I think I’d like to be dead now

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Wer schreibt denn solche Sätze? In diesem Fall weiss ich, dass er von Jordan Hall stammt, die die allerletzte und schwächste Episode meiner Lieblings-Show um eine bissige Vampirin und ihre Geliebte geschrieben hat.

Diese Folge gibt nicht einmal der so begabten Annie Briggs Gelegenheit, ihre Fähigkeiten wirksam einzusetzen. Überhaupt ist sie wohl allein darauf ausgelegt, den Zuschauern ein Happy End zu geben, das logisch hier nicht mehr zu erwarten war, aber in einer Welt voller Hoffnung und Magie doch wieder eigentlich unvermeidlich ist.

Es gefiel mir fast allein die Schlussszene, in der die Heldinnen dem Untergrund entstiegen, um sich Toronto zu nähern, zum ersten Mal die reale Landkarte betretend wie Odysseus, wenn er am Strand von Ithaka erwacht und Zyklopen, Lotos-Esser, den Hades und die Götter hinter sich gelassen hat.

 Noch drastischer bringt uns natürlich der Hinweis auf den Executive Producer wieder in die Realität zurück. carmilla3_36-2

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Melanippe Callis

Vor drei Jahren hatte ich noch Vorbehalte gegenüber einem Smartphone mit Android als Betriebssystem. Allzu dominant schien mir Google, allzu klar der Wunsch dieser Corporation nach Weltherrschaft. Alphabet ist sozusagen schon da, wo Trump, Putin und Erdogan noch hin wollen, und das in einem viel grösseren Massstab.

Heute sehe ich da mehr die Vorteile. All diese Informationen, die ich bekomme, ganz unabhängig davon, ob ich sie überhaupt will. Die Möglichkeit zur Navigation, die ich an diversen Strassenecken in Panzerbach, Hagen und Sangeshausen bei meinem Nokia dann doch vermisste. Die Qualität der Kamera, der Zugriff auf einen online-Speicher, die verbesserte Übersicht über meine e-books.

Sollte Google aber wirklich zu den Mächten der Finsternis gehören, dann sollte ich mich vielleicht dort bewerben. Es gibt da gewisse Beziehungen, die von den Deutschen in den letzten zwei Generationen vernachlässigt wurden, und die wieder aufzunehmen persönlich sowohl befriedigend als auch profitabel sein könnte.

Ein anderer potentieller Arbeitgeber ist dann die Corvae Corporation, deren Aufsitzratsvorsitzende zugleich die Dekanin der Silas-Universität ist. Für dieses Unternehmen spricht sowohl ein exorbitantes Gehalt als auch, dass Ms. Perry mir schon sympathisch war, bevor sie ihre aktuelle Position erreichte.

Aber seit sie die Vernichtung dieser Welt zum Ziel erklärt hat, liebe ich sie geradezu. Berauscht Euch an der romantischen Liebe zwischen Carmilla und Laura, ich hoffe auf die Apokalypse. Sie allein gibt mir Hoffnung auf eine Verbesserung meiner Lebensumstände. Um Ms. Perry an dieser Stelle zu zitieren: „It’s gonna be one hell of a summer.“