Dummheit, erhabene Göttin, unsere Patronin

Shiva-tanzt-auf-Apasmara-mit-Nandikeshvar-13-Hindug-tter-Buddha-Statuen

Der Arianismus, den ich mir zur Konfession erklärt habe, kommt ohne Hölle und Teufel und Heiligen Geist aus. Über die Heiligen will ich zu einem späteren Zeitpunkt noch nachdenken.

Es scheint mir jedoch einen Bedarf an einer als Gegenspieler wie Sündenbock zu denkende Verkörperung der Dummheit zu geben. Dieses Thema wird in der konventionellen Theologie bisher schmählich vernachlässigt.

Einzig die Hindus kennen mit Apasmara eine Personifizierung der geistigen Abwesenheit, des Mangels an gesundem Menschenverstand. Im Einklang sowohl mit den europäischen Gewohnheiten bei Namen, die auf a enden, als auch mit meinen Erfahrungen beantrage ich hiermit die Geschlechtsumwandlung des kurzwüchsigen Dämons.

Dass die weibliche Form so dumpf klang sprach dann vielleicht allein gegen die Übernahme von Matto, Glausers Geist des Irrsinns.

Auch ist der Irrsinn im 21sten Jahrhundert therapierbar, gibt es Pflegeheime für die an ihm erkrankten und eine reiche Auswahl an Medikamenten, um seine Symptome zu bekämpfen. Die Dummheit ist allerdings wie der Schnupfen. An beidem leidet jeder in seinem Leben etliche Male, und Aussicht auf Heilung ist für beides auch nicht in Sicht.

Der Titel dieses Posts ist ein Zitat aus dem „Hymnus an die Dummheit“ von Peter Hille (1854 – 1904)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/peter-hille-gedichte-4311/2