Die Macht der Zwei

So stelle ich mir das absolute Traum-Date eines Bisexuellen vor. Meins wärs gewesen.

 

Advertisements

Either/Or

 

ncis-los-angeles-talia-kensi-deeks-620x343

Talia: „You know, I wouldn’t have let regulations stop me if we we partners.“ Deeks: „I’m sorry, just to clarify, if you and I were partners, or if you and Kensi were partners?“ Talia: „Either/or.“ Deeks: „Wow, I’m going to go ahead and save that image in my head.“
Hat sich schon jemand die Mühe gemacht, eine Liste der LGBT-Charaktere im NCIS-Franchise aufzustellen? Ich erinnere mich aus dem Stand an eine lesbische und eine transsexuelle Mörderin, ein homosexuelles Mordopfer, einen Offizier, der sich selbst umbringt, weil er sich Freund, Frau und militärischer Karriere aufgerieben wird, zwei homosexuelle Zeugen und einen schwulen NCIS Special Agent, der allerdings dann auch bald bei einem Anschlag auf der Strecke bleibt.

Dazu kommen dann noch zwei bisexuelle Mörderinnen und DEA Special Agent Talia Del Campo, die im vorgenannten Zitat ein theoretisch bleibendes Interesse an Marty Deeks und Kensy Blye äussert.
Damit limitiert ihr Autor quasi automatisch ihre Lebenserwartung in der Serie. Denn wie der vorige Abschnitt zeigt, lebt das Volk des Regenbogens auch in dieser amerikanischen Serie gefährlich. Das drückt aber wahrscheinlich kein Vorurteil aus, sondern ist Teil einer alten Tradition, so wie der Couchtisch, hinter dem der Held Deckung bezieht, wenn er unter Beschuss gerät.
Die hochwertigste amerikanische Spanplatte leistet Kupfermantelgeschossen genauso viel Widerstand wie eine Packung Deutsche Markenbutter. Als diese Tradition aber vor fast 100 Jahren begründet wurde, schoss der längst vergessene Schurke noch mit einem ausgemusterten Armee-Revolver und Schwarzpulverpatronen. Der Tisch, hinter den sich Tom Mix duckte, war seinerzeit aus fingerdickem Eichenholz, in dem die Bleikugeln mit etwas Glück dann doch stecken blieben.
Willow Rosenberg, Captain Jack Harkness und Susan Ivanova erlebten schliesslich als LGBT-Charaktere auch das Finale ihrer jeweiligen Serien. Als gefährlich betrachteten ihre Schöpfer eher ihre Lebensstile als Hexe,  Leiter einer Geheimorganisation und Kommandantin einer Raumstation während eines galaktischen Krieges und nicht ihre Partnerwahl.

Mein Name ist Bond, Frau Bond

https://www.n-tv.de/leute/Mein-Name-ist-Bond-Frau-Bond-article17764896.html

Auch auf die Gefahr hin, nun gepudert und geteert, mit Mascara-Stäbchen aufgespießt, im Haarspray-Nebel erstickt oder mit Hermès-Tüchern erdrosselt zu werden: Eine Frau als Bond ist doof. Egal, ob sie eine Super-Frau ist.

Eine Frau als Bond ist doof, sagt Sabine Oelmann auf NTV.de.

Ein bisexueller James Bond allerdings hat einige Möglichkeiten, sage ich. Er kann in gewohnter Weise durch die Gegend toben und reichlich Flurschaden hinterlassen, um am Abend dann zu vernaschen, was gerade schön und zur Hand ist.

Er kann ein Poster von John Barrowman als Captain Jack Harkness an der Wand haben, den Leibwächter des wahnsinnigen Wissenschaftlers verführen und am Ende mit dessen Frau in den Sonnenuntergang fahren.

Why not? Und warum sollte nicht Sarah Michelle Gellar Miss Moneypenny spielen?

