Serengeti muss sterben

Irgendwie höre ich die sonore Stimme des lang verstorbenen Zoologen Grzimek, wenn ich die Nachrichten lese. “In den Zeiten der Dürre sterben zuerst stets die alten und kranken Tiere” oder etwas ähnliches mit gleicher Bedeutung sagt er dann in meinem Kopf.. 

Was ihm für Zebras, Gnus und Gazellen galt, gilt uns für die Wirtschaft. Gerade jetzt sehen wir Unternehmen wie Thomas Cook dahin scheiden (hohe Schulden aus der letzten Insolvenz, mangelhafte Adaption an das 21ste Jahrhundert, Hänge-Brexit), Wrightbus (dito), Automobilzulieferer (weil die Autobranche auf das Modell Bugsy Malone umstellt) und Banken. 

Wobei, in diesen Kreisen fusioniert man ja mit dem nächstbesten Mitbewerber statt zum Insolvenzgericht zu gehe und lässt sich dann seine Abfindung auf ein Konto bei Revolut oder N26 überweisen. Oder man senkt seine Kosten, indem man den Kredit von vor vier Jahren zu 2,5% durch einen zu 1,5% ablöst wie es nicht nur die Bundesregierung laufend tut und verschleppt so die Insolvenz noch einmal. 

Am Ende werden in den nächsten fünf Jahren aber etliche Unternehmen auf der Strecke bleiben, leer stehende Bürohäuser und Fabriken als die abgenagten, ausgebleichten Skelette in der Savanne des Wirtschaftslebens. Das ist unvermeidbar und gleichzeitig schlimm und gut. 

Das Rad muss sich weiterdrehen. Menschen und Unternehmen müssen ebenso entstehen wie vergehen. Jack Harkness hätte eine Meinung dazu, Bernhard Grzimek auch. 

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