Wlan-Kabel im Lieferumfang nicht enthalten

Der verschwundene Kater übrigens schloss sich tatsächlich einer vaganten Katzenfamilie an. Sie besteht aus einer allein erziehenden Mutter mit zwei Kindern, die halb so gross sind wie er. Innerhalb von fünf Tagen hatte er alles vergessen, was er in den sieben davon gelernt hatte.

Paula entdeckte ihn abends, während sie im Dunkel nach dem Zahnlückigen spähte. An der Installation der Überwachungskamera waren wir gescheitert, weil wir uns nicht über die Position einigen konnten, so wenig wie über irgendwas sonst.

Sie wollte sie auch zuerst anschrauben und dann einstellen, ein Vorgang, der ein 5 m langes LAN-Kabel erforderte, ich erst einstellen, dann anschrauben. Diese Lösung scheint mir auch im Nachhinein noch die bessere, weil die Schrauben nur für die Einmal-Verwendung vorgesehen sind. Mit dem wlan lässt sich die Kamera erst nach diesem Konfigurations-Vorgang verbinden.

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For the loser now may be later to win. (Bob Dylan)

 

Da haben wir ihn, den amerikanischen Traum in einer Nussschale, die verzweifelte Vorstellung, dass ein Verlierer irgendwann auch einmal gewinnt. Haarsträubender Blödsinn, der höchstens Spielcasinos in Indianer-Reservaten als Werbejingle dienen könnte!

Speziell ihre Liberalen jammern hingebungsvoll darüber, dass ein Traum ein Traum ist. Kein Wunder also, dass sie bei einem Super Star des verbalen Wrestlings wie Donald Trump den Kürzeren ziehen. Wenn der nämlich träumt, dann schwer und nachdem  ihn die deutsche Kanzlerin mit dem Lieblingsgericht ihres Lehrmeisters traktiert hat.

Mich erinnert der Herr Trump übrigens durchaus auch an Doopy, einen der Clowns bei Will Elliott wie ihn Herr Rohrbeck in der Hörbuch-Version der Lauscher-Lounge spricht.

https://podcast-hoerbuch.lauscherlounge.de/44-hoelle-1-6

Gesegnet sei Schopenhauer, der uns lehrt, dass das Glück die Jause im ewigen Ackern und Mühen ist. Kein Wunder aber auch, dass Amoklauf und Serienmord als olympische Disziplinen allein von den Amerikanern verlangt werden, die sich hier gute Chancen auf Gold-Medaillen ausrechnen.

https://www.youtube.com/watch?v=UzXsjMDpNq4

Gebt mir einen Grund!

Eine der Sachen, die Paula zutiefst kränkt, ist meine Asexualität. Sie kennt den Begriff nicht, und er wäre ihr auch schnurz.

Immerhin weigert sich da jemand, ihren Wünschen und Bedürfnissen zu entsprechen. Ob er nicht kann oder nicht will, das ist ihr gleich.

Ich entsprach ihren Wünschen früher, tue es aber nicht mehr, weil sie mir nicht das Gefühl gibt, mich zu lieben. Warum sollte ich mich da mühen, mich da überwinden?

Trau, Schau, Bau!

Frohe Stunden verbrachte ich in der Warteschleife einer Baumarkt-Kette mit dem Werbeslogan “Trau! Schau! Bau!”, unterbrochen von heiteren Wortwechsel mit der die Telefonzentrale bedienenden Mitarbeiterin, die all meine Daten in einem Formular erfasste, bevor sie mich wieder in die Warteschleife stellte.

Jede Fahrt mit diesem Karussell begann mit dem Hinweis auf die Internet-Seite von einer Konserve. “Willst Du wissen, ob Dein Ventilator lieferbar ist? Auf www.traubaumarkt.de findest Du die Antwort.” und wurde mit einem weiteren Hinweis unterbrochen: “Möchtest Du wissen, wann Deine Bestellung kommt? Auf www.traubaumarkt.de findest Du die Antwort.”

Ich weiss zufällig, dass die Umsätze, die auf www.traubaumarkt.de gemacht werden, über die Postleitzahl dem entsprechenden Markt zugeordnet werden. Das ist ungefähr die Lösung, die etwa den Zeitungen vorschwebt, die auch gerne einmal bezahlt werden würden, wenn ein potentieller Kunde die Nachrichten bei Google liest.

Was passiert, wenn der Online-Umsatz den stationären übertrifft, weiss ich nicht. Werden Baumärkte dann kleiner, Abhollager mit bescheidenem Sortiment, von Franchise-Partnern geführt? Alles ist möglich. Das Leben ist ungemein interessant in diesen Tagen im Handel.

http://www.insightdiy.co.uk/news/amazon-front-runner-to-acquire-closing-homebase-stores/6396.htm

 

Captain Ahab ist zurück

Paula steckt tief in einer ihrer Captain Ahab-Phasen. Sie ist davon überzeugt, dass der Zahnlückige ihr ihre Baby-Katze aus dem Hof gestohlen hat. Sie hatte sie eine Woche vorher im gleichen Hof gefunden, in dem sie vor zwei Tagen verschwunden ist.

Bis zum Mittagessen, das ausfiel, hatte sie mich schon genötigt, eine Überwachungs-Kamera zu bestellen. Die kann auch gleich das Tor des Herrn Nachbarn aufnehmen. Aus seiner Garage sind nämlich ein Akku-Schrauber verschwunden, eine Packung Unkrautvernichter, ein Satz Bohrer und eine Kettensäge vom Stief-Vater selig.

