Die fette Fu schlägt zu

Mein merkwürdiges Gehirn versorgt mich mit dem Entwurf für eine amerikanische Fernseh-Serie. Sie beginnt damit, dass wir als Zuschauer mit einem Team von Undercover-Polizisten bekannt gemacht werden.

Da haben wir eine Anführerin, einen Typ fürs Grobe, einen Analytiker und einen erfahrenen Veteranen. Sie feiern gerade, dass sie eine beachtliche Summe Geldes beschlagnahmt haben. Während wir uns noch fragen, ob wir sie mögen und der Geschichte weiter folgen wollen, explodiert eine Bombe und zerstört ihr Hauptquartier.

Ein Jahr später leitet die Anführerin als Dekanin ein Community College mitten im amerikanischen Nirgendwo. Maggie Fu hat inzwischen Gewicht zugelegt und wird deshalb von denen, die sie nicht mögen (allen) “Die fette Fu” genannt. Heimlich rekrutiert sie an ihrer Schule ein neues Team, um das bei der Explosion verschwundene Geld wieder zu finden.

Zu ihrer neuen Truppe gehören Jerry Urbansky, gewesener Fussballstar seiner High School, Tom Hildursson, ein pensionierter Polizist, der aus Langeweile Geschichte studiert, Jorge Amado da Silva, ein gutaussehender Latino, der kein Spanisch spricht, weil er Brasilianer ist, und eine extrem hübsche blonde Medizinerin aus Lettland, die ihren Abschluss in den USA wiederholen muss.

Benötigen sie darüber hinaus Spezialisten, spannen sie Lehrer und Studenten ein. Dazu gehören dann ein wirrer Chemie-Professor, bei dem jeder froh ist, wenn er einmal etwas NICHT in die Luft sprengt, ein Physik-Professor, der vorher bei der NASA war, eine übergewichtige Büroangestellte mit Special-Forces-Vergangenheit, der Hausmeister, der quasi alles reparieren kann und eine Studentin mit Kurzhaarschnitt, umfangreichen Kenntnissen in obskuren Bereichen und einem ziemlichen Verschleiss an Bettgefährtinnen.

Das hat einiges Potential, weil ziemlich durchschnittliche Charaktere einerseits Fähigkeiten zeigen können, die man ihnen nicht zutraut, sie sich aber andererseits in Situationen behaupten müssen, die ihnen nicht vertraut sind. Dabei ergeben sich dann unvorhersehbare Wendungen, etwa wenn Jerry in einem Schwulen-Club ermitteln soll und sich dabei heraus stellt, dass er dort Stammkunde ist, oder Maggie Fus Schwester eine Europäerin ist.

https://www.ardmediathek.de/radio/ARD-Radio-Tatort/Ronsdorf/ARD-de/Audio-Podcast?bcastId=1998988&documentId=54128918

 

Ist vielleicht irgendjemand Antisemit?

Kennt jemand eine gepflegt-antisemitische Seite? Für meine aktuelle Fanfiction brauche ich ein paar Vorurteile gegen Juden. Die soll eine der Figuren äussern, damit eine andere Person sie widerlegen kann.

Mir selbst fehlt es da einfach. Bei jedem Versuch, mich selbst in dieses Thema hinein zu denken, kommt mir der Gedanke an Willow Rosenberg und Lola Perry dazwischen. Denn die hatten beide eine Bat Mizvah.

Wörtlich bedeutet Antisemit zu sein übrigens, dass man nicht nur Juden, sondern auch Araber ablehnt, die ja ebenfalls Semiten sind, Nachkommen von Noahs Sohn Sem. Das gilt dann natürlich auch zum Beispiel für christliche Libanesen, weil sie ja Araber sind, die eben Semiten sind, und für die ebenfalls christlichen Malteser, die arabisch sprechen, eine semitische Sprache.

Das erinnert mich an einen marokkanisch-stämmigen Kunden, der in der Rue Ernest Renan wohnte. Der verstorbene Philosoph und Historiker wäre mit dieser Nachbarschaft nicht glücklich gewesen, ihm hingegen machte es nichts aus. Dem Intoleranten begegnete er mit einem wissensdefizit-indizierten Indifferenz.

