Sozialdemokratisch-christliche Union Deutschlands

Gelegentlich ruft einer nach dem Ende der Grossen Koalition in Berlin. Der Gedanke ist hübsch, aber falsch. Denn eigentlich ist die GroKo ja nur der logische Zwischenschritt zur Vereinigung von SPD, CDU und CSU zu einer einzigen Partei.

Der Gedanke scheint vielleicht im ersten Augenblick revolutionär, ist aber logisch. Denn schliesslich ist es bei der SPD schon unter Gerhard Schröder gelungen, sich den Inhalten der “Konservativen” so weit zu nähern, dass beide Parteien kaum noch voneinander zu unterscheiden waren. Da kann auch ein Kevin Kühnert nichts mehr retten.

Angesichts dieser mangelnden Unterscheidbarkein und des Verfalls der politischen Werte wie der Organisationen selbst liegt eine Fusion nahe. Im Wirtschaftsleben wird das auch immer praktiziert. Ob das Kaufhof und Karstadt sind, Thyssenkrupp und Tata Steel, Pons und Langenscheidt, Yahoo und AOL, Unternehmen, die nicht mehr Schritt halten können, fusionieren, um Kosten zu senken und auf dem Markt zu überleben.

Warum sollten das andere Organisationen nicht auch tun können? Parteien eben, die sich ihrer Wähler entledigt haben, vielleicht sogar irgendwann auch Kirchen. Weder die Alt-Katholiken noch die Römisch-Katholischen haben angesichts schrumpfender Mitglieder-Zahlen, heftiger Überalterung und miesen Marketings und Krisen-Managements viel Aussicht auf dem Markt zu bestehen.

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Die Mitarbeiter haben Ahnung, keine Titel

Das einzige, was mein alter und mein neuer Arbeitgeber gemeinsam haben, ist ein gewisser Überschuss an Platz. Waren aber bei Yoyodyne die leeren Büros die Folge von Entlassungen, sind sie hier Vorrat, Platz für Mitarbeiter, die sich uns  früher oder später noch anschliessen sollen. Oder wie der Senior-Chef so gerne sagt: “Die Möglichkeiten in unserem Bereich sind endlos.”

Ob das für mich persönlich auch in der gleichen Weise gilt, weiss ich noch nicht. Das Unternehmen ist aber ein gutes Beispiel für all diese Betriebe irgendwo im Hinterland, die Dinge vertreiben, die jeder braucht und über die kaum einer nachdenkt. Vielleicht sind es Fenstergriffe oder Fahrradpedale, vielleicht Bierzapfanlagen und vielleicht solche für Tankstellen, in Gelnhausen, Wolfratshausen, Schrobenhausen oder sonstwo. Da haben die Mitarbeiter keine chicen amerikanischen Titel, aber meistens Ahnung.

Allein der Mangel an Abteilungsleitern, die alles tun, ausser ihre Abteilung zu leiten, ist schon eine angenehme Abwechslung. Denn bei Yoyodyne gehörten die auch immer zu internationalen Projektgruppen, wo sie über die Einrichtung des Vertriebsbüros in Lima diskutierten. Vor allem aber waren sie damit beschäftigt, die Projekte zu verfolgen, die ihre eigenen Vorgesetzten priorisierten. Selbst wenn diese Oberabteilungsleiter Oberdeppen waren und die Projekte das Unternehmen nicht voran brachten, erhielten sie dafür schliesslich Anerkennung und Boni.

Ich hätte mir wahrscheinlich schon früher einen anderen Arbeitgeber suchen sollen. Das letzte Jahr bei Yoyodyne war definitiv eines zuviel. Aber auch davon werde ich mich wieder erholen.

 

Die Helden der Raumflotte

Neben einem Haus- und einem Haus-Zahnarzt habe ich natürlich auch einen Haus-Chirurgen. Er verarztet meine diversen, gar nicht so seltenen Unfälle und zeichnet sich durch eine ruhige Hand und unbequeme Sitze im Wartezimmer aus.

Dort verbrachte ich einige der angenehmsten Stunden des Jahres damit, auf unangenehme Dinge zu warten und einen wesentlichen Teil der Anthologie “The Fleet” zu lesen, mich am heldenhaften Handeln der tüchtigen Offiziere der Raumflotte erbauend.

Dem ersten waren Heimatwelt und Familie so zuwider, dass er dagegen plädierte, beides vor den bösen Aliens zu retten, der zweite beschwindelte eine andere Alien-Rasse ausgiebig, damit sie in die Allianz eintrat, der dritte war auch nicht besser (oder schlechter).

