Kein Wohnklo

Ich besuchte des Kleinen Bruders kleinen Bruder, den, der mit Lena-Lisa-Marie schläft, in seiner neuen Wohnung. Die hat für ihn vor allem den Vorteil verkehrsgünstig gelegen zu sein, nämlich näher zu seiner Ausbildungsstelle und Lena-Lisa-Marie. 

Sonst aber ist sie in jeder Weise für ihn ungeeignet. Sie ist zu teuer und zu gross, mit Renovierungsbedarf und P43-Möbeln vom Vorbesitzer, Das Ganze ist auf zwei Etagen verteilt, damit es auch schön unpraktisch ist. Küche, Ess- und Wohnzimmer sind unten, Schlafzimmer, Bad und Abstellkammer oben. 

Die Kammer war wohl einmal ein Kinderzimmer gewesen. Seine Freundin hatte sie schon als begehbaren Kleiderschrank vorgesehen. In München würde darin jemand wohnen, in San Francisco sogar zwei, einer von 6:00 bis 18:00 Uhr und der andere von 18:00 bis 6:00 Uhr. 

Mich erinnerte sie an ein möbliertes Zimmer, das ich einmal vor dreissig Jahren hatte. Heute wäre es mir zu klein. Mein Körper braucht ein wenig mehr Platz als damals, meine Seele einiges mehr. Immerhin haben solche Wohnklos den Vorteil, schnell gesäubert zu sein. Mit dieser Aufgabe ist er in seiner zu grossen Wohnung gerade überfordert. 

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