Yoyodyne sells succcess!

Wir wurden dann heute morgen vom Aufsichtsratsvorsitzenden über die Strategie informiert. Ich teile dann mal das Video, obwohl es uns eigentlich untersagt wurde:

 

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Im besten Alter für die Rente

Weitschweifig erklärt mir ein belgischer Kunde sein Problem in geläufigem Wallonisch. Mich interessiert gerade aber mehr ein Formular, das mir die Rentenversicherung gefaxt hat.

Darin soll ich bestätigen, dass eine Schulung, die vom 18.10.2004 bis zum 14.01.2005 gedauert hat, sechs Monate lang war. Das fällt mir schwer, ja, scheint mir nachgerade unmöglich.

Zeugnisse muss ich von dieser Schulung beifügen, von einer Wieder-Eingliederungsmassnahme und zwei abgebrochenen Umschulungen. Paula ist in einem gewissen, weitgehend erfolglosen Sinn durchaus nicht unausgebildet.

Auf ihre Rente wird das im wesentlichen nur eine aufschiebende Wirkung haben, denn all diese neuen Zahlen müssen ja jetzt in die Berechnung einfliessen. Der nächste Schritt ist eine ausgiebige Prüfung durch einen beamteten Juristen.

Danach gibt es einen Bescheid, der allerdings nur die Rente für die Zeit vom 1. Juni bis 1. Dezember darstellt, und zwar vom 1. Juni bis 1. Dezember 2012. Danach erst beginnt die Arbeit am Rentenbescheid für den Zeitraum danach, deren Umfang etwa dem des Baus der Cheops-Pyramide oder des Kölner Domes entspricht.

Insgesamt ist das beste Alter, um die Frührente zu beantragen, so um die vierzig. Danach lohnt es sich eigentlich nicht mehr, weil es leicht sein kann, dass die Altersrente vor Abschluss des Prozesses für die Erwerbsunfähigkeitsrente fällig wird.

Nächstes Jahr in Jerusalem

https://www.welt.de/debatte/article171348092/Donald-Trumps-Mut-zur-Wahrheit.html

Von Alan Posener |

Dieser Artikel ist in der Welt als „Meinung“ gekennzeichnet. Die Redaktion dieses Publikation meint damit auszudrücken, dass es sich um die von Alan Posener handelt und nicht um eine determinierte Wahrheit.

Seit Jahrzehnten erkennt die internationale Gemeinschaft stillschweigend an, dass die Stadt der jüdischen Könige David, Salomon und Herodes, die Stadt, in der bis zur Zerstörung durch die Römer der Tempel stand, und in der Jesus als „König der Juden“ von den Römern gekreuzigt wurde, die Stadt, die Juden seit 2000 Jahren beim Pessachfest beschwören – „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ –, dass diese Stadt, die nur deshalb Christen und Muslimen heilig wurde, weil sie seit jeher den Juden heilig ist, die Hauptstadt des jüdischen Staates ist und sein muss.

Nur diplomatisch wird die Fiktion aufrechterhalten, der Status der Stadt sei noch unklar. Die Botschaften auch der Freunde und Verbündeten Israels sitzen in Tel Aviv. Nun hat US-Präsident Donald Trump diese Schizophrenie beendet und will die Botschaft der USA nach Jerusalem verlegen. Gut.

Wie Trump in seiner Botschaft aus dem Weißen Haus betonte, hat die bisherige Weigerung aller US-Regierungen, den 1995 gefassten Beschluss des Kongresses umzusetzen und Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, den Frieden keinen Zentimeter nähergebracht. Wenn daher selbst ernannte Experten warnen, die „muslimische Welt“ werde das nie akzeptieren, und wenn muslimische Führer warnen, damit werde der Friedensprozess beendet, muss man fragen: Welcher Friedensprozess ist da gemeint?

Seit Jahren findet Israel dafür keinen Partner. In Gaza regiert eine Terrorgruppe, die Israel auslöschen will, in Ramallah eine korrupte Clique, die das eigentlich auch will, aber im Gegensatz zur Hamas immerhin begreift, dass dieses Ziel mit Waffengewalt nicht zu erreichen ist.

Und was die „muslimische Welt“ betrifft, so befindet sie sich vom Irak über Syrien und den Libanon bis hinunter in den Jemen einerseits in einem blutigen Bürgerkrieg zwischen dem schiitischen Regime in Teheran und dem von Saudi-Arabien geführten sunnitischen Regime, andererseits in einem innersunnitischen Bürgerkrieg zwischen Dschihadisten und sogenannten gemäßigten Regierungen, sprich korrupten arabischen Autokratien.

Diese innermuslimischen Kämpfe haben in wenigen Jahren viel mehr Opfer gefordert als die siebzig Jahre des israelisch-arabischen Konflikts, der zu Unrecht als „Nahost-Konflikt“ bezeichnet wird. Für keinen der Akteure in diesem mörderischen Bürgerkrieg ist das Schicksal der Palästinenser je wichtig gewesen, wegen Jerusalem werden sie auch nicht das gegenseitige Abschlachten einstellen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/trumps-aussenpolitik-trump-behandelt-jerusalem-wie-eine-immobilie-1.3780484

https://www.n-tv.de/politik/In-Jerusalem-fallen-wieder-Schuesse-article20172550.html

http://www.huffingtonpost.de/2017/12/07/palaestinenser-israel-gaz_n_18753652.html?utm_hp_ref=germany

Wer einmal aus dem Blechnapf isst

Blechnapf

Der ist heute aus Alu, Einweg und in diesem Fall schmackhaft und würzig gefüllt. Einer der Vorteile einer Tätigkeit als Food Distribution Assistant ist die Mahlzeit, die als geldwerter Bestandteil der Entlohnung nach der Schicht ausgegeben wird. Die kann man auch am nächsten Tag essen.

https://www.amazon.de/Wer-einmal-aus-Blechnapf-fri%C3%9Ft/dp/3746653177

WASTE

Mein Bücherregal ist vor zwei Jahren stehengeblieben. Ich kaufe keine neuen Papierbücher mehr, ich lese fast nur noch auf dem Handy. Mein Bücherregal ist mir, so wie mein Ich von vor zwei Jahren, schleichend fremder geworden.