Diese legere Einstellung zu allen Fragen von Rasse, Religion und Nation scheint aber überholt zu sein. Man trägt dieser Tage wohl wieder Vorurteil. Das war zu erwarten. Wo Imperien untergehen, wo die Wirtschaft auf dem Kopf steht und Banken Zinsen auf die Kredite zahlen, die sie geben, wird die Moral immer rigider sein als in den entspannten Tagen heiterer Dekadenz.

Nicht ohne Grund wird der Zustand der Bundeswehr gerade jetzt diskutiert, nicht ohne Grund finden so viele Russen zum orthodoxen Glauben zurück, steigt die Zahl von Gewalttaten gegen Homosexuelle. Intellektuell wird man diese konservativere Einstellung später wahrscheinlich damit begründen, dass die Chinesen moralisch überlegen sind, weil sie wirtschaftlich überlegen sind. Der menschliche Geist ist da strapazierfähig.

Ein Manurhin MR73 wäre gut, Tee geht aber auch

Über den Löffel in meiner Teetasse hinweg visiere ich meine Kollegen an wie über Kimme und Korn eines Revolvers, den ich gerade nicht zur Hand habe. Mir ist eben klar geworden, dass ich, sollte ich dieses Etablissement jemals lebend verlassen, keinen von ihnen vermissen werde.

Ich fühle mich schuldig, weil ich in diesem Raum keinen Freund sehe. Aus irgendeinem Grund fühle ich mich immer schuldig, wenn ich jemanden nicht mag. Wenn mich jemand nicht mag, fühle ich mich auch schuldig, bin aber bereit, ihm das zu vergeben, weil ich sicher bin, dass ich unsympathisch bin.

Ich nehme an, dass mich genau das in jene Karriere im Bereich “Sales and Service” befördert hat, die so weitgehend beförderungsfrei verlief. Und die auch weiterhin keinen Aufstieg verspricht, hat mir doch Elvira gerade vorhin noch versichert, sie sehe keine Möglichkeit, auf einen von uns zu verzichten., auch nicht, um ihn zu befördern.

Sie stellte das als Kompliment an unsere Kompetenz dar, dabei allein behindert von jenem Feingefühl, das ausser ihr höchstens noch ein kanzanischer Schweinehirte hat. Ihr Geist trägt Gummistiefel, ihr Körper Manolo Blahnik.

Die nächste Unter-Buchhalterin hat also einen Master-Titel von Stanford oder von der Freien Universität Wanne-Eickel. Die Bereitschaft junger Mitbürger nach einem Studium mit Abschluss und Diplom mit Büro- und Industriekaufleuten um langweilige und eher mässig bezahlte Jobs zu konkurrieren, irritiert mich immer noch.

Das Geheimnis eines langen Lebens

Als Geheimnis ihres langen Lebens gab sie den Konsum von Foie gras, Rindfleisch, Schweinebauch und viel Butter an und riet von Turnübungen und dem übermäßigen Konsum von Gemüse ab.[2] Am 24. Mai 2017 starb Juliana Young Koo im Alter von 111 Jahren in der Stadt, in der sie Jahrzehnte gelebt hatte.[3]

https://de.wikipedia.org/wiki/Juliana_Koo

Ich drehe das Gaslicht herunter

Ich verinnerliche eine Idee, die für mich gleichzeitig neu und alt ist. Was ich mich da bemühe zu begreifen, ist dass Paula sich recht bedacht jeder anderen Person entledigt, die nicht „funktioniert.“ Ihre Mutter, ihre Schwestern, ihr Bruder und diverse „beste Freundinnen“ sind im Lauf der Zeit deswegen aus ihrem Leben verschwunden.

Ich hingegen bin noch da. Das macht aus mir wohl einen Idioten. Für sie gibt es sicher auch eine Bezeichnung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine nette ist.

