How much fun this kind of thing… isn’t

Zum Lunch-Meeting mit dem Tzaren versammelten wir uns um Pizza und eine Reihe theken-hoher Aktenschränke (3 OH). Gab er sich harmlos oder ist er es? Bei meinen Kollegen bin ich mir sicher – sie sind wirklich so dumm wie sie sich geben.

Konfrontiert mit der Idee, Endkunden mutig am Telefon entgegen zu treten, verwiesen sie auf die Fülle von Arbeit, die sie hätten. Da seien Container nach Russland zu versenden, gewiss, nicht jetzt, aber doch nach dem Ende des Embargos, und solche nach den Westlichen Emiraten, jedenfalls bis die Zentrale einen der Abläufe kundigen Zollagenten in Taipeh gefunden habe. Überhaupt sei die Idee ganz abwegig, schliesslich seien sie einerseits Spezialisten auf ihrem Gebiet, anderseits aber natürlich auch, weil man ja noch nie so vorgegangen sei.

Es entbehrte ihnen sogar die einfachste Höflichkeit, die da gebietet, dem Chef bei solchen Anforderungen freundlich ins Gesicht zu lügen, dass die Schwarte kracht.

Ich fühle mich einmal mehr in meiner Arbeit als Betriebsrat davon behindert, dass mir mehr Sinn macht, was der Tzar sagt als, was meine Kollegen von sich geben.

Das titelnde Zitat ist eines von Laura Hollis. Das von ihr so beschriebene Meeting findet am Anfang der zweiten Staffel statt. Teilnehmer sind die Zetas, die Summer Society und Lauras fröhliches Damen-Quartett bestehend aus der verhinderten Veronica Mars selbst, einem Vampir, einer wahnsinnigen Wissenschaftlerin und der als Perry verkleideten Dekanin der Silas-Universität.  

http://www.huffingtonpost.de/2017/10/18/thomas-sattelberger-mitarbeiter-kuendigen_n_18305900.html?utm_hp_ref=germany

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Susan Lafontaine, Reanimator

Laf

Im klassischen Konflikt zwischen dem Superhelden und dem verrückten Genie geniesst allein der Held die Sympathien der Zuschauer. Er wird von ihnen gemocht, vielleicht gerade auch, weil er seinen Status ohne weitere Mühen erlangt hat, seine Fähigkeiten das Ergebnis eines Unfalls im Strahlenlabor sind oder eines extrasolaren Migrationshintergrundes wie bei Superman.

Das verrückte Genie hingegen ist ihnen dann schon deshalb unheimlich, weil er statt mit simpler Muskelkraft oder übermenschlichen, sich eben ihrem Begreifen entziehenden Fähigkeiten seine Ziele mit Intelligenz und harter Arbeit verfolgt. Er vertritt im Comic wie im Film jene Begabteren, in deren Schatten im wirklichen Leben jene meist stehen, die diese Kunstform bevorzugt konsumieren.

Der Wahnsinn, dem er verfällt, und der Sieg des Helden stellen dann das Gleichgewicht wieder her, die durch seine Überlegenheit (und die der realen „Egg-Heads“) in ihrem Bewusstsein aus der Balance gerät. Dem dient auch seine ungepflegte Frisur und der klischeehaft schmutzige Laborkittel, den er zu jedem Anlass trägt.

„You reanimated a dead vampire and stuck a disembodied consciousness into him. What’ve you thinking?“
„Gee, this should be pretty cool.“

Susan LaFontaine bricht mit dieser Tradition. Natürlich ist sie auch völlig wahnsinnig. Niemand ohne diese Voraussetzung würde das körperlose Bewusstsein von JP in den toten Körper eines Untoten übertragen. Niemand ohne diese Voraussetzung käme auch nur auf die Idee dazu oder würde dann auch noch einen Weg dazu finden.

Aber ihr sympathisches Auftreten, ihre gepflegte Kleidung, ihre Loyalität zu ihren Freunden und für einige auch ihre androgyne Erscheinung machen neugierig auf die Naturwissenschaften, die sie selbst ebenso liebt wie ihre Freundin Perry das Einweichen von verschmutzter Kleidung in Mineralwasser.

Da hat man doch gleich Lust darauf, selbst neuartige Massenvernichtungswaffen zu entwickeln, an Dimensionsportalen zu forschen oder sich aus Leichenteilen eine Haushaltshilfe zu basteln. In diesem Sinne ist LaF eine Figur, die über die Serie „Carmilla“ hinaus einen positiven Einfluss auf Menschen haben kann.

Ich wäre in keiner Weise überrascht, wenn sie am Ende noch alles und jeden rettet. Herbert West wurde vor hundert Jahren noch von seinen eigenen untoten Kreaturen in Stücke gerissen.