Nun ziehe ich um. Viele Wochen lang grüble ich immer wieder darüber nach, ob ich die Bücher wieder aufstellen soll. Es würde viel Platz und Aufwand sparen, sie in Kisten zu lassen. Aber ich finde Bücherregale schön, ich möchte sie als dekoratives Element nicht missen. Wohnungen ohne Bücher fühlen sich für mich oft leer an. Woher kommt das? Warum habe ich mein ganzes Leben lang meine Bücher gut sichtbar aufgestellt? Benutze ich sie als soziales Distinktionsmerkmal? Ist das alles reine Angeberei? Finde ich Bücherregale nur deshalb schön, weil sie ein bildungsbürgerliches Statussymbol sind?

K. meint, dass Bücher praktisch sind, um ein Gespräch zu beginnen. (Wir beginnen auch direkt mehrere Gespräche über Bücher.) Aber warum dann nicht Filme und Musik? (Wir wechseln zum Thema Serien.) Ich habe viele CDs – sie sind mittlerweile alle in zwei Kisten im Keller. Wenn meine Wohnung zeigt, wer ich bin (war!), warum soll ich nur die Summe des Gelesenen sein, nicht auch die Summe des Gehörten und Gesehenen – insbesondere nachdem letzteres in den letzten Jahren viel mehr Raum eingenommen hat als das Bücherlesen.

Hier stellt Kristin Knopf im Technik-Tagebuch unter dem Titel „Mein Bücherregal ist nicht mehr Ich“ eine entscheidende Frage. Womit füllen wir den Platz an den Wänden, der im 20. Jahrhundert noch von Bücherregalen besetzt wurde?

Bücherregal Knopf  Bücherregal Pineas

Bücherregal alt – Kristin Knopf                                           Bücherregal neu – Pineas

Einfach eine Pizza an die Wand werfen und ihr zusehen, wenn sie daran herunter rutscht, ist eine Lösung für Sozialschwache wie den Zahnlückigen, der mir gestern bei Aldi ein buntes Bouquet von Drohungen und Beleidigungen zuwarf.

Denn wir müssen ja unsere Bildung und unseren kulturellen Hintergrund darstellen, vorzugsweise auf preiswerte Art, da wir zu unserem höheren Intelligenzquotienten ja nicht auch ein adäquates Gehalt bekommen haben.

Ich denke in diesem Zusammenhang an eine Reihe kleiner Bilderrahmen, z. B. im Format 13 x 18 cm, sauber neben- und übereinander aufgereiht, die die gescannten Titelseiten von Lieblingsbüchern, per Photoshop gealterte Bilder der Titelseiten von ebooks oder Symbolbilder zeigen, die für Bücher und Serien stehen.

Das WASTE-Symbol aus Thomas Pynchons “The Crying of Lot No.49” stellt da schon Ansprüche an den Besuch und dient dann als Gesprächseinstieg ebenso wie Laura Hollis’ berühmte Tasse in Form einer britischen Notruf-Telefonzelle, die sowohl auf “Carmilla” als auch auf “Dr. Who” hinweist.

WASTE

La peur est la soeur de la stupidité

Schnee fällt leise auf die Strasse, die schon weiss ist. Es ist definitiv kein Wetter, um mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Ich nehme also den Motorroller. Spätestens nachdem ich ihn den Berg hinauf zur Bundesstrasse geschoben habe, kommen mir Zweifel an meinem gesunden Menschenverstand. Dann aber fällt mir ein, dass ich so etwas ja gar nicht habe.

Also fahre ich wie Valentino Rossi los, nur viel, viel langsamer. Und viel, viel, viel vorsichtiger. An manchen Stellen erreiche ich 40 Stundenkilometer, auf jeden Fall aber erreiche ich, dass eine Menge Autofahrer hinter mir vor Wut ins Lenkrad beissen. Untermalt mein Handeln vielleicht gar eine Radio-Meldung, die einen Stau anzeigt, ausgelöst von einem Irren auf einem silbernen Roller?

Ich höre nichts, ich sehe nichts, nichts anderes als die Strasse vor mir. Jeder Kreisel ist eine Herausforderung, die Brücke ein Wagnis, die Dorfstrasse ein Abenteuer. Als ich einmal anhalte, tue ich es aus Vorsicht, gleich jedoch meine Dummheit bestätigend an einer besonders engen Stelle der Strasse. Der Linienbus weist mich darauf hin.

Ich rutsche nach rechts vom Sattel herunter und halte die Maschine schief, damit er mich nicht streift. Ich habe meinen Eigenanteil für die letzte Fahrt im Krankenwagen noch nicht bezahlt. Langsam geht das ins Geld.

Ich frage mich, wie ich die Strasse “Kein Winterdienst Nr. 10” schaffen soll, die nicht ohne Grund so heisst. Sie ist dann aber die einzige, auf der kein Schnee liegt. Ich denke an das abgefahrene Ticket der RPR in Paris, das ich noch in der Tasche habe und denke an einen alten französischen Film. Den Parkplatz überquere ich mein Fahrzeug schiebend.