Und dann war da noch Kapitän Jeremy MacWilliams, der grösste Held der Flotte, Flieger-As, brillanter Taktiker… und so gar nicht, was man erwartete.

https://www.amazon.de/Fleet-01-David-Drake/dp/0441240860

 

Heil Eris!

1,35,146,170.395309

Die Autobahn ist eine eigene Welt, und ihre Göttin ist Discordia, der Zwietracht himmlische Herrin.

Ihr Name prangt an den roten Planen von Aufliegern, deren Inhalt gewiss in besonderer Weise ihrer Verehrung gewidmet ist. Vielleicht sind die Fahrer dieser Lastwagen gar ihre Gesandten, die den Zustand der Unordnung in ihrem Reiche befördern sollen.

Auch sehe ich aus dem Beifahrerfenster unseres Familienwagens warnende Schilder, die das Versenden von sms beim Fahren mit dem Unfalltod in Verbindung bringen. Die junge Dame, die das Schild gerade passiert, sieht es nicht. Sie lenkt ihr Auto mit den Unterarmen, während sie eine Kurzmitteilung schreibt.

Flix-Busse sehe ich, deren Name gewiss eine Kurzform von “Verflixt!” ist, LKws voller Waren und solche voller Toten. Denen steht der Gegenstand ihrer Beförderung genauso auf der Plane wie allen anderen.

Toten-Transport AS steht da und eine Adresse in Norwegen. Dort nämlich werden sie über den Rand der Welt in den Äther gestossen, die Verblichenen, die auf den Friedhöfen einer überfüllten und flachen Erde keinen Platz mehr finden, hinaus in des Hades’ Reich, den sie dort Hel nennen.

http://www.discordia.eu/bg/index/

https://www.flixbus.de

https://de-de.facebook.com/totentransport/

Up where we belong

Es liegt gewiss an meiner eigenen intellektuellen Unzulänglichkeit, dass ich nicht verstehe, warum in manchen Ländern der EU sich gerade Vertreter jener Parteien so emsig ins EU-Parlament wählen liessen, die den Austritt ihrer Länder aus jenem Staatenbunde wünschten. Da war kein Aufruf von Le Pen, Salvini oder Orban, doch bitte an dieser Wahl nicht teil zu nehmen, da das zu wählende Parlament ein abzulehnendes sei.

Ich sehe darin durchaus einen Beweis für die Unausweichlichkeit der Europäischen Gemeinschaft. Selbst die Neuen Rechten und Nationalisten aller Couleur suchen den Platz nicht nur in diesem Parlament, sondern auch den Schulterschluss zu anderen gleicher Gesinnung innerhalb der EU.

Da dieses Europa (und was das angeht auch Russland) genau an der Strassenecke zwischen dem Amerikanischen Imperium, dem aufsteigenden Gross-Chinesischen Reich und dem islamischen Kulturraum liegt, bleibt nur, sich als Gemeinschaft zu formieren, um nicht unterzugehen. Es ist recht unwahrscheinlich, dass der Präsident der Tschechischen Republik oder sein griechischer Kollege auf Augenhöhe mit Donald Trump oder Xi Jinping verhandeln können, die hunderte Millionen von Bürgern, mächtige Wirtschaften und Armeen hinter sich haben.

Mit 500 Millionen EU-Bürgern hinter sich, mit dem addierten BIP von 27 der am höchsten entwickelten Nationen der Welt und, tja, am Ende auch reichlich Schiesszeugs und Burschen und Mädeln, es zu bedienen, sieht die Geschichte schon anders aus. Da können wir vielleicht im Rennen bleiben, bis wir wieder oben sind. Und da wollen wir doch alle hin, oder?

Gib mir noch mal Opipramol

Ich fühle mich, als hätte mir die Zeit zuhause und mit Opipramol etwas weggenommen oder vielleicht auch etwas gegeben. Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich so wenig über eine Tätigkeit beschwere, die mir so wenig liegt.

Ich habe nun einmal wenig Neigung zur Auftragserfassung und reichlich Spass an Kundengesprächen und Verkauf. Dazu habe ich aber gerade keine Gelegenheit. Insgesamt scheint mir diese kurze Phase meines Lebens eine der angenehmsten gewesen zu sein. Paula hielt sich relativ zurück, weil ich ja zuhause und sie damit nicht allein war, und ich hatte trotzdem genug Zeit, um ich zu sein.

Sie wird nie verstehen, wieviel ich für sie geopfert habe. Das ist die logische Konsequenz, wenn man sich nicht für andere interessiert. Dumm, selbstgerecht, rechthaberisch, manipulativ, na ja, aber das bin ich ja auch. Trotzdem hoffe ich gerade in diesem Moment, dass ich irgendwann frei von allen sein kann, auch von mir.