Tot… aber schlau

Irgendwann gab es in China einige weise Männer. Sie sind sich vielleicht nicht einmal begegnet, lebten wahrscheinlich hunderte Jahre und hunderte Kilometer von einander entfernt und tausende Jahre und tausende Kilometer von mir. Das heisst auch, dass sie ziemlich tot sind.

Allerdings hält sie das nicht davon ab, immer mal wieder Recht zu haben.

So warnten sie mich mit dem Bild 29 vor einer Gefahr, in der ich sei. Erst dachte ich, es sei Paulas komplette Untauglichkeit, die Krankenkasse von ihrer Arbeitsunfähigkeit zu überzeugen, die mich in die Gefahr brächte, in die nämlich, Haus und Hof zu verlieren. Tatsächlich glaube ich jetzt aber, dass die wirkliche Gefahr eine ganz andere ist.

Denn wenn ich ihr zuhöre, habe ich das überwältigende Bedürfnis, in mein Bett zu gehen und die nächsten zwei bis fünf Monate dort zu bleiben. Kein Ritt in den Sonnenaufgang auf meiner Peugeot Flash, keine Arbeit bei der Illinois Electro Door und auch nicht bei der Pizzeria San Grigorio. Das heisst dann auch kein Geld, und das ist die einzige Art, wie ich Paula wirklich noch treffen kann.

Nun spricht nichts gegen einen Nervenzusammenbruch. Es gibt Situationen, in denen das die einzige gesunde Vorgehensweise ist. Aber damit schade ich doch vor allem mir. Und ohne Freund den Kater gibt es nur noch einen, der mich liebt und für mich sorgt, und das bin ich selbst. Da kann ich mich doch nicht hängen lassen.

Es gibt nur eine Sache, die ich tun kann, und das ist das Mögliche. Es gibt nur eine Sache, die ich tun muss, und das ist das Nötige.

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Xanthippika

Das I Ging analysierte Paulas Situation recht zutreffend mit dem Bild 36 und empfahl ihr, Konflikte zu vermeiden. Ich erkenne da die gute Absicht, aber Paula ist Paula. Konflikte vermeiden ist ihr prinzipiell so fremd wie die Vorstellung, glücklich sein zu können. Manche Menschen sind so.

Ich wollte schon immer anders sein als andere. Hätte ich mal gewusst, wie einfach das sei, ich wäre schon vor Jahren ein glücklicher Mensch geworden. Natürlich hätte sie mich dann umgehend verlassen, aber das Risiko wäre ich wohl gerne eingegangen. Immerhin droht sie mir damit mindestens einmal pro Tag, am Samstag Morgen als „Finishing Act“ einer wenigstens 45-minütigen Philippika (oder heisst es in diesem Fall Xanthippika?) und gerne auch, bevor sie zu einer medizinischen Untersuchung aufbricht, die mit einer potentiell tödlichen Krebs-Diagnose enden könnte.

Mich selbst belieferten die Chinesen mit dem Bild 23. Vorsicht ist also geboten, denn mir steht eine Zeit der Bedrängnis voraus.

Mal wieder.

Nachtrag: Die Computertomographie ergab keine Hinweise auf Krebs, lieferte aber Hinweise auf einen leichten Hirninfarkt im letzten Jahr.