Davon rede ich nicht

Ich spreche nicht über Sexualität. Es ist kein heiteres Thema. Das liegt an mir, der diese Dinge nie leicht nehmen kann. Spräche ich davon, spräche ich von wenigen und seltenen Gelegenheiten, Menschen und Interessen, die mich… motivierten. Ich spräche von einem Spannungsfeld zwischen diesem Thema und dem Hang, manche Dinge recht ernst zu nehmen. Ich spräche von Wünschen und Ängsten und von einer Frau, die ich geheiratet habe, weil man das halt so tut. Aber ich spreche ja darüber nicht.

Either/Or

 

ncis-los-angeles-talia-kensi-deeks-620x343

Talia: „You know, I wouldn’t have let regulations stop me if we we partners.“ Deeks: „I’m sorry, just to clarify, if you and I were partners, or if you and Kensi were partners?“ Talia: „Either/or.“ Deeks: „Wow, I’m going to go ahead and save that image in my head.“
Hat sich schon jemand die Mühe gemacht, eine Liste der LGBT-Charaktere im NCIS-Franchise aufzustellen? Ich erinnere mich aus dem Stand an eine lesbische und eine transsexuelle Mörderin, ein homosexuelles Mordopfer, einen Offizier, der sich selbst umbringt, weil er sich Freund, Frau und militärischer Karriere aufgerieben wird, zwei homosexuelle Zeugen und einen schwulen NCIS Special Agent, der allerdings dann auch bald bei einem Anschlag auf der Strecke bleibt.

Dazu kommen dann noch zwei bisexuelle Mörderinnen und DEA Special Agent Talia Del Campo, die im vorgenannten Zitat ein theoretisch bleibendes Interesse an Marty Deeks und Kensy Blye äussert.
Damit limitiert ihr Autor quasi automatisch ihre Lebenserwartung in der Serie. Denn wie der vorige Abschnitt zeigt, lebt das Volk des Regenbogens auch in dieser amerikanischen Serie gefährlich. Das drückt aber wahrscheinlich kein Vorurteil aus, sondern ist Teil einer alten Tradition, so wie der Couchtisch, hinter dem der Held Deckung bezieht, wenn er unter Beschuss gerät.
Die hochwertigste amerikanische Spanplatte leistet Kupfermantelgeschossen genauso viel Widerstand wie eine Packung Deutsche Markenbutter. Als diese Tradition aber vor fast 100 Jahren begründet wurde, schoss der längst vergessene Schurke noch mit einem ausgemusterten Armee-Revolver und Schwarzpulverpatronen. Der Tisch, hinter den sich Tom Mix duckte, war seinerzeit aus fingerdickem Eichenholz, in dem die Bleikugeln mit etwas Glück dann doch stecken blieben.
Willow Rosenberg, Captain Jack Harkness und Susan Ivanova erlebten schliesslich als LGBT-Charaktere auch das Finale ihrer jeweiligen Serien. Als gefährlich betrachteten ihre Schöpfer eher ihre Lebensstile als Hexe,  Leiter einer Geheimorganisation und Kommandantin einer Raumstation während eines galaktischen Krieges und nicht ihre Partnerwahl.

Mein Name ist Bond, Frau Bond

https://www.n-tv.de/leute/Mein-Name-ist-Bond-Frau-Bond-article17764896.html

Auch auf die Gefahr hin, nun gepudert und geteert, mit Mascara-Stäbchen aufgespießt, im Haarspray-Nebel erstickt oder mit Hermès-Tüchern erdrosselt zu werden: Eine Frau als Bond ist doof. Egal, ob sie eine Super-Frau ist.

Eine Frau als Bond ist doof, sagt Sabine Oelmann auf NTV.de.

Ein bisexueller James Bond allerdings hat einige Möglichkeiten, sage ich. Er kann in gewohnter Weise durch die Gegend toben und reichlich Flurschaden hinterlassen, um am Abend dann zu vernaschen, was gerade schön und zur Hand ist.

Er kann ein Poster von John Barrowman als Captain Jack Harkness an der Wand haben, den Leibwächter des wahnsinnigen Wissenschaftlers verführen und am Ende mit dessen Frau in den Sonnenuntergang fahren.

Why not? Und warum sollte nicht Sarah Michelle Gellar Miss Moneypenny spielen?

Die Liebhaberinnen der Prinzessin

Der Steuerberater schätzte unsere Aussenstände beim Finanzamt für die letzten drei Jahre auf 3.100 Ecu. Für die Finanzierung sehe ich nur eine schwache Chance auf ein Darlehen der örtlichen Volks-, Spar- und Raiffeisenkasse oder die Auflösung unserer vielfach beliehenen Kapitallebensversicherung. Paula ist grundsätzlich dagegen. Allerdings habe ich noch nicht verstanden, ob gegen eine der Finanzierungslösungen oder dagegen, dass wir dem Finanzamt diese Summe schulden.

Ich habe auf eine merkwürdige Weise, die nur für mich Sinn machte, versucht, diesen Punkt hinaus zu schieben. Über die Motive meines Handelns bin ich mir nicht sicher, bin aber bereit, sie mir selbst nachzuliefern. Der Mensch an sich liebt die nachträgliche Rationalisierung. Die Prinzessin Trachea-Aurelia Belaroth z. B. spricht in ihrem Interview mit Arnie Niekamp in „Hello from the Magic Tavern“ zwar freimütig darüber, dass sie mit Frauen „gelegen“ hat, schiebt als Quasi-Entschuldigung aber sofort nach, dass sie so Komplikationen mit der Thronfolge durch unerwünschte Fortpflanzung verhindert.

In dieser Beziehung wiederum ist der Mensch an sich und überhaupt zu den verrrücktesten Dingen bereit. Maniac z. B. versucht gerade in diesem Moment den Omni der örtlichen Pizzeria vor der Türe der Illinois Electro Door wieder in Bewegung zu setzen. Ich hatte ihn immer im Verdacht, eine Auge auf seine Fahrerin geworfen zu haben. Bei ihr bin ich nicht sicher, aber der Dodge wird ihn wohl enttäuschen. Das Ding wäre selbst dem legendären Al Bundy peinlich gewesen.

http://hellofromthemagictavern.com/

Unter dem Chiton Ganymeds

Ich brauche einen griffigen Blog-Namen für die Mondo-Kassiererin. Die Fehde zwischen ihr und Paula geht nämlich weiter. Die Kassiererin hat sie jetzt beim Tierschutzverein als Katzen-Messy angeschwärzt, einer jener Personen also, die Feliden sammeln. Das ist weniger falsch, als es Paula recht ist. Für mich hat jetzt den Vorteil, dass sie sich hinter die Vermittlungen der Fund-Katzen Nr. 2 und 4 klemmen will… also eigentlich will sie ja, dass ich mich dahinter klemme.

Fürderhin heisse also jene Kassiererin in diesem Blog „Die Hand Gottes“. Ich lasse denn mal offen, wessen Gottes Hand das ist, ob es sich dabei um die linke oder rechte handelt und zu welchem Zweck dieser Gott sie gebraucht, diese Hand. Krom zum Beispiel, der ja ein eher verkniffener Typ ist, zerschmettert mit seiner eigenen Hand gerne einmal die Schwachen, während Gon sich ja am liebsten mit ihr da kratzt, wo es juckt, und Zeus… schweigen wir von seiner Hand, die sovielen Göttinnen und sagenhaften Frauen (und Ganymed) so vertraut ist.