Mit den Flüchtlingen kommt der ökonomische Aufschwung nach Prümburg

In Prümburg, unlängst noch ein verschlafenes Städtchen mit hohem Altersdurchschnitt, gibt es jetzt einen Goldankauf und einen Laden, in dem schäbige Verschläge stehen, von denen aus man exotische Länder anrufen kann, die den Anrufenden dunkler Hautfarbe wahrscheinlich weniger exotisch sind als das Deutschland, in dem sie gestrandet sind.

Der örtliche Elektronikhandel, der in Personal-Union auch der örtliche Elektro-Händler ist, offeriert eine beachtliche Auswahl an Mobiltelefonen preiswertester Art vom Alcatel 1010D über das Nokia 130 bis Samsung S5260 und dazu Sim-Karten aller gängigen Anbieter wie Lebara, Lycamobile und Ortel. Überschlägig berechnete ich den Bedarf bei 200 Flüchtlingen, die pro Woche eintreffen, auf 50 – 70 dieser Mobiltelefone und gewiss die doppelte Zahl an Sim-Karten.

Insgesamt hat sich da eine muntere, kleine Ökonomie um das Lager herum entwickelt, in die auch die Mondo-Filiale und der Discounter Norma eingebunden sind. Zu bestimmten Zeiten ist im einen gewiss die Hälfte der Kunden aus dem Nahen Osten oder dem Balkan, während im anderen ein Wachmann mit ebenfalls nahöstlichem Migrationshintergrund neben der Kasse das Publikum beaufsichtigt.

Advertisements

Li Donsheng

„Li Donsheng“ weiterlesen