Die ganze Paula lässt sich recht einfach an einem Beispiel erklären: Da geht eine recht breite Frau durch einen nicht allzu breiten Gang in einem Baumarkt. Die Regale sind weit genug voneinander entfernt, dass zwei Menschen nebeneinander gehen könnten. Sie geht aber selbstbewusst genau in der Mitte des Ganges, sodass ihr Begleiter rechts oder links von ihr, aber nie auf gleicher Höhe mit ihr gehen kann. Dann dreht sie sich um und macht ihm Vorwürfe, weil er nicht an ihrer Seite ist.

Ich wills auch nie wieder tun

Für den nächsten Urlaub nehme ich mir mal einen Arabisch-Kurs in Syrien vor oder eine Vergnügungs-Reise nach Detroit. Irgendwas ruhiges halt an einem Ort, der friedlicher ist als mein Zuhause.

In jedem Urlaub kommt Paula nämlich mindestens einmal zu der Erkenntnis, dass die Realität sich nur äusserst widerwillig ihren Wünschen unterordnet. Oder auch mal gar nicht. Und selbst wenn ich meine Vortäuschung eines Paula-gefälligen Verhaltens noch perfektionieren könnte, gibt es doch medizinische Sachverständige, Gerichte, die Rentenkasse und den Verein der Kriegsversehrten, die es in dieser Hinsicht allesamt an Engagement fehlen lassen.

Da im Gegensatz zu mir keiner von ihnen in diesem Augenblick da ist, werde ich eben angeschrien. Seit ich aber dabei nicht mehr einschlafe, nimmt das Gespräch dann schnell einen Verlauf, bei dem sich Flüchtlinge aus Bürgerkriegsgebieten wie Syrien, dem Kongo und Michigan heimisch fühlen.

Von der Anwendung physischer Gewalt riet der Herr Ambros ab, von dem ich mich in dieser Hinsicht beraten liess. Aber dem Physischen nähere ich mich ja in jeder Beziehung nur mit Vorsicht, weshalb ich ja auch nur 2 1/16 davon hatte.

Tatsächlich bin ich heute überrascht, dass ich mich zu sovielen überreden konnte. Ich bin überrascht, dass ich soviele andere dazu überreden konnte. Ich wills auch nie wieder tun.

Diane Kruger und das Sevres-Syndrom

Beladen mit einer leeren Pizza-Box betrat ich die Küche, um die Frau mit Kopftuch bei dem Versuch zu ertappen, dem Sizilianer am Ofen ihre Weltsicht zu erklären. Angesichts seiner wie ihrer Kenntnisse der deutschen Sprache schien mir das Unterfangen aussichtslos. Immerhin entnahm ich ihren Ausführungen, dass die Türkei bis 2023 noch vertraglich davon abgehalten sei, ihre Bodenschätze auszubeuten. Und um jene reichlichen Schätze beneideten die Europäer, gar die Amerikaner ihre Heimat.

Der Vertrag von Lausanne, und um den muss es sich ja handeln, weil er 1923 geschlossen wurde, regelte die Besitzansprüche der Türkei auf bestimmte Gebiete Thrakiens und Armens, die ihr im Vertrag von Versailles 1919 abgesprochen worden waren, beendete die Besetzung von Antalya durch die italienische Armee und legte die Regeln für den „Bevölkerungsaustausch“ mit Griechenland fest. Von Bodenschätzen ist da meines Wissens nicht die Rede.

Gingen der Türkei in jener Zeit aber Bodenschätze verloren, so durch den Vertrag von Sevres, in dem 1920 die Europäer Syrien, den Irak, Libyen, Israel, Palästina, den Libanon und ein paar andere Teile des faillierten Osmanischen Reiches samt Erdöl, Erdgas, Kohle und Arbeitskraft unter sich aufteilten. Nach allem, was ich über die Gesellen weiss, die da zu Tische sassen, scheint mir die Existenz irgendeiner Rückgabeklausel da generell recht fraglich.

Für einen Moment hatte ich die Möglichkeit, sozusagen ins ungefilterte Volksbewusstsein zu schauen, wo sich verletzter Stolz und Angst und Frömmigkeit die Hand geben, um jene Stimmung zu schaffen, die uns Deutschen heute so unverständlich ist und die Erdogan so geschickt nutzt. Es schien mir in diesem Moment das intellektuelle Äquivalent zu einer unverbaubaren Aussicht in den Ausschnitt von Diane Kruger. Ich genoss es zutiefst.