Die Liebhaberinnen der Prinzessin

Der Steuerberater schätzte unsere Aussenstände beim Finanzamt für die letzten drei Jahre auf 3.100 Ecu. Für die Finanzierung sehe ich nur eine schwache Chance auf ein Darlehen der örtlichen Volks-, Spar- und Raiffeisenkasse oder die Auflösung unserer vielfach beliehenen Kapitallebensversicherung. Paula ist grundsätzlich dagegen. Allerdings habe ich noch nicht verstanden, ob gegen eine der Finanzierungslösungen oder dagegen, dass wir dem Finanzamt diese Summe schulden.

Ich habe auf eine merkwürdige Weise, die nur für mich Sinn machte, versucht, diesen Punkt hinaus zu schieben. Über die Motive meines Handelns bin ich mir nicht sicher, bin aber bereit, sie mir selbst nachzuliefern. Der Mensch an sich liebt die nachträgliche Rationalisierung. Die Prinzessin Trachea-Aurelia Belaroth z. B. spricht in ihrem Interview mit Arnie Niekamp in „Hello from the Magic Tavern“ zwar freimütig darüber, dass sie mit Frauen „gelegen“ hat, schiebt als Quasi-Entschuldigung aber sofort nach, dass sie so Komplikationen mit der Thronfolge durch unerwünschte Fortpflanzung verhindert.

In dieser Beziehung wiederum ist der Mensch an sich und überhaupt zu den verrrücktesten Dingen bereit. Maniac z. B. versucht gerade in diesem Moment den Omni der örtlichen Pizzeria vor der Türe der Illinois Electro Door wieder in Bewegung zu setzen. Ich hatte ihn immer im Verdacht, eine Auge auf seine Fahrerin geworfen zu haben. Bei ihr bin ich nicht sicher, aber der Dodge wird ihn wohl enttäuschen. Das Ding wäre selbst dem legendären Al Bundy peinlich gewesen.

http://hellofromthemagictavern.com/

Unter dem Chiton Ganymeds

Ich brauche einen griffigen Blog-Namen für die Mondo-Kassiererin. Die Fehde zwischen ihr und Paula geht nämlich weiter. Die Kassiererin hat sie jetzt beim Tierschutzverein als Katzen-Messy angeschwärzt, einer jener Personen also, die Feliden sammeln. Das ist weniger falsch, als es Paula recht ist. Für mich hat jetzt den Vorteil, dass sie sich hinter die Vermittlungen der Fund-Katzen Nr. 2 und 4 klemmen will… also eigentlich will sie ja, dass ich mich dahinter klemme.

Fürderhin heisse also jene Kassiererin in diesem Blog „Die Hand Gottes“. Ich lasse denn mal offen, wessen Gottes Hand das ist, ob es sich dabei um die linke oder rechte handelt und zu welchem Zweck dieser Gott sie gebraucht, diese Hand. Krom zum Beispiel, der ja ein eher verkniffener Typ ist, zerschmettert mit seiner eigenen Hand gerne einmal die Schwachen, während Gon sich ja am liebsten mit ihr da kratzt, wo es juckt, und Zeus… schweigen wir von seiner Hand, die sovielen Göttinnen und sagenhaften Frauen (und Ganymed) so vertraut ist.

Ich war die Sex-Sklavin von Dark Willow

„The Summer Society is a recreational student body organization at Silas University. They are known to be an outdoor social club for all girls athletics, with the possibility that they are in fact monster hunters.“

Sehr kurz ist die Beschreibung, die carmilla.wikia (http://carmilla.wikia.com/wiki/Summer_Society) von dieser studentischen Verbindung an der Silas-Universität in jenem Bundesland Österreichs gibt, das sonst nur als Arnold Schwarzeneggers Heimat bekannt geworden ist. Ist sie korrekt, können wir, die Kenner des Buffyverse, annehmen, dass es sich um eine Gruppe von unausgebildeten Slayern handelt, die sich ohne einen Wächter selbst organisiert hat.

