die Kraft, die einer Frau fehlen mag, um einen Mitbürger mit Rapier, Katana oder Franziska aus dem Leben zu befördern.

Im musikalischen Kurzfilm treten Iggy Azalea und Rita Ora an die Stelle von Beatrix Kiddo, der Protagonistin des Spielfilms, einer Auftragsmörderin von nicht unerheblichen Fähigkeiten. Sie schnetzelt sich hingebungsvoll durch beide Teile von Tarantinos Film und eine beachtliche Zahl von Gegnern.

Darüber hinaus beginnt sie ihren Rachefeldzug, indem sie aus einem langen Koma erwacht, und unterbricht ihn, um sich aus dem „einsamen Grab der Paula Schultz“ zu befreien. Bei dieser Übung beruft sie sich auf Fähigkeiten, die sie von Pai Mei, einem chinesiche Lehrer der Kampfkunst, erlernt hat.

Unerwähnt bleiben andere Lehrer, von denen sie diese Dinge gelernt haben könnte, Faith Lehane, Vampire-Slayer, zum Beispiel, die bereits einige Jahre, bevor Tarantino Kill Bill schrieb, aus einem acht Monate lange Koma erwachte, um sich auf einen Rachefeldzug gegen ihre Feindin/Freundin/Mit-Jägerin Buffy Summers zu begeben, den sie schliesslich als einen Schritt in einem Lern-Prozess abbricht.

Buffy Summers selbst arbeitet sich ohne Hilfe von Pai Mei und ebenfalls lange vor Kiddo aus ihrem eigenen Grab heraus. Sie allerdings wurde nicht lebendig begraben, sondern opferte ihr Leben zur Rettung der Welt und wurde dann von ihrer Freundin Willow Rosenberg, der guten Hexe des Westens, von den Toten zurück gerufen.

Ihre Rückkehr aus dem Grab setzte Standards für Heldinnen und wurde inzwischen nicht nur von Beatrix Kiddo, sondern auch von Lisbeth Salander kopiert. Deren eigener, relativ kurzer Rachefeldzug war aber vielleicht nur ein Kommentar zum Zerfall der Familie in der westlichen Welt und zur Wirkung der 5,6 mm-Patrone. Sie greift dann am Ende – ganz klassisch – wieder zur Axt.

Ich bin ein sexloses Flittchen

Gerade noch rechtzeitig exportierte ich die Pineas Diaries von My Opera zu WordPress. Soll ich nun parallel zueinander bei Tumblr und WordPress posten, was schon bei My Opera nur wenige lesen wollten? Soll ich auf der anderen Seite behaupten, der Kreis meiner Leser sei exklusiv, wo sich in seinem Umfang doch eigentlich nur ausdrückt, wie langweilig mein Leben ist… und wie wenig mich die Erwartungen anderer interessieren. So erweiterte sich die Zahl meiner Follower spontan, würde ich zum Beispiel von perversem Sex berichten wie einst Belle de Jour, die vielgeliebte, jedoch verböte mir das meine Erziehung.

Dazu kommt als weiteres Hindernis, dass es meinem Leben so eklatant an Sex fehlt wie an beruflichem Erfolg, Anerkennung, einer Perspektive und einem Auto. Das kann ich nur behelfsweise mit billigem Tee, e-books und Sid Meier’s Pirates! auf meinem Nokia Asha 309, einem Motorroller mit Dreck in der Öl-Leitung und einem Faible für Buffy Summers und Lisbeth Salander ersetzen. Das wiederum inspiriert den einen oder die andere dazu, mich Versager zu nennen. Die Gewohnheit lässt mich diese Ansicht fast teilen; allerdings gibt es neuerdings Menschen wie Strasssteinchen und den Schmock, die ihr widersprechen, die behaupten, an mir Fähigkeiten entdeckt zu haben, die mir selbst noch fremd sind.

Ein Teil von mir zögert noch, ein anderer ist bereit, sich darauf einzulassen, erliegt der Versuchung wie es sonst nur Lindsay Lohan tut.

Sex in der Wüste

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