Die feinen Unterschiede

So macht’s der Herr Trump:

Trump’s to-do list in Britain is both short and important. After congratulating Britain on spending 2 percent — or close to 2 percent — of its GDP on defense, he should tell May that he will move heaven and earth to conclude a free trade agreement with Britain by the time it formally exits the EU, at the end of March 2019 — but that he can do this only if Britain isn’t bound by an EU rulebook.

http://www.foxnews.com/opinion/2018/07/12/for-trump-it-looks-like-bad-time-to-arrive-in-britain-actually-its-ideal-heres-why.html

Es liegt auf der Hand, dass Grossbritannien nur dann einen Handelsvertrag mit den USA schliessen kann, wenn dieses Land nicht mehr zur EU gehört. Sonst gelten ja die zwischen der EU und den USA geschlossenen Verträge.

Und so übertreibt die russische Propaganda die Rolle Putins beim Wiederaufbau Syriens durch die Chinesen:

Als der russische Präsident Wladimir Putin diplomatische Bemühungen für die Stabilisierung Syriens und des Nahen Ostens forderte, reagierte Peking auf diesen Aufruf mit ehrgeizigen Wiederaufbauplänen.

Unternehmen aus China stehen angeblich Schlange, um Aufträge für den Wiederaufbau ganzer Städte und Dörfer, Straßen, Brücken, Schulen, Krankenhäuser und Kommunikationsnetze zu erhalten, die durch den fast siebenjährigen Krieg zerstört wurden.

Die Vereinten Nationen schätzen die Kriegsschäden an der Infrastruktur Syriens auf mindestens 250 Milliarden Dollar. China könnte der ideale Partner für den Wiederaufbau des Landes sein.

https://deutsch.rt.com/international/70778-pax-sinica-chinas-rolle-im-syrischen-friedensprozess/

Dass aber chinesische Vertriebler mit dem gepackten Muster-Koffer in der Hand auf dem Flughafen sitzen, um die Syrer mit ihren Angeboten zu bombardieren wie die Russen nicht mit Bomben, hat jeder schon erwartet.

Die westlichen Nationen würden auch gerne mittun, warten aber darauf, dass El Presidente vor Verzweifelung darüber, dass sie ihn nicht lieben, zurücktritt. Das ist die Stelle, wo der Warteraum das Abstellgleis ist.

 

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pavianfelsen

This royal throne of kings, this sceptred isle,
This earth of majesty, this seat of Mars,
This other Eden, demi-paradise,
This fortress built by nature for herself
Against infection and the hand of war,
This happy breed of men, this little world,
This precious stone set in the silver sea,
Which serves it in the office of a wall,
Or as a moat defensive to a house
Against the envy of less happier lands;
This blessed plot, this earth, this realm, this England,

William Shakespeare, Richard II.

Wiedervereinigung

http://edition.cnn.com/2016/06/29/opinions/make-the-uk-the-51st-state/index.html

„There are four irresistible reasons why the UK should join in a permanent political and monetary union with the United States.

First, there’s trade. Why was the UK an EU member in the first place? It wanted easy access to a huge trading bloc — the biggest in the world. However, U.S. GDP is only slightly below the EU’s economic output. We’re No. 2! In fact, by some estimates, California by itself is the world’s eighth-largest economy.
Second, there’s regulation. The Brits were sick and tired of being told how curvy bananas could be and whether eggs could be sold by the dozen. But by becoming the 51st state, the Brits would get no-fuss trading with all other U.S. states, without the pesky regulations. We’re so lax about regulation, we let kids eat mac and cheese with Yellow Dye No. 5 and No. 6 — both banned in Europe!
Third, there’s travel. Sure, as EU members, Brits have been able to get into the fast lane at European airports, making it practically effortless to see the Parthenon in Greece or the Colosseum in Rome. But do they know there’s a full-scale replica of the Parthenon in Nashville, Tennessee? And did they forget about the Los Angeles Memorial Coliseum, which has been called „the greatest stadium in the world“ by the Los Angeles Memorial Coliseum website?
Fourth, there’s the overwhelming embrace Americans would give the Brits. We love everything the Brits do, everything the Brits make, and everything the Brits say (or at least the way they say it). I have friends on all sides of the political spectrum, and there’s one thing they all agree on: The UK is awesome. From Shakespeare to Sherlock, from the Royal Albert Hall to the royal family. And speaking of the „royals,“ Queen Elizabeth II and company could simply merge with America’s royal family — the Kardashians. They have about the same power over the government, and they’re just as much fun to photograph.“

Und Du bist raus!

