Wenns Dir hier nicht passt, geh doch nach drüben

Das war früher abgekürzt die Aufforderung, sich bei Zweifeln am real existierenden Paradies von Banken, Buletten und Bild-Zeitung in die DDR zu verziehen. Ich empfehle das Recycling dieser Trope, um anzudeuten, dass jemand, dem die liberale, demokratische Gesellschaft nicht passt, dorthin gehen soll, wo Putin, Erdogan oder Trump regieren.

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/wahlkampf-npd-spitzenkandidat-udo-past%c3%b6rs-und-der-hitler-wunsch/ar-AAioyzK?ocid=spartanntp

Flüchtlinge und teure Smartphones: Hetze ohne Fakten

http://mobil.derstandard.at/2000020396192/Fluechtlinge-und-teure-Smartphones-Hetze-ohne-Fakten

Fast alle Asylwerber kommen bereits mit Handys an, das hat viele Gründe

Man solle das „auffällig große“ Smartphone in der Hand des dunkelhäutigen Flüchtlings beachten, schreibt eine Facebook-Nutzerin unter ein Foto, das sie nach einem „kritischen Lokalaugenschein“ in Traiskirchen gemacht hatte. Unter dem Bild: dutzende empörte Kommentare über den vermeintlichen Reichtum der Flüchtlinge. Das Foto wird tausende Male weiterverbreitet, darunter auch von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache (der den Eintrag später wieder entfernt). Nur wenige Wochen zuvor: Der oberösterreichische Landesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) lässt Nutzer an einer „Bildersuche“ teilnehmen. Mit der Frage „Wer findet das neue iPhone?“ publiziert er ein Bild von Flüchtlingen in Linz.

http://www.huffingtonpost.de/franzreinhard-habbel/jenseits-von-pegida-fluechtlingshilfe-smartphone_b_6405998.html

Der FAZ Redakteur Rüdiger Soldt schrieb Ende Juli in einem bemerkenswerten Beitrag über minderjährige Flüchtlinge: „Sie kommen aus Algerien und steigen in Freiburg aus dem ICE. Sie kommen ohne Rucksack und ohne Pässe. Nur ein Smartphone haben sie immer dabei. Das brauchen sie, um Kontakt zu halten. Zur Familie in Afghanistan oder Eritrea. Vielleicht auch, weil sie manchmal Anweisungen von den Schleppern bekommen, in denen ihre Familien mehrere 1000 € bezahlt haben.“ Auch in der Stadt Witten an der Ruhr gab es zunächst Skepsis, was die Handynutzung betrifft. Sie legte sich erst, als ein Mitarbeiter aus dem Amt für Wohnen und Soziales, der die Flüchtlinge unterbringt, erzählte, dass mindestens 50 % von Ihnen bereits „mit einem Handy in der Hand, auf der eine Übersetzungs-App bereits gestartet ist, den Raum betreten“.

Boah ey, die Flüchtlinge haben Handys, denen geht es doch gut!