Sie denkt nämlich, dass der Tatverdächtige, dessen Intelligenzquotient so knapp bemessen ist wie der eines mit Reis befüllten flexiblen Behälters aus Textilmaterial oder Plastikfolie, die beiden Häuser verwechselt hat. Ich würde ihm beides zutrauen. Schliesslich verdankt er es uns, dass er eine eidesstattliche Versicherung abgeben musste.

Jeder von uns ist gräusslich, aber zusammen haben wir schon verschiedenen Mitbürgern das Leben versaut. In diesem Fall hat es mal niemanden getroffen, der es nicht verdient hat.

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Der Platz des Homo Erectus in der Gesellschaft des 21sten Jahrhunderts

Es ist eine Beobachtung, die in der humanen wie technologischen Evolution zu machen ist, dass etwas, das gestern noch gut war, heute schon längst nicht mehr ausreicht.

So genügte zu meines Vaters Tagen der Abschluss der achtjährigen Volksschule für eine Laufbahn als technischer Angestellter und schliesslich die Graduierung zum Ingenieur. Heute aber qualifizieren acht Schuljahre nicht mal mehr zum Strassenkehrer.

Auch die Fähigkeit zum aufrechten Gang war alleine einmal revolutionär und befähigt, sofern man sonst nicht weiter begabt ist, dieser Tage doch alleine noch zum Beruf des Zweiradmechanikers. Der jüngere Lenoir bedurfte zweier Wochen und meines ernsten Zuspruchs, um den Auspuff an La Mosca, der Viergetakteten, zu wechseln.

Allzu unwahrscheinlich schien ihm ein Defekt an diesem Bauteil, das sonst alleine bei Zweitakt-Rollern mit einer seinen Broterwerb sichernden Häufigkeit dahin scheidet. Jedoch könnte es sein, dass der Katalysator, der den Fortbestand des Planeten sichern soll, beim letzten Unfall beschädigt oder bei irgendeiner Begebenheit im Vorleben des Rollers angeknackst wurde.

Keramik ist nun einmal zerbrechlich. Davon leben nicht alleine die Herren von Boch-Galhau, der zweite Namensteil ist französisch zu prononzieren, und die Rosenthals, sondern auch die Verfertiger keramischer Wabenkörper, die in Auspuffen verbaut werden.

In besseren Kreisen, die lieber zwei- als eindeutig sind, spricht man übrigens von Ausbordellen. Das ist ganz ähnlich wie die Gepflogenheit ihrer englischen und amerikanischen Pendants, die Tätigkeit ihrer sklavenhandelnden Vorfahren als “forcierte Arbeitsmigration” zu beschreiben.

Hätte ich selbst sicher gewusst, dass es der Auspuff war, hätte ich ihn unter Zuhilfenahme meines neuen Schraubenschlüsselsatzes und seines Stifters, des Kleinen Bruders, in einer Stunde selbst gewechselt.

Die Affäre Poirot

Es ist eine Merkwürdigkeit in Agatha Christies Geschichten, dass sie so wenig genaues über Poirots Herkunft und Werdegang verrät, oft nur Andeutungen macht, denen er selbst bei erster Gelegenheit widerspricht.

Jedoch ist es auffällig, dass in Belgiens schwerster Stunde, als das Vaterland von allen Seiten bedroht ist, der grösste Detektiv aller Zeiten nicht in Brüssel und Antwerpen Spione, Schieber und Verräter jagt, sondern im englischen Exil lebt. Er sei pensioniert, heisst es, aber warum? Ist es das Alter?

1916 gab es kaum einen Mann von leidlicher Gesundheit in Belgien und Frankreich gleich welchen Alters, der nicht seinen Beitrag leistete. In den Zuchthäusern waren die pathologischen Verbrecher unter sich, während selbst die gewöhnlichen Mörder und Totschläger an der Front waren.

Während er sich eine Staubfluse von seinem perfekt geschnittenen Anzug wischt und geziert über seinen kleinen Schnurrbart streicht, fragen wir uns, ob es nicht einen ganz anderen Grund hat, warum dieser so fähige wie von seinen Fähigkeiten überzeugte Mann mit Beginn des Krieges verabschiedet wurde.

Wäre er nun homosexuell, so wäre er in jenen wenig entwickelten Zeiten aber erpressbar gewesen. Der deutsche Geheimdienst war in dieser Beziehung so wenig zimperlich wie irgendein anderer.  Es wäre also vernünftig gewesen, ihn beim ersten Verdacht in dieser Richtung mit vollen Bezügen in den Ruhestand zu verabschieden und nach England zu schicken. Die führenden belgischen Zeitungen würden das Ableben eines anderen leitenden Beamten melden und Poirot eine FN1910 in den Ärmelkanal werfen. .

Welcher Art nun seine Beziehung zu Hastings und mit Hastings war, ist eine interessante Frage. Immerhin haben sie einige Zeit lang zusammen gelebt. Andererseits scheint es jenem schneidigen Hauptmann an Geistesgaben ein wenig zu mangeln. Aber auch das ist wieder etwas, von dem Christie und Poirot schweigen, in dieser Beziehung ganz einig.

Mir wird klar, wie einsam dieser Migrant sein muss, ausserhalb seines Landes, ausserhalb aller sozialen Gruppen, nur mit seinen beruflichen Fähigkeiten als Basis für seine Persönlichkeit.

https://en.wikipedia.org/wiki/Hercule_Poirot

https://en.wikipedia.org/wiki/Alfred_Redl

https://hornet.com/stories/agatha-christie-gay/