Ist vielleicht irgendjemand Antisemit?

Kennt jemand eine gepflegt-antisemitische Seite? Für meine aktuelle Fanfiction brauche ich ein paar Vorurteile gegen Juden. Die soll eine der Figuren äussern, damit eine andere Person sie widerlegen kann.

Mir selbst fehlt es da einfach. Bei jedem Versuch, mich selbst in dieses Thema hinein zu denken, kommt mir der Gedanke an Willow Rosenberg und Lola Perry dazwischen. Denn die hatten beide eine Bat Mizvah.

Wörtlich bedeutet Antisemit zu sein übrigens, dass man nicht nur Juden, sondern auch Araber ablehnt, die ja ebenfalls Semiten sind, Nachkommen von Noahs Sohn Sem. Das gilt dann natürlich auch zum Beispiel für christliche Libanesen, weil sie ja Araber sind, die eben Semiten sind, und für die ebenfalls christlichen Malteser, die arabisch sprechen, eine semitische Sprache.

Das erinnert mich an einen marokkanisch-stämmigen Kunden, der in der Rue Ernest Renan wohnte. Der verstorbene Philosoph und Historiker wäre mit dieser Nachbarschaft nicht glücklich gewesen, ihm hingegen machte es nichts aus. Dem Intoleranten begegnete er mit einem wissensdefizit-indizierten Indifferenz.

Diese legere Einstellung zu allen Fragen von Rasse, Religion und Nation scheint aber überholt zu sein. Man trägt dieser Tage wohl wieder Vorurteil. Das war zu erwarten. Wo Imperien untergehen, wo die Wirtschaft auf dem Kopf steht und Banken Zinsen auf die Kredite zahlen, die sie geben, wird die Moral immer rigider sein als in den entspannten Tagen heiterer Dekadenz.

Nicht ohne Grund wird der Zustand der Bundeswehr gerade jetzt diskutiert, nicht ohne Grund finden so viele Russen zum orthodoxen Glauben zurück, steigt die Zahl von Gewalttaten gegen Homosexuelle. Intellektuell wird man diese konservativere Einstellung später wahrscheinlich damit begründen, dass die Chinesen moralisch überlegen sind, weil sie wirtschaftlich überlegen sind. Der menschliche Geist ist da strapazierfähig.

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Ein Manurhin MR73 wäre gut, Tee geht aber auch

Über den Löffel in meiner Teetasse hinweg visiere ich meine Kollegen an wie über Kimme und Korn eines Revolvers, den ich gerade nicht zur Hand habe. Mir ist eben klar geworden, dass ich, sollte ich dieses Etablissement jemals lebend verlassen, keinen von ihnen vermissen werde.

Ich fühle mich schuldig, weil ich in diesem Raum keinen Freund sehe. Aus irgendeinem Grund fühle ich mich immer schuldig, wenn ich jemanden nicht mag. Wenn mich jemand nicht mag, fühle ich mich auch schuldig, bin aber bereit, ihm das zu vergeben, weil ich sicher bin, dass ich unsympathisch bin.

Ich nehme an, dass mich genau das in jene Karriere im Bereich “Sales and Service” befördert hat, die so weitgehend beförderungsfrei verlief. Und die auch weiterhin keinen Aufstieg verspricht, hat mir doch Elvira gerade vorhin noch versichert, sie sehe keine Möglichkeit, auf einen von uns zu verzichten., auch nicht, um ihn zu befördern.

Sie stellte das als Kompliment an unsere Kompetenz dar, dabei allein behindert von jenem Feingefühl, das ausser ihr höchstens noch ein kanzanischer Schweinehirte hat. Ihr Geist trägt Gummistiefel, ihr Körper Manolo Blahnik.

Die nächste Unter-Buchhalterin hat also einen Master-Titel von Stanford oder von der Freien Universität Wanne-Eickel. Die Bereitschaft junger Mitbürger nach einem Studium mit Abschluss und Diplom mit Büro- und Industriekaufleuten um langweilige und eher mässig bezahlte Jobs zu konkurrieren, irritiert mich immer noch.

Das Geheimnis eines langen Lebens

Als Geheimnis ihres langen Lebens gab sie den Konsum von Foie gras, Rindfleisch, Schweinebauch und viel Butter an und riet von Turnübungen und dem übermäßigen Konsum von Gemüse ab.[2] Am 24. Mai 2017 starb Juliana Young Koo im Alter von 111 Jahren in der Stadt, in der sie Jahrzehnte gelebt hatte.[3]

https://de.wikipedia.org/wiki/Juliana_Koo

Ich drehe das Gaslicht herunter

Ich verinnerliche eine Idee, die für mich gleichzeitig neu und alt ist. Was ich mich da bemühe zu begreifen, ist dass Paula sich recht bedacht jeder anderen Person entledigt, die nicht „funktioniert.“ Ihre Mutter, ihre Schwestern, ihr Bruder und diverse „beste Freundinnen“ sind im Lauf der Zeit deswegen aus ihrem Leben verschwunden.

