Über Wasser bleiben in St. Olaf

Paula hatte sich für den Urlaub vorgenommen, die drei nächstgelegenen Freibäder zu besuchen. Da eines davon völlig überlaufen war und das andere zu weit entfernt, schwammen wir zweimal nacheinander im gleichen, dem von St. Olaf.

Unweigerlich identifiziert man dann die Stammkunden, den Rentner mit dem Hütchen, die ältere Frau, die ich aufgrund ihrer Frisur für eine Tochter der Sappho halte, und den kahlrasierten Lehrer, der jeden Nachmittag eine Hälfte einer Schulklasse beim Wasserball beaufsichtigt.

Die anderen Schüler sassen derweil auf der Liegewiese unter einer Buche und diskutierten das Leben. Ich hielt sie für Eleven des örtlichen Gymnasiums, denn die Klassen waren ebenso klein wie der Anteil von Schülern mit “Migrationshintergrund” unter ihnen.  Die meisten waren ethnisch und – St. Olaf liegt schon im Saarland – auch genetisch eng beieinander.

Ich habe aus diesen beiden Tagen gelernt, dass mein linker Arm schneller einschläft als der rechte, der rechte es am zweiten Tag nicht mehr tut und auch der linke schneller wieder aufwacht. Ferner weiss ich jetzt, dass meine Kondition mässig ist, ich sie aber verbessern kann, und dass es für junge Mädchen mit dem beschriebenen sozio-ökonomischen Hintergrund de rigeur ist, sich die Achseln zu rasieren.

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