Betrachtet man die besonderen Bedingungen dieser Höheren Bildungsanstalt, schlagen sie sich gar nicht schlecht, immerhin überleben die meisten von ihnen die erste Staffel von Carmilla. Darf ich – ganz zart – das als Ansatz für ein Crossover in einer Buffy-Graphic Novel anregen?

Ich werde wahrscheinlich es so wenig sehen wie eines mit Kane dem Verfluchten. Den jungen Mr. Giles kenne ich noch nicht, der alte hätte, seine Brille putzend, und mit einigem Räuspern ausgeführt, dass es sich dabei um einen Terminus Technicus handelt, da Kane von einem vergessenen Gott tatsächlich dazu verflucht wurde, ewig zu leben. Ob die Heldin daran denkt, wenn sie mit ihrem Mietwagen irgendwo in Sonora liegen bleibt und zu einem rothaarigen Hünen in seinen Jeep steigt, der seine Armbanduhr am rechten Handgelenk trägt und direkten Blickkontakt vermeidet?

Eher nicht. Kontemplation ist bekanntlich nicht ihre Stärke. Das ist ein Unterschied zwischen den beiden, die da einen Truck-Stop im staubigen Nirgendwo ansteuern, wo Buffy auf den örtlichen Pannendienst warten will. Kane denkt viel über sein Schicksal nach, die Last eines Lebens, das nicht enden kann und zu dem Gewalt unabdingbar gehört: „I kill things. It’s what I was made to do. I’m rather good at it“.

Diesen Satz hätte auch Buffy Summers sagen können, auch sie eine Verfluchte. Denn die Jägerin zu sein, ist ein Fluch, der nach dem unausweichlichen Tod eines seiner Opfer auf die nächste Angehörige einer Blutlinie fällt, die so alt wie die Menschheit ist.

Aber wahrscheinlich denkt sie eher darüber nach, wie sie der Versicherung klar machen kann, dass nicht ihre Schuld ist, was immer mit dem Wagen passiert ist. Den Mann neben ihr hält sie für einen Ex-Soldaten im Dienst eines der verschiedenen Drogenkartelle. Wahrscheinlich findet sie ihn sogar anziehend. Er ist stark und hat eine gefährliche Aura, eine Kombination, die sie immer reizt, die sie an Spike auch immer reizt.

Ein Hauch des Geheimnisvollen fällt an dieser Stelle in die Geschichte, als der fast hundertjährige Urgroßvater des Motel-Besitzers, ihr auf der Veranda erzählt, dass er bald sterben müsse. Ein sicheres Zeichen sei, dass sich für ihn ihr Begleiter genauso anhöre wie jener Colonel Kane, der 1945 die Soldaten angeführt hat, die das Lager befreit haben, in dem er gewesen ist. Ausgehend vom Namen nimmt sie an, dass er ein Verwandter ist.

Später am Abend essen sie zusammen. An den anderen Tischen sitzen mexikanische Trucker, einfache Männer mit indianischen Vorfahren, und ein schlanker junger Mann, der allein sitzt. Die einzige andere Frau in der Cantina trägt ein tief ausgeschnittenes, billiges Kleid. Buffy und Kane unterhalten sich über die Landschaft in Sonora, Smalltalk, die geistige Sättigungsbeilage.

Sie spricht von ihrer Heimatstadt in der Nähe von San Narcisco, die einer Naturkatastrophe zum Opfer gefallen ist, er von einem Bergrutsch in den Alpen, den er einmal erlebt hat. An dieser Stelle kommt der junge Mann zu ihnen herüber, der wie sich nun herausstellt, ein Tourist aus dem exotischen Österreich ist. Er hat einen gewissen Gesprächsbedarf, ist sein Spanisch doch zu beschränkt, um sich viel mit den Einheimischen unterhalten zu können. Tatsächlich ist er intelligent und mit trotz seines etwas umständlichen Englisch sogar witzig.