Ich hingegen bin noch da. Das macht aus mir wohl einen Idioten. Für sie gibt es sicher auch eine Bezeichnung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine nette ist.

Die ganze Paula lässt sich recht einfach an einem Beispiel erklären: Da geht eine recht breite Frau durch einen nicht allzu breiten Gang in einem Baumarkt. Die Regale sind weit genug voneinander entfernt, dass zwei Menschen nebeneinander gehen könnten. Sie geht aber selbstbewusst genau in der Mitte des Ganges, sodass ihr Begleiter rechts oder links von ihr, aber nie auf gleicher Höhe mit ihr gehen kann. Dann dreht sie sich um und macht ihm Vorwürfe, weil er nicht an ihrer Seite ist.

Ich wills auch nie wieder tun

Für den nächsten Urlaub nehme ich mir mal einen Arabisch-Kurs in Syrien vor oder eine Vergnügungs-Reise nach Detroit. Irgendwas ruhiges halt an einem Ort, der friedlicher ist als mein Zuhause.

In jedem Urlaub kommt Paula nämlich mindestens einmal zu der Erkenntnis, dass die Realität sich nur äusserst widerwillig ihren Wünschen unterordnet. Oder auch mal gar nicht. Und selbst wenn ich meine Vortäuschung eines Paula-gefälligen Verhaltens noch perfektionieren könnte, gibt es doch medizinische Sachverständige, Gerichte, die Rentenkasse und den Verein der Kriegsversehrten, die es in dieser Hinsicht allesamt an Engagement fehlen lassen.

Da im Gegensatz zu mir keiner von ihnen in diesem Augenblick da ist, werde ich eben angeschrien. Seit ich aber dabei nicht mehr einschlafe, nimmt das Gespräch dann schnell einen Verlauf, bei dem sich Flüchtlinge aus Bürgerkriegsgebieten wie Syrien, dem Kongo und Michigan heimisch fühlen.

Von der Anwendung physischer Gewalt riet der Herr Ambros ab, von dem ich mich in dieser Hinsicht beraten liess. Aber dem Physischen nähere ich mich ja in jeder Beziehung nur mit Vorsicht, weshalb ich ja auch nur 2 1/16 davon hatte.

Tatsächlich bin ich heute überrascht, dass ich mich zu sovielen überreden konnte. Ich bin überrascht, dass ich soviele andere dazu überreden konnte. Ich wills auch nie wieder tun.

Diane Kruger und das Sevres-Syndrom

Beladen mit einer leeren Pizza-Box betrat ich die Küche, um die Frau mit Kopftuch bei dem Versuch zu ertappen, dem Sizilianer am Ofen ihre Weltsicht zu erklären. Angesichts seiner wie ihrer Kenntnisse der deutschen Sprache schien mir das Unterfangen aussichtslos. Immerhin entnahm ich ihren Ausführungen, dass die Türkei bis 2023 noch vertraglich davon abgehalten sei, ihre Bodenschätze auszubeuten. Und um jene reichlichen Schätze beneideten die Europäer, gar die Amerikaner ihre Heimat.

Der Vertrag von Lausanne, und um den muss es sich ja handeln, weil er 1923 geschlossen wurde, regelte die Besitzansprüche der Türkei auf bestimmte Gebiete Thrakiens und Armens, die ihr im Vertrag von Versailles 1919 abgesprochen worden waren, beendete die Besetzung von Antalya durch die italienische Armee und legte die Regeln für den „Bevölkerungsaustausch“ mit Griechenland fest. Von Bodenschätzen ist da meines Wissens nicht die Rede.

Gingen der Türkei in jener Zeit aber Bodenschätze verloren, so durch den Vertrag von Sevres, in dem 1920 die Europäer Syrien, den Irak, Libyen, Israel, Palästina, den Libanon und ein paar andere Teile des faillierten Osmanischen Reiches samt Erdöl, Erdgas, Kohle und Arbeitskraft unter sich aufteilten. Nach allem, was ich über die Gesellen weiss, die da zu Tische sassen, scheint mir die Existenz irgendeiner Rückgabeklausel da generell recht fraglich.

Für einen Moment hatte ich die Möglichkeit, sozusagen ins ungefilterte Volksbewusstsein zu schauen, wo sich verletzter Stolz und Angst und Frömmigkeit die Hand geben, um jene Stimmung zu schaffen, die uns Deutschen heute so unverständlich ist und die Erdogan so geschickt nutzt. Es schien mir in diesem Moment das intellektuelle Äquivalent zu einer unverbaubaren Aussicht in den Ausschnitt von Diane Kruger. Ich genoss es zutiefst.

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https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A8vres-Syndrom
http://www.n-tv.de/politik/Deutsche-und-Deutschtuerken-entfremden-sich-article18309766.html