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https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A8vres-Syndrom
http://www.n-tv.de/politik/Deutsche-und-Deutschtuerken-entfremden-sich-article18309766.html

Die Warmhalte-Box als Gehhilfe

Die Zustellung von Waren, in diesem Fall Lebensmitteln, wird durch Blitzeis in keiner Weise erleichtert. Ich hatte genug Zeit, darüber nachzudenken, während ich in Prümburg die Strasse überquerte. Dabei bediente ich mich meiner Warmhalte-Box als Gehhilfe für Hin- und Rückweg, um überhaupt voran zu kommen.

Zu meinen üblichen Pflichten im Rahmen des Austauschs von Geld und Ware übernahm ich noch eine Hilfestellung, als der Kunde seine Lebensabschnittsgefährtin aus ihrem Fahrzeug der unteren Mittelklasse befreite. Mit dem hatte sie zwar erfolgreich, wenn auch nicht beschädigungsfrei die Einfahrt erreicht, konnte es nun jedoch nicht aus eigener Kraft verlassen.

Im Rahmen der Priorisierung durch die Strassenmeisterei werden zwangsläufig Areale nicht mit Salz gestreut, deren Bewohner traditionell keine Kraftfahrzeuge haben und/oder die nur für die Benutzung durch spezielle Einsatzfahrzeuge vorgesehen sind. Ich schlich mit meinem kinderkotzegrünen Toyota Starlet dann im Schritttempo durch das Flüchtlingslager auf der Suche nach dem Wahnsinnigen, der nun noch eine Pizza dahin bestellt hatte.

Noch glatter als die Strassen waren nur die Bürgersteige, über die ich dann versuchte, den mir angegebenen Wohnbereich zu erreichen. Es gelang mir, dem Vielbegabten und Vielscheiternden, eine Anlieferung war aber nicht möglich, weil mir die Nummer seines Wohnraumes im Gebäudekomplex fehlte und er nicht an sein Mobiltelefon ging.

Mein Auftreten mit einer Pizza-Box in der Hand war dort und unter diesen Umständen so ungewöhnlich, dass ich auf der kurzen Strecke vom Auto zum Wohnbereich dreimal von Wachleuten angerufen wurde. Einer legte mir auch gleich dar, dass er mir im Kroatischen überlegen war. Ich punktete dafür im Italienischen und war ihm im Deutschen natürlich über.

Wer mit dem Teufel speist, sollte sich hinterher die Finger waschen

http://www.dw.com/de/journalisten-und-der-is-die-angst-reist-mit/a-18946358

Recht typisch für unsere eingeschränkte und zutiefst voreingenommene Wahrnehmung ist die Vorstellung, dass die Herren Erdogan, Davitoglu et alies, die dieser Tage in der Türkei regieren, unseren Kampf gegen das Kalifat unterstützen. Tatsächlich unterstützen sie in Wirklichkeit die IS, indem sie diesen Gesellen sichere Rückzugsorte, medizinische Versorgung und Nachschubrouten zur Verfügung stellen und die Kurden bekämpfen, die wahren Feinde des Kalifates.
Denn die APK in der Türkei und der Islamische Staat sind nur zwei Richtungen innerhalb der Sunnitischen Revolution, die eine relativ gemässigt, einen leidlich funktionierenden Staat langsam umbauend, die andere kämpferisch-revolutionär einen Staat schaffend, beide mit einer recht ähnlichen Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll. Sollen uns die einen Feind sein, müssen es die anderen auch sein.
Oder sind uns die einen nur deshalb Feinde, weil sie Barbaren sind, nicht weil sie eine faschistische Theokratie errichten wollen und in uns ihre natürlichen Feinde sehen? Begegnet uns der gleiche Mangel an demokratisch-säkularer Grundhaltung in Anzug und Krawatte, legitimiert durch Wahlen und Gesetze schütteln wir ihm die Hand. Wer so etwas tut, der speist am Ende in der Gesellschaft Donald Trumps oder eines ähnlich unerquicklichen Charakters.