Die Briten haben sich dafür entschieden, die EU zu verlassen. Das taten sie mit einem so knappen Vorsprung, dass die nächsten beiden Generationen Gesprächsstoff für den Abend im Pub haben. Hätten die Griechen  2009 gewusst, dass es möglich ist, so einfach auszutreten, hätten sie es sofort getan und bezahlten jetzt im Café wahrscheinlich mit Renbinmi. Immerhin – sie hätten etwas, um ihren Kaffee zu bezahlen.
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Die Briten haben sich dafür entschieden, die EU zu verlassen. Das ist ihr gutes Recht. Ihr Land ist eine Demokratie. Gerade darin sind sie ein Teil jenes Europas, das sie auf einer theoretischen Ebene ablehnen. Ob das praktisch gesehen eine gute Idee gewesen sein wird, wird sich nach 2018 zeigen, wenn der legale Loslösungs-Prozess abgeschlossen ist und die wirtschaftlichen Konsequenzen langsam abschätzbar sind.
 Brexit1
Die Briten haben sich dafür entschieden, die EU zu verlassen. Aber aus der Europäischen Union auszusteigen bedeutet keinen Ausstieg aus dem historischen Prozess der asiatischen Migration nach Westen, dem Aufstieg Chinas zur Weltmacht, dem Machtverlust Amerikas und der Dekadenzkrise des Westens. Es bedeutet nur, dass man diesen Aufgaben auf sich selbst gestellt begegnet. Das kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht.
 Brexit1
Premierminister Cameron ist bereits zurückgetreten. Er ist damit der erste einer Generation von Politikern, deren Abtreten längst überfällig ist. Sie vertreten eine Idee von Europa, die sie selbst nicht mehr verstehen, in einer Sprache, die ihren Wähler nicht verstehen. Hollande, Merkel, Renzi und anderen werden ihm früher oder später folgen. Die Wahrscheinlichkeit spricht für früher. Nur ist im Schatten dieser Blaunadel-Gewächse kaum eine neue Generation Politiker nachgewachsen, eher eine politische Macchia, in dem fundamentale Ideen und fundamentaler Mangel an Ideen sich verwachsen.
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Ihr Deutschen habt die Lage nicht im Griff

„Jedes Jahr, das wir nicht mehr in der EU sind, ist ein besseres Jahr für uns.“ Das sagt Lord David Owen im Gespräch mit n-tv.de. Der 77-Jährige erwartet eine Tragödie in der EU und erhebt schwere Vorwürfe gegen Deutschland. Owen war Mitglied der Labour-Partei und von 1977 bis 1979 Außenminister Großbritanniens. Später war er einer der Gründer der Sozialdemokratischen Partei.“

https://www.n-tv.de/politik/Ihr-Deutschen-habt-die-Lage-nicht-im-Griff-article17876601.html

„In dem Moment, als die EU den Euro und die Währungsunion einführte, hat sie sich fundamental geändert. Trotz des Widerstands durch die Bundesbank hatte Kanzler Helmut Kohl das Projekt vorangetrieben. Das war falsch: Europa ist nicht bereit für eine Währungsunion. Ihre Ausgestaltung ist voller Fehler. Es muss sich etwas ändern, doch ihr Deutschen seid nicht bereit dazu. Deshalb müssen wir schnell die EU verlassen. Jedes Jahr, in dem wir nicht mehr in der EU sind, ist ein besseres Jahr für uns.

Das Alter beugt mich, mässigt mich. Vor einigen Jahren noch hätte ich mich hingebungsvoll über Orban und Kaczynski aufgeregt, die ein anderes Europa anstreben als jene Merkwürdigkeit, die wir als die Europäische Union bezeichnen. Hier eine Föderation autokratisch regierter Staaten, die sich als christlich, als katholisch beschreiben, dort ein politischer Fungus, der den Kontinent überwuchert

Und im immer noch Vereinigten Königreich träte die eine Hälfte der Engländer gerne aus der Union, die andere noch lieber gleich ganz aus Europa aus. Haben die Nordiren eigentlich wie die Schotten eine Möglichkeit, über einen Verbleib im Königreich der Windsors zu entscheiden? Und wie sieht es mit Gibraltar aus? Beide Gebiete haben Grenzen nur zu EU-Staaten und sind wirtschaftlich auf eine globalisierte Welt ausgelegt und nicht darauf, nur den englischen Markt zu beliefern. Und ist es wirklich ein guter Plan, sich wirtschaftlich vom kontinentalen Hinterland zu isolieren, wenn sich die USA dann vielleicht vom Rest der Welt isolieren?