Der Abend ist angenehm, das Essen recht gut, Kane zuvorkommend und anziehend, und Jan flirtet ein bisschen mit ihr. Ungefähr an dieser Stelle betreten vier Männer nacheinander den Raum und verteilen sich an vier leeren Tischen. Jan bemerkt als erster, dass die Vier, so wenig sie es zugeben, irgendwie doch zueinander gehören. Gerade in diesem Augenblick meldet sich Buffys Slayer-Instinkt – sie sind Vampire!

Unweigerlich folgt hier eine Kampfszene, in der sie durch ein Fenster nach draussen geworfen wird, wieder hereinspringt, um mit mächtigem Schlag Jan von einem Gegner zu befreien, bevor sie einen Vampir pfählt, der sich gerade in einer für sie ungewohnten Weise über die Prostituierte hermachen will. Kane hat sich inzwischen mit einem Hackmesser aus der Küche bewaffnet und einen anderen Vampir mit einem gewaltigen Schlag verstümmelt.

Während der sich kriechend entfernen will, schlägt er ihm den Kopf ab. Ungefähr an dieser Stelle bricht ihm der dritte Vampir mit einem Tisch das Rückgrat. Buffy erledigt auch diesen Vampir. Der vierte flieht ebenso wie die überlebenden Menschen.

Sie unterhalten sich nun, während Jan versucht, den Notarzt anzurufen. Aber offensichtlich haben die Vampire vor dem Angriff den Mobilfunkmast sabotiert. Kane hat Buffys Jacke unter dem Kopf liegen. Irgendwann verliert er das Bewusstsein. Sie kniet lange neben ihm auf dem Boden.

Dann aber kommt der Vampir zurück und mit ihm seine Mutter, die wie ihre Söhne untot ist und noch stärker als sie. Buffy nimmt es mit beiden auf, mächtige Schläge und Tritte wechseln sich mit Wortspielen und dem Einsatz von Bratpfannen und Topfdeckeln ab. Auge in Auge stehen sich die beiden Kämpferinnen gegenüber, als der Vampir-Sohn sich von hinten an die Jägerin heran schleicht. Gewaltige Hände schliessen sich um seinen Hals, zerquetschen seinen Kehlkopf, brechen sein Genick, bis der Kopf nur von Speise- und Luftröhre gehalten auf der Wirbelsäule schwankt.

Ein starker Griff zwingt ihn zu der zerbrochenen Fensterscheibe und drückt seinen Hals gegen das scharf gezackte Glas, bis er endgültig fällt. Grauer Staub auf der zersprungenen Steinplatten vor dem Lokal. Buffy rammt der Vampirin ihren Pflock ins Herz, auch sie „Staub zu Staub“ wie unsere Heldin angesichts gewisser Defizite der Hausreinigung kommentiert. Die Erkenntnis, dass Kane lebt und wieder gesund ist, stoppt ihren Redefluss.

Der Alte lacht. Er sitzt in einer Ecke des Raumes, wo er den Kampf beobachtet hat, einmal mehr ein Überlebender. Kane nickt ihm zu, ihn an seinem Lachen als Moses Cohen Enriques aus Amsterdam erkennend wie Buffy an dem, was sie tut, als die Jägerin. In seinem jahrtausendelangen Leben ist er einigen dieser Auserwählten begegnet, hat mit der einen oder anderen von ihnen wahrscheinlich geschlafen und die eine oder andere von ihnen ganz sicher getötet.

Witzig wäre eine NCIS-Episode, in der Willows Foto bei den persönlichen Dingen von Special Agent Bishop auftauchen würde. Eine Andeutung hier, ein Halbsatz dort würden DiNozzo (und den Zuschauer) vermuten lassen, dass Eleanor bi ist und mit der Rothaarigen früher einmal verbandelt war.

Es scheint mir nur wenige Möglichkeiten zu geben, wie diese Figur Sympathien gewinnen könnte. Eine Hommage wie Kate Todds Aufzählung von Tonys früheren Arbeitsstellen in „Baltimore, Philly und Peoria“, in der bewusst oder unterbewusst eine Anspielung auf Philip J. Farmer steckt, ist vielleicht der am wenigsten aufwändige Ansatz.