Das haben wir nicht verdient

Das sagt kurz vor Ende der 2ten Staffel von “True Detective” jemand, ein ziemlich wütender Bewohner jenes dystopisch erniedrigten Los Angeles. Das Konzept, das er da aufwirft, ist merkwürdig.

Denn es setzt eine Beziehung zwischen dem voraus, was wir sind oder was wir tun, und dem, wie es uns ergeht. Die Theologie behauptet das zwar, in der Realität gibt es hier aber nach meiner Beobachtung keine Zwangsläufigkeit. Tatsächlich ist es wohl eher so, dass die Idee, dass einer auserwählt sei und es ihm darum gut geht, ein Knüppel auf den Köpfen derer ist, deren Reisschale leer ist.

Von denen gibt es in dem fiktiven Städtchen Vinci in dieser Serie reichlich. Leute, die sich nach Möglichkeit wegducken, wenn die Helden und Schurken sich auf offener Strasse beharken, dass Bagdad aussieht wie eine Ferienanlage, Leute, die anderen Essen machen, für sie strippen, sie fahren, Söldner, die in den Strassenkämpfen verheizt werden.

Dieses Vinci ist überhaupt so ein Plätzchen. Gerade mal 100 Bürger hat es dort, meist wohl Angehörige von ein, zwei Familien, die Macht und Geld untereinander aufteilen, dass es den Medici und Pazzi peinlich gewesen wäre. Alle anderen sind nur als Arbeitskräfte von aussen gekommen oder wohnen zwar dort, haben sich aber nicht ins Wählerregister eintragen können, sind also keine Wahlbürger Vincis, stumm, weil man ihnen keine Stimme gibt.

Dafür aber kann jedes Unternehmen sich dort gegen eine… Spende ansiedeln, das überall sonst an den Umweltvorschriften scheitert. Oder an den Vorschriften über die Arbeitssicherung. Dazu gibt es, sagen wir einmal,  Chemieunternehmen und Personalleasingfirmen. Anderswo hiessen diese Unternehmungen Drogen-Labore, Söldnertruppen und Bordelle.

Einem der “Helden” wirft einer vor, er sei erpressbar geworden, weil er nicht zu dem gestanden habe, was er sei. In fast logischer Konsequenz stirbt der dann in einem Feuergefecht mit einigen, mit denen er früher in Afghanistan gedient hat. Ein anderer Protagonist hat einigen Gentlemen von südlich der Grenze versprochen, was er nicht einhalten konnte. Er verblutet in der Wüste.

Der dritte dieser Burschen verspricht seiner Freundin, keine Umwege zu machen und hält dann an der Schule seines Sohnes an, um einen letzten Blick auf dieses Kind zu werfen. Sein Sprössling ist ein fettes, träges Kind, das an nichts Interesse und schon gar keine Zuneigung für seinen Erzeuger zeigt. Auch der fällt in einem Feuergefecht.

Dass Frauen und Kinder dem Gemetzel entgehen, belegt den logischen Fehler. Denn wie könnten gerade Frauen besseres verdient haben?

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