Betagt und intellektuell wie emotional in meiner eigenen Finanzkrise gefangen, erkenne ich in all dem nur ein Encore eines Grundkonfliktes der menschlichen Gesellschaft, der sich wenigstens seit den Tagen des Imperium Romanum immer wiederholt. Denn es scheint mir, als hätte der Mensch als Spezies nur ein beschränktes Sortiment sozialer und politischer Konzepte, die er hingebungsvoll immer wieder neu kombiniert. Dabei war die Erfindung der Demokratie durch die Griechen ungefähr im 5. Jahrhundert vor Christus wahrscheinlich die letzte wirkliche Neuerung.

Die Tyrannis, die als Konzept Orban und Kaczynski näher liegt, kam etwa 200 Jahre vorher auf. Dabei beförderte sich ein tatkräftiger und notfalls sogar gerissener Angehöriger einer Mittelschicht mit deren Unterstützung zum Staatschef, einen ablösend, dessen Vorfahren es wahrscheinlich nicht viel anders gemacht hatten, bevor sie göttliche Abstammung als Begründung nachreichten und sich König nannten. Dieses Verfahren wiederum kam in Europa übrigens erst mit Merowech dem Merowinger und in Afrika mit Muhammad Ahmad vorläufig aus dem Gebrauch.

Die Grundannahme der Europäischen Union aber ist, dass alle Mitgliedsstaaten in recht ähnlicher Weise einer parlamentarischen Demokratie anhängen, ihre Regierungen in allen Teilen des Staatsgebietes Macht ausüben und Verträge einhalten. Den ersten Teile stellen nun die Regierungen in Ungarn und Polen infrage, den zweiten die in Italien und Griechenland. Das wird nicht dazu führen, dass die EU jetzt einfach zusammenbricht. Dazu bedarf es dann schon noch einer dauerhaften Weigerung, sich zu verändern und anzupassen, aber dazu sind etliche ihrer Anhänger ja durchaus bereit.

Brain For Hire

In gewisser Weise ist das erstaunlichste an der Europäischen Gemeinschaft, das sie auf vielfältige Weise vom Werbeflyer über die Aussagen der Politiker bis zum Vertrag von Lissabon ein besseres, freieres und gerechteres Leben für ihre Bürger verspricht und niemand enttäuscht ist, wenn sie dieses Versprechen nicht einhält.

Ob sie die Korruption in Bulgarien nicht stoppt, Orban & Co. in Ungarn nicht davon abhält, Zigeuner, Juden und Homosexuelle zu verfolgen, sich in einer weltweiten Finanzkrise einen Teufel um ihre Bürger schert und statt dessen die Banken rettet und die griechische Regierung erpresst, die gesellschaftlich anerkannte Reaktion ist ein Schulterzucken. Dabei sollte die Schulter nicht zu weit hoch gezogen, das Schulterzucken denn auch mit ein paar abwertenden Bemerkungen über den jeweils anderen europäischen Staat kombiniert werden.

Vielleicht war der Versuch, aus 26 verschiedenen Nationen ein einiges und doch verschiedenes politisches Gebilde zu schaffen, zu verwegen. Vielleicht ging er auch nicht weit genug, weil ein politisches Gebilde ohne gemeinsame Identität die Bedürfnisse der Menschen nur bedingt befriedigen kann. Ist dieser Versuch nun gescheitert? Wahrscheinlich – die Gegenbewegung der Nationalisten breitet sich aus wie Unkraut, das zwischen den Pflastersteinen hervordrängt.

Mal als links, mal als rechts empfunden propagieren diese Gruppen die Wiederherstellung der Nationalstaaten in den geistigen Grenzen vom 17. April 1951. Das ist nachvollziehbar, bedenkt man, wie lange die Entwicklung dieser Nationalstaaten gebraucht hat und wie aufwändig sie war, welchen Preis Menschen dafür über Jahrhunderte in Geld und Blut bezahlt haben.

Aber lässt sich diese Rückkehr überhaupt noch bewerkstelligen? Wie zieht man Zollgrenzen zwischen Staaten, die so lange ohne sie ausgekommen sind? Wie ersetzt man eine Währung durch viele? Und wie überzeugt man all jene Menschen, die von den Vorteilen der EU so angetan sind wie andere von ihren Nachteilen? Die deutschen Studenten in Österreich, die polnischen Bauarbeiter in England, die italienischen Krankenschwestern in Deutschland, niederländische, tschechische und rumänische Lkw-Fahrer überall in Europa, die erst einmal lernen müssen, was sonst nur Einwanderer über Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen, Formulare, Wartezeiten und Währungskurse sind.

Es tun sich hier einige Möglichkeiten für Politiker, Philosophen, Beamte, Organisations-Spezialisten, Blogger, Journalisten und Logistiker auf. Ich bin per e-mail, Facebook, Tumblr und WordPress zu erreichen und stehen dotierten Angeboten wohlwollend gegenüber.