The Gods of America

Die Serie “American Gods” steht auf meiner Liste derer, für die ich mir nicht die Zeit nehmen werde. Das Buch von Neil Gaiman hat mir schon nicht gefallen, und mein Optimismus, dass die Serie besser ist, wird von keinem Trailer angefacht.

Im Kern ist es die Idee von beidem, dass die Menschen, die nach Amerika auswandern, ihre alten, vorchristlichen Götter wie Zeus, Odin, Ogun und Huitzilopochtli mitnehmen. Die führten in der alten Welt schon ein Leben am Rand der Gesellschaft und sind nun endgültig down and under.

So ganz verkehrt ist das nicht. Wir kennen ja einige Beispiele ehemaliger Götter, die sich recht gut in die Gesellschaft integriert haben. Mitras hat als Santa Claus, Heracles als Clark Kent/Ka-El einen Platz gefunden.

Nanabozho fusionierte mit seinem afrikanischen Pendant und lebt jetzt als Bugs Bunny in einer ziemlich exorbitanten Villa in Hollywood, weit weg von den Sklavenplantagen in Georgia, wo er seine Karriere in Amerika begann. Mictēcacihuātl, die Göttin des aztekischen Totenreiches, hat sich zuerst in Mexiko sehr gut integriert und ist dann auch als Santa Muerte in den Norden gekommen.

Das wirft die Frage auf, wie sehr sich Jesus dort anpassen musste. Die Siedler, mit denen er Amerika erreichte, standen einer Welt gegenüber, in der alles grösser war als in Europa. Das Land selbst, seine Flüsse, seine Wälder, seine Stürme, seine Wüsten und seine Gefahren. Das schliesst denn auch seine die Ureinwohner ein, die zwar nicht wirklich grösser waren als die Europäer, aber bei denen eine Einladung zum Essen eine besondere Bedeutung haben konnte, und die nicht immer so glücklich über ihre neuen Nachbarn waren.  

Wer nicht pausenlos arbeitete, verhungerte, wer nicht für Kaminholz und dicke Kleidung sorgte, erfror im Winter. Wer eine andere Meinung als seine Mitbürger hatte, wahrscheinlich auch, weil sie einen aus dem Dorf verbannten. Das alles entsprach zwar alles durchaus der Weltsicht der Puritaner, aber hier galt es in einem so brutalen Sinn wie vielelicht nicht einmal in den Armenvierteln von London.

Kann ein Gott unter diesen Bedingungen so gemütlich bleiben wie  an den sonnenbeschienen Hängen Italiens oder auf den grünen Wiesen Bayerns? Muss er nicht dann eher das Konzept von Vergeltung annehmen und strenger auf die Taten seiner Gläubigen schauen? Ist das nicht gerade das, was die auch erwarten? Oder ist er ihnen umso mehr der alles verzeihende und liebende Gott, weil er ja quasi als einziger nicht darauf aus ist, sie umzubringen?

Vielleicht gelangen wir ja über das Verständnis ihrer Gottes-Sicht zu einem Verständnis der merkwürdigen und manchmal barbarischen Sitten jenes höchst merkwürdiges Volkes, das sich in diesem Amerika entwickelt hat. .

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Ich bin nicht Seppo

Der Besitzer des Hauses in der Labacher Strasse 41 lobt, da bin ich gewiss, stets die ruhige Lage seines Hauses, dessen nächster Nachbar zur rechten die Hausnummer 39, zur linken aber ein Bauernhof anderthalb Kilometer entfernt ist. Für mich warf diese Lage aber eine Frage auf, die ich telefonisch umgehend Shajenne stellte: „Kann es sein, teure Freundin, dass Du bei der Erfassung des Auftrages nicht die Labacher Strasse 113 meintest, die in dieser Raumzeitdimension nicht existiert, sondern vielleicht die Dahlbacher Strasse 113?“ „Upsi, ja, die wollte ich doch aufschreiben.“

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist weniger die, warum sie es dann nicht tat, sondern warum ich jetzt schreibe wie Seppo. Denn niemals nenne ich jemanden und schon gar nicht Shajenne „liebe Freundin“, eher Idiotin, Flachpfeife oder Schwachmaatin, im Falle äussersten Missfallens sogar Frau. Tue ich es auch nicht jener Mitbürgerin ins Gesicht, so nenne ich sie doch mir gegenüber so, Teil einer Weltsicht, die Aussenstehenden negativ erscheinen könnte.

Sie dient natürlich dem Zweck, mich mir selbst gegenüber weniger hilflos und unfähig erscheinen zu lassen. Zugleich entspricht sie Erfahrungen aus einer Jugend, in der ich mit nichts anderem glänzen konnte, als einem fragwürdigen Humor und einem lebhaften Interesse an exotischer Literatur, einem Interesse, das mich seither vom Ctulhu-Kult bis zum Tanis-Podcast geführt hat. Damen, das habe ich bei dieser Gelegenheit gelernt, sind mit beidem nicht zu beeindrucken.

http://textsfromsilas.tumblr.com/post/149972100130

Überhaupt sah ich im Leben manches, einmal auch wie eine Kogge gebaut wurde, eine Pyramide in Fürth und den Arc de Triomphe in Paris, jedoch eigentlich nie Liebe und Respekt, jedenfalls nicht für mich.

Was in dieser Sache nun Huhn und was Ei ist, kann ich nicht sagen. War ich von Geburt an so? Wahrscheinlich. Oder wurde ich es, während ich nicht erfuhr, was mir Bedürfnis war? Auch möglich. In meiner Erinnerung ist meine Mutter niemand, der mit seinen Gefühlen hausieren ging. Da war sie anders als ich, jemand wie Shadow Moon in Gaimans „American Gods“:

ShadowMoon

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http://hanseschiff-luebeck.de/startseite/

http://www.pyramide.de