Käse und Würmer

Taken from The Cheese and the Worms by Carlo Ginzburg (1976):

“I have said that, in my opinion, all was chaos, that is, earth, air, water, and fire were mixed together; and out of that bulk a mass formed – just as cheese is made out of milk – and worms appeared in it, and these were the angels. The most holy majesty decreed that these should be God and the angels, and among that number of angels there was also God, he too having been created out of that mass at the same time, and he was named lord with four captains, Lucifer, Michael, Gabriel, and Raphael.”

An dieser Stelle zitiert Herr Ginzburg allerdings Mennochio:

https://de.wikipedia.org/wiki/Menocchio

Der Traum eines 16-Jährigen

Kann das sein, dass “Mad Max – Fury Road” nichts ist als eine Aneinanderreihung von Action Szenen mit gelegentlichen Einblendungen von schlanken Frauenbeinen und Brustwarzen unter weissem Stoff? Ja? Ach gut, ich habe mich also nicht geirrt.

Das witzigste war, dass Fury Road sich im Nachhinein darauf bezieht, dass ein Schwung von Damen, die keine sind, über diese Strasse auf das bestehende Regime herunter kommen wie die Furien der griechischen Mythologie.

Und dass dieser junge Bengel erst den Revolver verliert, den ihm sein Anführer gibt, dann die Kette, die ihm seine Spiessgesellen angelegt haben, und schliesslich seine Loyalität.

Nächtlicher IBAN

Todesmutig hat der Kleine Bruder beschlossen, sich selbst Paypal anzuschaffen. Bisher bat er mich, ihm dies oder jenes zu bestellen und gab mir das Geld dafür. Doch beflügelt von der Aussicht auf ein vierstelliges Gesellengehalt wagt er sich nun an neue Dinge.

Das Account habe ich für ihn angelegt und ihn mit einer kurzen Anleitung versehen, was er dann tun muss und ich nicht tun kann. Die email-Adresse und Telefonnummer muss er erfolgreich bestätigt haben, denn die Frage, die mich per Whatsapp kurz vor Mitternacht ereilte, war die, wie er auf seiner Maestro-Karte den IBAN erkennen könne.

Da er mir ein Foto mitgeschickt hatte, konnte ich mich darauf beschränken, den Code auf dem Bild auszuschneiden, und ihm einzuschärfen, dass der IBAN immer 22 Stellen haben muss.  Manche unter uns werden nun lächeln und von ihm als einem Barbaren denken. Aber wir vergessen gerne einmal, wie komplex diese Welt ist.

Die Möglichkeiten, etwas zu bezahlen, erschöpften sich vor 25 Jahren in Bargeld und Überweisung. Heute hantieren wir dazu noch mit Kreditkarten, Klarna-Rechnungen, paypal und Amazon-Guthaben. Wir kaufen Waren nicht mehr nur im Neukauf, beim Bäcker und beim Buchhändler, sondern über Amazon, ebay und Wish weltweit. Ich warte gerade auf Lieferungen aus Hongkong und Shenzhen.

So recht scheint keine Schule ihre Delinquenten auf diese Welt vorbereiten. Die Berufsschule für Mechatroniker jedenfalls tut es nicht; laut Maniac schwächelt das örtliche Gymnasium an dieser Stelle auch.

Das Babynutten-Telefon

Ein unverhofftes Paypal-Guthaben verschaffte mir die Möglichkeit, das Reserve-Handy zu ersetzen. Ich habe immer ein solches Gerät, üblicherweise in einer Schublade zuhause, für den Fall, dass ich mein Mobiltelefon in der Firma vergesse.

Einige Mobiltelefone erlagen auch jenen Missgeschicken, die in meinem Leben nicht so selten sind wie in dem anderer Menschen, etwa Stürzen oder Sturzregen. Ein Auto verlängert im Vergleich zu einem Motorroller die Lebenserwartung von Mobiltelefonen und ihren Besitzern.

Das vorletzte in dieser Reihe war ein Samsung S5230, das sich nicht mehr mit dem Web verbinden mochte. Das war vermutlich ein Problem mit seiner Geschwindigkeit, die mehr 2009 als 2019 war. Immerhin funktionierte es noch als Telefon, Wecker und mp3-Player. Vermutlich hätte ich damit sogar noch sms verschicken und empfangen können, hätte ich jemanden gekannt, der sms liest und schreibt.

Nach genauer Betrachtung der Umstände entschied ich mich für ein Ulefone S7 als Ersatz. Das gab es gerade für 40 Piepen bei ebay mit 1 GB RAM und 8 GB ROM.

Im Vergleich zu den Kartons von Huawei, Sony und Honor sieht der von Ulefone ein wenig… popelig aus. Optisch und vom Material her eher anspruchslos enthält er das Telefon in einem Bumper aus dickem Kunststoff, ein Netzteil und ein Kabel.

Das sonst so omnipräsente “Eject Pin Tool” fehlt, weil es beim Ulefone S7 nicht benötigt wird. Hier wird das Gehäuse noch mit Fingerkraft aufgedrückt, um den Akku von seiner Transportsicherung zu befreien, eine oder zwei Sim-Karten und die Micro-SD-Karte einzulegen.


Diese Fingerfertigkeit ist kritisch. Wann brauchte ich sie in den letzten Jahren schon? Dazu ist hier auch ein gewisses Augenmass erforderlich, das in meinem Fall der Unterstützung durch die Office-Brille bedurfte. Da die Karten-Slots keine Stopper haben, kann man die Karten zu weit einschieben, sodass die Platine die Sim-Karte nicht erkennt.

Dafür läuft das Ding dann aber trotz des bescheidenen Arbeitsspeichers recht flüssig. Das kann an Android Go liegen. Nach zwei Tagen Standby steht der Akku bei fetten 77%.. Und es sieht auf eine irgendwie billige Weise chic aus, ein bisschen wie das Telefon einer Babynutte. Es würde zu den Bühnen-Outfits von Ariana Grande passen.




Vorbildlich

“Their friends were very upset, but not surprised,” one law enforcement source said of David Koenig, 33, of Ridgewood, Queens and Ellen O’Meara, 30, of Park Slope.

“It’s almost as if from the first day these two people met,” about a year ago, “they knew they were going to die together.”

Koenig and O’Meara were found dead at 7 p.m. Thursday in their room at Yotel New York.

They tried to be as little trouble as possible, leaving the room fastidiously tidy, the source said.

The housekeeper who found them also found a tip: a stack of ten $20 bills, the source said.

https://nypost.com/2019/01/19/suicide-pair-were-friends-who-knew-they-were-going-to-die-together/

Auf eine bittersüsse Art sehr romantisch und vom Praktischen her sehr vorbildlich. Immerhin nahmen die beiden Rücksicht auf die Gefühle des Hauspersonals und hinterliessen sogar ein Trinkgeld.

Das ist lobenswert. Denn wie oft hört man von traumatisierten Lok- und Triebwagenführern, von Rettungskräften auf der Autobahn, die sterbliche Reste im wörtlichen Sinn bergen müssen.

Kreuzfahrtschiffe scheinen im Augenblick der Trend in diesem Bereich zu sein.